Bad Vilbel & Karben

Mit Arbeitsvertrag die Halle verlassen

Als der Stadt im Jahr 2016 immer mehr Flüchtlinge zugewiesen wurden, hat sie das ehemalige Güse-Gebäude in Okarben als Unterkunft hergerichtet. Nun wird zumindest der Anbau überflüssig. Er soll nach und nach geräumt werden. Und das hat seinen Grund, wie aus der Beantwortung einer Anfrage der SPD-Stadtverordnetenfraktion zur Sitzungsrunde hervorgeht.
01. März 2019, 20:32 Uhr
Holger Pegelow
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Die ehemalige Druckereihalle dient noch als Gemeinschaftsunterkunft. (Foto: pe)

Als der Stadt im Jahr 2016 immer mehr Flüchtlinge zugewiesen wurden, hat sie das ehemalige Güse-Gebäude in Okarben als Unterkunft hergerichtet. Nun wird zumindest der Anbau überflüssig. Er soll nach und nach geräumt werden. Und das hat seinen Grund, wie aus der Beantwortung einer Anfrage der SPD-Stadtverordnetenfraktion zur Sitzungsrunde hervorgeht.

Der Gebäudekomplex der ehemaligen Druckerei besteht aus einem Bürogebäude und einer Halle. Früher wurden hier unter anderem die Informationsschilder für Blumentöpfe gedruckt. Die Stadt konnte das Gebäude Am Spitzacker in Okarben erwerben und hat es unter der Führung des damaligen Ersten Stadtrats Otmar Stein als Flüchtlingsunterkunft hergerichtet. Während das ehemalige Verwaltungsgebäude über kleinere Zimmer verfügt, müssen die Flüchtlinge in der alten Halle zu fünft oder zu sechst leben. Die Stadt strebt nach Angaben von Fachbereichsleiterin Susanne Schubert an, mittelfristig die Zimmer in der Halle nur noch für Notfälle als Übergangslösung zu nutzen. Solche Fälle seien etwa der kurzfristige Familiennachzug.

Schon seit Längerem bekommt die Stadt deutlich weniger Flüchtlinge zugewiesen. Deshalb hat sie im vergangenen Jahr die erste Flüchtlingsunterkunft geschlossen und den Mietvertrag beendet. Die dort untergebrachten Menschen wurden auf andere Unterkünfte verteilt. Das hat laut Schubert allerdings Folgen: Die verbliebenen Gemeinschaftsunterkünfte böten keine ausreichenden Plätze für die noch in der Halle wohnenden etwa 20 Menschen.

Zumal der Fachdienst sich bemühe, dass Menschen mit gleicher Nationalität, Sprache und Religionszugehörigkeit zusammen untergebracht werden. Weiter sei zu berücksichtigen, dass in einigen Unterkünften vorrangig alleinerziehende Frauen oder Familien wohnen und die Unterbringung alleinstehender Männer in diesen Unterkünften zu Problemen führen würde. Um Flüchtlinge in Ein- und Zweibettzimmern unterbringen zu können, verlangt die Stadt die Vorlage von Ausbildungs- oder Vollzeitarbeitsverträgen beziehungsweise die regelmäßiuge Teilnahme an Integrations- und/oder Sprachkursen, schreibt Schubert weiter.

Drei Personen ziehen um

Die SPD wollte wissen, wie viele Personen derzeit noch in der Halle untergebracht seien. In der für 29 Personen belegbaren Halle seien rund 20 Leute untergebracht. Es gebe dort drei Fünfbett-, zwei Sechsbettzimmer und ein Zweibettzimmer. Aus den Angaben der Fachdienstleiterin geht weiter hervor, dass in der alten Druckereihalle 17 Afghanen und drei Iraker wohnen. Drei Personen sollen demnächst in ein Dreibettzimmer verlegt werden, sobald deren Arbeitsverträge vorliegen.

Insgesamt rund die Hälfte der Flüchtlinge habe einen Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag. Lediglich einer der 20 habe ein Bleiberecht, heißt es in der Antwort auf die SPD-Anfrage weiter. Laut der Antwort ist beabsichtigt, die Flüchtlinge, die noch in der Halle wohnen, »so schnell wie möglich« in andere Unterkünfte oder in das Hauptgebäude der ehemaligen Druckerei zu verlegen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/badvilbelkarben/Bad-Vilbel-Karben-Mit-Arbeitsvertrag-die-Halle-verlassen;art469,559073

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