01. Februar 2019, 15:00 Uhr

Zum Hessentag

Millionen-Investition: Frankfurter Straße in Bad Vilbel soll attraktiver werden

5,5 Millionen Euro will Bad Vilbel in die Neu- und Umgestaltung der Frankfurter Straße stecken. Zum Hessentag soll der Fußgängerbereich in neuem Glanz erstrahlen. Nun wurden die Pläne vorgestellt.
01. Februar 2019, 15:00 Uhr
Bis zum Hessentag soll es in der Frankfurter Straße deutlich schöner werden. (Foto: dpg)

Gut ein halbes Jahr ist es her, dass Stadt und Planer die Ideen vorstellten. Nun ist das Konzept so weit gereift, dass in dieser Woche die Arbeiten an den ersten Bauabschnitten öffentlich ausgeschrieben würden, kündigt Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) an. Die Zeit drängt sehr: Schon im Juni 2020 werden mehr als eine Million Besucher zum Landesfest erwartet.

Klar ist schon jetzt: Das gesamte Konzept zum Attraktiveren der Innenstadtmeile lässt sich nicht rechtzeitig realisieren. »Allein schon, weil die Baulogistik sehr aufwendig ist«, erklärt Wysocki. Die Bauabschnitte könnten wegen der engen Straßen nur nacheinander erledigt werden. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität entlang der Einkaufsstraße zu erhöhen. Derzeit lade die Straße zu wenig zum Schlendern und Verweilen ein. Dabei sei solche Aufenthaltsqualität wichtig: »Damit sich der stationäre Handel gegen den Internethandel behaupten kann«, sagt Wysocki.

 

Parkplätze fallen weg

Zusätzlich zu den drei vorhandenen Plätzen sollen zwei kleinere Plätze als »Piazetta« geschaffen werden: einer am Abzweig Grüner Weg, einer an der Einmündung der Baugasse. Sitzmöglichkeiten und ein einheitliches Pflaster über die gesamte Fläche hinweg sollen einen neuen Platzcharakter schaffen, der Brunnen in der Baugasse wird integriert. An beiden Stellen fallen die Parkplätze weg, stattdessen gibt es Fahrradständer. In der Baugasse sollen drei Behindertenparkplätze erhalten bleiben.

Weniger Platz für Autos? SPD-Fraktionschef Christian Kühl wendet sich in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses des Stadtparlaments strikt dagegen, denn die Parkplatznot sei schon groß genug. Wysocki hält dagegen: Selbst der Gewerbering sei dafür. »Entweder wir erhalten Parkplätze, oder wir können die Plätze gestalten – beides zusammen geht nicht.« Deshalb hätten sich auch die Gewerbetreibenden für die Neugestaltung ausgesprochen. Mit den Parkhäusern am Niddaplatz sowie – nach deren Fertigstellung – an der Stadthalle gebe es auch genug Parkplätze in der Nähe. Umgestaltet werden sollen die fünf Stichwege von der Frankfurter Straße zur Nidda. Sie würden alle als »Shared Space« angelegt, erläutert der Erste Stadtrat. Das ist eine Straße ohne jede Verkehrsregelung oder Markierung, auf der alle gleichberechtigt unterwegs sind.

 

Neue Plätze entstehen

Erneuert werden sollen ebenfalls die Plätze am südlichen und nördlichen Ende der Einkaufszone. Der Marktplatz und der Bereich vor dem Alten Rathaus wird »aufgeräumt«, Sitzbänke kommen weg, ein Denkmal soll versetzt werden, drei Bäume fallen. Auch den Platz an der Rittergasse haben die Planer im Visier. Wann der umgebaut wird, ist aber laut Wysocki offen: Die Parkplätze gehörten zum dortigen Verbrauchermarkt, weshalb hier Ersatz gebraucht werde.

Alle übrigen Projekte bis zum Hessentag zu stemmen, sei ebenfalls nicht möglich:

Bis zum Landesfest sollen die »Piazetta« an der Baugasse und am Grünen Weg fertig werden, ebenso die Neugestaltung des Platzes am Alten Rathaus und die Neugestaltung des Schützenhofstraße. Bis Frühjahr 2020 soll außerdem der neue Uferweg am Altstadtufer der Nidda fertig sein – für zwei Millionen Euro. Erst nach dem Hessentag, aber bis Ende 2020 soll der Umbau von Wiesengasse, Hasengasse, Wasserweg und Schmiedsgasse laufen. 2021 solle dann das Pflaster auf der Frankfurter Straße und auf dem Markplatz in mehreren Bauabschnitten erneuert werden, sagt Wysocki. Statt Naturstein soll dort Betonpflaster verlegt werden – was strapazierfähiger sei und daher auch besser geeignet für die Last des täglichen Verkehrs. Dass einige Teile des Umbaus erst nach dem Hessentag erfolgen, sieht der Erste Stadtrat nicht als Nachteil an – im Gegenteil. Denn so werde das neue Pflaster nicht gleich durch die hohe Beanspruchung während des Landesfests beschädigt. Die attraktivere Gestaltung sei so langfristig ein Gewinn für die Bürger und Besucher.

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