13. März 2017, 18:00 Uhr

Stadtbiblithek

Morde auf höchstem Niveau

Fünf Krimi-Autoren und eine Psychlogin blicken in Bad Vilbel auf die dunkle Seite der Menschheit mit Morden, Intrigen, Gewalt.
13. März 2017, 18:00 Uhr
Krimis, die im Sarg liegen, und die Syndikat-Autoren Michael Kibler, Daniel Holbe, Ivonne Keller und Uli Aechtner lassen es gruseln. (Fotos cf)

Morde, Intrigen, Verschwörungen, sexuell motivierte Gewalt, charmante Psychopathen, nervenstarke Agenten, eiskalte Serienkiller und ihre Opfer sorgen für jede Menge Nervenkitzel zwischen zwei Buchdeckeln. In die Welt der Ermittler, Detektive und Gerichtsmediziner eintauchen, konnten die Besucher am Freitagabend beim Krimi-Event »Sex and Crime« des Kunstvereins. Kaum öffneten sich die Türen der Stadtbibliothek, schon drängten sich die Liebhaber spannender Kriminalromane im Foyer. Bevor der Tatort für teuflische Verschwörungen, tödliche Intrigen, ungewöhnliche Begegnungen und grausame Verbrechen frei gegeben wurde, nutzten die Besucher die Chance Lose aus einer Urne zu ziehen.

Christine Emmerich und ihre Freundin kaufen Lose und hoffen auf den Gewinn spannender Bücher. »Es ist interessant. Wir sind gespannt. Wann hat man schon einmal Gelegenheit gleich fünf Krimi-Autoren zu sehen und zu hören und dazu auch Informationen von einer Expertin zu bekommen«, sagen die beiden. Unter den Krimifans ist auch Jürgen Werner, Dienststellenleiter der Polizeistation Bad Vilbel. Von seinen Tipps, Hinweisen und Ratschlägen profitieren regionale Autoren wie Daniel Holbe oder Ivonne Keller beim Schreiben ihrer Geschichten.

Nun geht’s nach oben. Vor der Fensterfront steht ein Luxus-Sarg. Er darf in Deutschland nicht benutzt werden, weil er aus Metall besteht und damit nicht verrottet, erklärt Bestatter Rudolf Jeckel. Er hat das Luxus-Objekt als Büchertruhe zur Verfügung gestellt. Doch der Sarg ist für die 450 Kriminalromane von Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die diese für den Glauser-Preis 2017 einrichten, zu klein. Viele Krimis stapeln sich nebenan auf dem Tisch. Alle Bücher sind mit Nummern versehen und warten auf Gewinner.

Vorn sitzen Kunstvereinvorsitzende und Moderatorin Cornelia Weinheimer und die Syndikat-Autoren Michael Kibler, Daniel Holbe, Ivonne Keller und Uli Aechtner. »Wir haben unser Motto »Kunst und Kultur für alle möglich zu machen, auf vielfältige Weise umgesetzt. Kunst hat mit Literatur zu tun und beide begleiten und bereichern unser Leben«, sagt Weinheimer. Die Autoren geben zu, verrückt nach Krimis zu sein. »Ich nehme sie mit auf den Glauberg«, kündigt Aechtner an und liest Passagen aus ihrem Roman »Keltenzorn«. Es dreht sich alles um einen Sensationsfund der Archäologin Mara Jordan. Sie entdeckt am Glauberg das Skelett einer keltischen Fürstin. Kurz darauf liegt in der Ausgrabungsstelle eine enthauptete Leiche, die der Mörder nach keltischem Brauch tötete, was bei Hauptkommissar Daniel Richter auf Skepsis stößt.

Hauptkommissar Steffen Horndeich in Michael Kiblers Krimi »Seelenraub« hat es gleich mit einer Mordserie zu tun, in der alle Opfer auf den ersten Blick keinerlei Verbindung zueinander haben. »Ich wollte nie eine Reihe schreiben wie Donna Leon. Inzwischen arbeite ich am elften Band mit meinem Ermittler Horndeich aus Darmstadt«, erzählt er.

 

Realität übertrifft Fiktion

 

»Ich bin heute Abend für Sex zuständig«, sagt Ivonne Keller und liest mehrere Passagen aus ihrem Psychodrama »Hirngespenster«, bei dem sich Silvie und Jens über eine Kontaktanzeige kennenlernen.

Daniel Holbe steuert Spannung aus Julia Durants neuem Fall »Die Hyäne« bei. Da weidet ein Mörder seine Opfer aus und schickt ihre Eingeweide an die Frankfurter Polizei. Für einen weiteren Schub Gänsehaut bei den hartgesottenen Krimi-Fans sorgt Sachbuchautorin und Psychologin Lydia Beneke mit Schilderungen aus der Realität. Die übertreffen teilweise sogar noch die Fiktion. »Normalerweise dauern meine Vorträge drei Stunden, sie erhalten heute eine homöopathische Dosis.

« Sie berichtet über ihr Psychologiestudium mit Zahlen, Fakten, Statistiken, Mathematik, Englisch und medizinischen Grundlagen sowie ihre Arbeit in einer ambulanten sozialtherapeutischen Anstalt mit Sexualstraftätern. »Ich arbeite therapeutisch und mache keine Gutachten.« Ihre Zuhörer erfahren, was die sieben Todsünden mit Psychopathen und moderner Psychopathie zu tun haben. Schnell wird klar wie vielschichtig Persönlichkeitsstörungen sind und dass »in der Realität einige Straftaten viel krasser sind, als die in fiktiven Krimis«.

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