07. August 2017, 17:00 Uhr

Wettkampf

Nachts in der Boule-Scheune

Bis spät in die Nacht hinein haben am Samstag 30 Menschen einem »Schweinchen«hinterhergejagt – beim Mitternachtstriplette-Turnier des1. Pétanque Club Petterweil.
07. August 2017, 17:00 Uhr
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Von Christine Fauerbach
Ein letztes Mal werfen die Spieler beim Mitternachtstriplette-Turnier ihre Boule-Kugeln in Petterweil. In Okarben könnten sie bald ein neues Zuhause finden. (Fotos: cf)

Zum 29. und letzten Mal fand das Mitternachtstriplette-Turnier auf dem Vereinsgelände des 1. Pétanque Club Petterweil statt. Trotz Urlaubszeit und Wochenende konnte Vorsitzender Heiko Hoffmann dazu 30 Spieler aus dem Rhein-Main-Gebiet begrüßen. Sie alle kämpften mit jeweils zwei Teammitgliedern konzentriert um die Punkte. Mit gezielten Würfen ließen sie erst das »Cochon« (Schweinchen), eine kleine blaue, gelbe oder rote Holzkugel, und dann die Boule-Kugeln über die Bahnen rollen.

Zuerst wirft ein Spieler das »Cochon« auf die Bahn und dann seine rund 700 Gramm schwere Metallkugel (Boule) hinterher. Ziel ist es, die Kugeln so nah wie möglich am »Schweinchen« zu platzieren. Haben alle drei Spieler ihre Kugeln platziert, kommt das gegnerische Team zum Zug. Es ist so lange dran, bis eine seiner Kugeln näher am »Schweinchen« liegt. Das gelingt vor allem, indem die Kugeln der Gegner durch den Wurf weggekickt werden. Im Zweifel wird mit einem Maßband kontrolliert. Je näher die Spieler ihre Boules an die Holzkugel heranwerfen, desto mehr Punkte gibt es. Wer zuerst 13 Punkte erreicht, hat gewonnen.

Spannung bis spät in die Nacht

Aufgrund des sonnigen Wetters fanden die Spiele tagsüber auf den 12 mal 3 Meter großen sechs Außenbahnen statt. Bei Regen oder Dunkelheit konnten die Spieler auf die 11 mal 2,5 Meter großen Innenbahnen in der Scheune ausweichen. Die 30 Spieler lieferten sich bis um 1.30 Uhr spannende Wettkämpfe. Sieger wurde das Team mit Floh, Toni und Uwe, gefolgt von Christian, Marcel und Heiko. Platz drei sicherten sich Rosi, Germane und Winni, gefolgt von Ingo, Peter und Waldi.

Die Liebhaber des französischen Nationalsports Boule betteten ihr Turnier in ein geselliges Beisammensein ein. Die Vereinsmitglieder versorgten die Turnierteilnehmer mit Essen und Trinken. Wie immer wurde das Startgeld – fünf Euro pro Spieler – in Form von Ton-Eulen ausgespielt. »Es sind Eulen, weil es sich um ein Mitternachtsturnier handelt. Für uns angefertigt hat sie wieder Elisabeth Reuter in ihrer Friedberger Keramik-Werkstatt«, sagte Präsident Hoffmann.

Warten auf Pachtvertrag

Auch wenn es am Samstag spät wurde, warben die Spieler am Sonntag in der Kreisstadt bei der Aktion »Friedberg spielt!« für ihren Sport. »Das ist für uns mit unserer Randsportart ein wichtiger Termin. Wir haben im letzten Jahr mit geringem Erfolg 1500 Firmen im Rhein-Main-Gebiet wegen Sponsoring angeschrieben«, informierte Hoffmann.

Die Gespräche der Vereinsmitglieder und ihrer Gäste drehten sich vor allem um das Aus für den Standort in Petterweil. Der Vorstand wartet auf den für diesen Monat von der Stadt versprochenen Pachtvertrag für das Areal am ehemaligen Sportplatz in Okarben. »Wir verhandeln parallel noch mit unserer Vermieterin wegen eine Vertragsverlängerung um vier Monate.« Allerdings sei die verlangte Miete für den Verein zu hoch.

»Kündigung ist einfach nur schade«

»Ich habe bereits beim Ausbau der Scheune mitgemacht. Überall werden Scheunen abgerissen und die Gelände in Bauland umgewandelt. Es war zu erwarten, dass dies auch hier kommt. Wir müssen froh sein, dass wir 30 Jahre hier sein konnten«, findet Franz Seifert aus Rodheim. »Die Kündigung ist einfach nur schade, denn an dieser Boule-Scheune hängt unser Herzblut. Wir haben sie jahrelang aus- und aufgebaut«, sagte Horst Linck aus Friedberg. »Leider kommt die Stadt Karben nicht in die Gänge, und wir hängen in der Luft. Das Okärber Gelände wäre ideal, weil dort eine Industriehalle aufgestellt werden könnte, welche die Ausrichtung von Turnieren auf Landes- und Bundesebene ermöglichen würde.«



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