07. November 2019, 05:00 Uhr

Kombibad

Minkel: Baustart 2020

Fast zwei Jahre herrschte Unklarheit, wann es mit dem Großprojekt Kombibad in Bad Vilbel losgehen würde. Nun hat Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Minkel den Baustart verkündet.
07. November 2019, 05:00 Uhr
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Von Holger Pegelow
Solche Galaxy-Rutschen, wie hier in den Erdinger Thermenwelten, soll es auch im Bad Vilbeler Kombibad geben. Dafür sind die Planungen nochmals geändert worden. (Foto: Therme Erding/pv)

Über das Großprojekt Kombibad, an dem sich die Stadtwerke Bad Vilbel mit 25 Millionen Euro beteiligen werden, herrschte nach dem tödlichen Flugzeugabsturz von Bäderkönig Josef Wund Unsicherheit. Und je länger diese dauerte, desto häufiger erklangen Stimmen, die das Ende des millionenschweren Bades zwischen B3 und Schulzentrum voraussagten. Doch die Verantwortlichen betonen: Das Bad wird gebaut.

Am Dienstagabend hat Stadtwerke-Geschäftsführer und Stadtrat Klaus Minkel (CDU) bekanntgegeben, der Bauantrag werde im Frühjahr 2020 eingereicht, Baustart solle im Herbst 2020 sein. »Die mehrfach überarbeiteten Pläne sollen noch in diesem Jahr den Bürgern vorgestellt werden.«

Auch das ist - neben dem 18 Monate langen Warten auf den Erbschein von Josef Wund - ein Grund, warum es weitgehend still gewesen ist um das 200-Millionen-Projekt. Die wichtigsten Änderungen gegebenüber den ersten Entwürfen sind: Das Hotel wird ebenso nicht gebaut wie ein drittes Parkhaus. Außerdem wird die Therme nicht zwei Stockwerke hoch, sondern nur eins. Sie geht mehr in die Breite.

Laut Minkel sah der alte Flächennutzungsplan eine bebaute Fläche von 59 000 Quadratmetern vor. Nun könnten »weniger als zwei Hektar zusätzlich überbaut werden«. Es sei für die Betreiber des Bades leichter, wenn alles auf einer Ebene liege. Minkel nannte auf kritische Nachfrage seitens der SPD als Beispiel die Treppenhäuser. Wäre die Therme mehr in die Höhe gebaut worden, wie anfangs geplant, wären die Badegäste nass durchs Treppenhaus gelaufen. »Ein nasses Treppenhaus aber wäre zur Gefahrenquelle geworden.« Zudem seien bei einem Badbau nur auf einer Ebene die Dächer besser zu öffnen. »Die Nutzer kriegen dann ein Sommergefühl.«

Da das Hotel in den neuen Plänen weggefallen sei, könne das Bad mehr in die Breite gebaut werden und damit niedriger ausfallen. Minkel wies darauf hin, dass der alte Bebauungsplan die Planungen beschränkt habe. Als der aufgestellt worden sei, sei die Stadt nicht im Besitz aller Flächen gewesen. Mittlerweile sei dies der Fall. Genau diese zweite Änderung des Bebauungsplans »Schwimmbad« stand im Mittelpunkt der Ausschusssitzung im Rathaussitzungssaal. Hier ging es darum, die während der Offenlage vorgebrachten Bedenken und Anregungern sowie die Gegenpositionen der Stadt zu sichten.

Zu viele Stickoxide

Christopher Mallmann (Grüne) monierte, dass die Schadstoffprognosen für die Homburger Straße auf einem überholten Rechenmodell und veralteten Annahmen basierten. Das aktuelle Gutachten entstand 2014 im Zuge des Bebauungsplanverfahrens für die Therme und wurde im Juni 2019 in einer Stellungnahme aktualisiert. Es bescheinigt, dass die Stickoxid-Werte auf der Homburger Straße selbst mit dem zu erwartenden Besucherverkehr zum Badeparadieses unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter bleiben. Mallmann wies darauf hin, dass die Verkehrsprognosen für die Homburger Straße vor allem wegen der Quellenpark-Erschließung nach oben korrigiert worden seien: Von 17 600 zu erwartenden werktäglichen Fahrten auf 20 600. Deshalb gehe es nur noch im Stop-and-Go-Verkehr voran, wodurch sich die Luftbelastung deutlich steigere. Zudem sei 2014 der Dieselskandal noch nicht bekannt gewesen.

Gutachter Nagel wies darauf hin, dass die Daten zu Luftschadstoffen auf den von einem anderen Büro erhobenen Verkehrsdaten basierten. Bei den Luftschadstoffen würden 39 Mikrogramm erreicht, nicht aber der Grenzwert von 40 Mikrogramm. In der schriftlichen Stellungnahme zum Bebauungsplan heißt es, es würden die aktualisierte Verkehrsprognose und die aktualisierte Emissionsdatenbank berücksichtigt. Experten gingen davon aus, dass die Schadstoffemissionen für 2022 - dem voraussichtlichen Eröffnungsjahr des Kombibades - geringer ausfallen als jetzt. Das komme dadurch, dass sich die Kfz-Flotte weiterentwickele, indem ältere Fahrzeuge heraus- und neue hinzukämen, die weniger Schadstoffe ausstoßen.

Als Ausschussvorsitzender Jens Völker abstimmen ließ, waren nur die Koalition aus CDU und FDP sowie die Freien Wähler für die zweite Änderung des B-Plans, SPD und Grüne dagegen.



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