23. April 2018, 20:16 Uhr

Mit Kittelschürze und Denglisch

23. April 2018, 20:16 Uhr
Butler Albert serviert Tee und liest aus der Zeitung vor. (Foto: Dostalek)

Der »Geist von Wuulworth Castle« geht in Rendel um. Die Laienspieler der Theatergruppe »Familie Dippes« spielen ihr neuestes Stück. Die Busenfreundinnen Karin und Gisela machen sich auf in das schottische Hochland, weil sie als Gäste bei einem Werbefilm über halterlose Strümpfe teilnehmen dürfen. Dort treffen sie auf die schrullige Lady Marlborough, den Butler Albert und die Filmproduzentin Cayenne Pfeffer. Als dann noch ein Schlossgespenst durch die Gänge geistert, wird es den beiden Rendeler Damen unheimlich.

Lange haben die Fans der Theater-Familie Dippes darauf warten müssen, dass sich die Wohnzimmertür von Karl und Karin öffnet. Vier Jahre hat die schöpferische Pause gedauert. Die Bühne ist wie immer der Saal des evangelischen Gemeindehauses, in dem eng an eng 70 Gäste die Premiere besuchen.

Lächelnd und entspannt begrüßt Ideengeber Frank Braunroth (»Karl Dippes«) das Publikum. »Unser Wohnzimmer ist hergerichtet, wir haben neu tapeziert, links seht ihr das Esszimmer von Lady Marlbourough, rechts die Küche von Familie Dippes. Aber ob ich mitspielen werde, das weiß ich noch nicht.« Ungläubiges Gelächter folgt, denn dass Braunroth den Karl spielt, weiß doch jeder. Karl, Karin und Gisela sind die festen Konstanten der Theatergruppe.

Etwas angespannt sitzt Alexandra Plischke geschminkt und kostümiert hinter den Kulissen. Sie ist die erste, die hinaus muss. »Mal sehen, wie das Publikum drauf ist«, murmelt sie, während Ingrid Kleefen eine Kittelschürze überstreift. Kleefen ist Karin Dippes, die ihren Karl umsorgt und noch nie in ihrem Leben Englisch gesprochen hat. Dafür kann sie umso besser hessisch babbeln. Auf ihre »schee Kittelschürz« lässt sie nichts kommen.

Gisela alias Karin Stelz, das ist »Haan, Fies und Näschel«, die mobile Friseurin, modisch immer up to date und nie auf den Mund gefallen. »Viel und dumm daherzuschwätze, das ist meine Rolle«, sagt Stelz.

Eng und kuschelig ist es hinter den Kulissen. »Wir wollen keinen Theatersaal, wir wollen auch nicht auf einer richtigen Bühne mit Abstand zum Publikum spielen. Das hier ist unser Wohnzimmer, und so spielen wir und beziehen die Zuhörer mit ein«, erklärt Braunroth.

Butler Albert (Alfred Heil) hat sich seinen Frack, Weste, Schlips, weißes Hemd und weiße Handschuhe zurechtgelegt, damit er Lady Marlbourough standesgemäß den Tee servieren kann. »It is very hot for my snut«, beschwert sich die Lady über den Tee. Wenig später rutscht der Gräfin ein »Oh shit« raus, und als ein Schlossbesucher ein Klo sucht, wird er belehrt: »Don’t kack in the eck.«

Dann ist da noch die kesse Filmproduzentin Cayenne Pfeffer (Pia-Sophie Becks), die im Schloss einen Werbefilm drehen will. Sie fegt im kurzen Röckchen wie ein frischer Wind durch das Schloss, tituliert den Butler respektlos als »Pinguin« und hält Kurbel, den Kameramann (Fred Kleefen), auf Trab. Zwei von den sechs Schauspielern müssen Doppelrollen spielen. Fred Kleefen ist auch Inspektor Molesworth und Pia-Sophie Becks setzt als fiese Bankangestellte Miss Moneypenny die Gräfin unter Druck.

Vorstellungen der Familie Dippes sind am kommenden Wochenende, 27. und 28. April, jeweils um 20 Uhr, im Gemeindesaal Rendel. Es sind noch Karten für 9 Euro an der Abendkasse erhältlich. Infos gibt es unter: www.familie-dippes.de.

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