27. März 2018, 19:00 Uhr

Auktionshaus

Kunst unterm Hammer

Sammeln ist eine Leidenschaft. Um besondere Kunst zu kaufen, treffen sich Kunstinteressierte im Auktionshaus Blank in Bad Vilbel. Hier werden 950 Design- und Kunstwerke versteigert.
27. März 2018, 19:00 Uhr

Bestimmt senkt Peter Hofmann den Auktionshammer. Zuschlag. Verkauft. Das Auktionsgewerbe mit Hammer und Bietertafel ist in Bad Vilbel noch präsent. Während der 161. Auktion hat das Auktionshaus Blank knapp 950 Artikel aus den Gebieten Kunst, Asiatika, Militaria und Schmuck angeboten.

Von außen ein unscheinbares Lagerhaus, bietet das seit 1989 in Bad Vilbel ansässige Auktionshaus im Innenraum ein Forum für Kunst-und Designobjekte. In Vitrinen sind Schmuck und Münzen zu sehen, an der Wand hängen Teppiche und moderne Kunst. Pistolen, und Spiegel fallen auf. In der Halle sitzen etwa 25 Personen, die ab und zu auf die Bietertafel und den Ausstellungskatalog schauen und auf ihre Chance warten. Andere Interessierte gehen durch die Gänge, werfen einen Blick in die Vitrinen mit ausgewähltem Porzellan oder fragen verschiedene Waren nach.

 

Werke von Günther Uecker

 

Geschäftsführer und Auktionator Peter Hofmann steht hinter einem Stehtisch und versteigert die verschiedenen Positionen. Orden, Grafiken, Möbel und Lampen sind darunter. Zu den Glanzlichtern der Frühjahrsauktion zählt Denijs Van Alsloots auf Holztafel gemalte »Winterlandschaft vor Kastell Tervuren« aus dem frühen 17. Jahrhundert. Das Gemälde in Öl, wird im besten Zustand und mit zugehöriger Expertise für 70 000 Euro angeboten. Werke des flämischen Meisters, dessen Landschaftsansichten oft als Bindeglied zwischen Manierismus und den moderneren Naturdarstellungen des 17. Jahrhundert angesehen werden, erzielten auf internationalen Auktionen wie bei Sotheby’s in London schon weit höhere Zuschläge.

Mit günstigeren Taxen versehen, sind Arbeiten zeitgenössischer deutscher Künstler. Das großformatige Gemälde »Camille« von Bruno Griesel, geht mit 4 900 Euro in die Auktion. Objektkünstler Günther Uecker ist mit mehreren Arbeiten vertreten. Ein »Nagelbild« von 1990, mit einzelnem Nagel auf Karton, steht für 800 Euro zum Verkauf.

Es gibt noch mehr zu entdecken, wie eine Stuhl-und Tischinstallation aus der Hand des Beuys-Schülers Anatol (Herzfeld). Sie zeichnet sich durch eine klare Linienführung aus. Im Bereich der Graphik liegt der Fokus auf der gedruckten Kunst des 20. Jahrhunderts. Schätze gibt es auch in der Uhrensparte zu entdecken sowie Hieb-, Stich- und Schusswaffen aus unterschiedlichsten Zeitepochen und Erdregionen.

Buddhistisches Gebetsamulett für 25 000 Euro

Ein absolutes Highlight von musealem Wert stellt ein aufklappbares buddhistisches Gebetsamulett, ein sogenanntes Gau mit überreichem Dekor dar, das im 18. Jahrhundert angefertigt worden ist. Der Aufrufpreis für die filigrane mit unzähligen Edelsteinen und Perlen besetzte Silberarbeit ist mit 25 000 Euro dotiert. Versteigert wurde auch eine kleine Anzahl an hochwertigen, teils antiken chinesischen Jade-Schnitzereien.

 

Vom Antikmarkt zur Auktion

 

»Für alle Auktionen gibt es Kataloge mit fachlich fundierten Texten und detaillierten Objektbeschreibungen«, sagt Emily Blank, Tochter des Firmengründers Reinhard Blank. Sie wird von Kunsthistorikerin Klara Chytka im Büro unterstützt. Reinhard Blank hat in jungen Jahren angefangen, Antiquitäten und Grafiken zu sammeln.

In den 1970er und 80er Jahren hat er Antik-Märkte betrieben. 1983 eröffnete er sein Geschäft in der Quellenstadt und führte ab 1989 ein Auktionshaus. Heute ist das Auktionshaus Arbeitgeber für drei Festangestellte und eine Honorarkraft. Von 1999 bis 2015 wirkte Blank als öffentlich vereidigter Auktionator für den Wetteraukreis.

Längst profitiert der Betrieb auch vom Internet. Auf der Homepage ist der gesamte Katalog mit den Angeboten samt Beschreibungen einzusehen. Auch auf international aufgestellten Webseiten ist das Angebot des Bad Vilbeler Auktionshauses zu sehen: www.autkitonshaus-blank.de oder auf dem Angebot: www.auctionet.com

 

 

Kurzinterview

Drei Fragen an Peter Hofmann

Was war das originellste oder teuerste Stück, das Sie je versteigert haben?

Peter Hofmann: In den letzten Monaten war das ein Krug von Pablo Picasso, der 30 000 Euro einbrachte. Die originellsten Stücke waren kleine Bronzefiguren aus privaten Nachlässen.

Sind Auktionen in Deutschland beliebt?

Hofmann: Sie werden immer beliebter und sind auch für Privatleute interessant. Dank des Internets sind die angebotenen Stücke online einsehbar.

Was macht für Sie den Reiz als Auktionator aus?

Hofmann: Ich habe mit Menschen zu tun. Der Verkauf und die Vielschichtigkeit der Angebote von Porzellan und Schmuck, bis hin zu Teppichen macht Spaß. (geo)

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