19. Dezember 2017, 21:38 Uhr

Lichtermeer mit Symbol

19. Dezember 2017, 21:38 Uhr
Guido Rahn entfacht eine Kerze am Friedenslicht, das die Pfadfinderinnen Marie-Claire Poggenpohl und Jana Schläfer (r.) ins Rathaus bringen. (Foto: jsl)

Das Friedenslicht, eine kleine Flamme mit großer Bedeutung, ist wieder in Karben angekommen. Über 3500 Kilometer hat es an Bord eines Flugzeuges zurückgelegt. Am Montagnachmittag wurde es ins Foyer des Karbener Bürgerzentrums gebracht. Pünktlich am Tag nach dem dritten Advent. Zur Weihnachtszeit soll seine Botschaft in alle Häuser und Herzen einkehren: Frieden für alle Menschen, egal, wo sie leben. Jeder, der möchte, kann ab sofort bis Weihnachten daran sein eigenes Licht anzünden. Aufgestellt in Privathaushalten, Kirchengemeinden und sozialen Einrichtungen entsteht so ein unsichtbares Lichtermeer, dessen Symbolkraft unmissverständlich ist. Als eine von über 500 deutschen Städten beteiligt sich Karben an dieser Idee.

Der Ursprungsort der Flamme ist ein ganz besonderer: Bethlehem, die Geburtsgrotte unterhalb der byzantinischen Kirche. Genau der Ort, wo die Krippe mit dem Jesuskind gestanden hat. Dort wird das Friedenslicht seit 1986 von österreichischen Pfadfindern entzündet und anschließend mit dem Flugzeug nach Wien transportiert. Die Idee, die zunächst nur in Österreich blieb, erfasste Ende der 1980er Jahre beinahe ganz Europa. Seither wird das Friedenslicht am Vortag des dritten Adventssonntages an ausländische Pfadfinder-Delegationen verteilt.

Am Frankfurter Flughafen hatten es Mitglieder vom Stamm »Graue Adler« aus Petterweil in Empfang genommen. Zuerst durfte sich die evangelische Pfarrkirche in deren Heimatgemeinde über das weit gereiste Licht freuen. Am Montag übergaben es Marie-Claire Poggenpohl und Jana Schläfer, stellvertretend für alle Petterweiler Pfadfinder, schließlich in die Obhut des Rathauses.

»Unser diesjähriges Motto lautet: Auf dem Weg zum Frieden. Das ist aber gar nicht so einfach. Wir merken es jeden Tag in der Schule, auf der Arbeit, jeder für sich selbst«, sagte Poggenpohl. Dieses Licht solle möglichst viele Menschen verbinden. »Es soll ein klares Zeichen für den Frieden sein«, appellierte die Pfadfinderin vor den Gästen und Verwaltungsmitarbeitern, die das Licht im Rathaus empfingen.

Jana Schläfer erklärte, wie wichtig dieses Symbol gerade für die Pfadfinder-Bewegung sei. »Das Friedenslicht steht für alles, was unsere Organisation ausmacht. Besonders für ein friedvolles Miteinander. Deswegen unterstützen wir das Ziel jedes Jahr aufs Neue«, sagte die Stammesführerin.

Stille Friedensbotschaft

Bürgermeister Guido Rahn rief die Menschen dazu auf, nicht an den schlechten Nachrichten aus aller Welt zu verzweifeln. Man müsse gegen die Gewalt ankämpfen. »Als 1914 Deutsche und Franzosen in den Schützengräben an der Westfront ihre Waffen ruhen ließen und gemeinsam Weihnachten feierten, war das auch ein Friedensappell«, sagte er. »So etwas muss man aufgreifen. Waffen schaffen keinen Frieden.«

Musikalisch untermalt wurde die feierliche Übergabe von der Musikschule Bad Vilbel und Karben. Die 13-jährige Lilli Pirschel spielte auf der Querflöte Sonaten von Bach und Mozart und wurde dabei von ihrer Mutter Yuka am Klavier begleitet.

Noch bis zum Freitag können Karbener im Rathaus in der Zeit von 8 bis 12 Uhr ihr eigenes Licht an der Friedenskerze entzünden. Wenn das Rathaus geschlossen hat, gibt es eine weitere Chance, das Licht zu entfachen: Bei Simone Roßmus in ihrem Wäscheladen am Bürgerzentrum steht das Friedenslicht ebenfalls bereit.

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