04. Oktober 2017, 20:14 Uhr

»Kunst ist Arbeit«

Rolf Theis ist ein vielseitiger Hobbykünstler. Sein Herz gehört nicht nur der Malerei, sondern auch der Bildenden Kunst. Er gestaltet gerne Skulpturen und Plastiken. Seit Gründung der Karbener Künstlerinitiative ist er dort engagiertes Mitglied. Und Theis ist oft deren Ideengeber.
04. Oktober 2017, 20:14 Uhr
»Impressionen von der Nidda« nennt Rolf Theis dieses Gemälde. Er malt nicht nur, sondern fertigt auch beispielsweise Bronzefiguren. (Fotos: sur)

K unst hat Rolf Theis schon immer interessiert, doch lange Zeit konnte er seinen Talenten nicht nachgehen, da über 25 Jahre die Selbstständigkeit im Textileinzelhandel seine Zeit in Anspruch nahm. Wann immer es jedoch vereinbar war, zeigte der gelernte Dekorateur seine Liebe zur gestalterischen Tätigkeit. Manchmal bei dem Entwerfen von Werbeprospekten oder -anzeigen, manchmal bei einer ansprechenden Gestaltung eines Verkaufsraums. Nachdem sich die Selbstständigkeit als nicht mehr erfolgversprechend erwies, entschied sich Theis, das Geschäft zu verkaufen und sich zum Jahrtausendwechsel zur Ruhe zu setzen. Seither hat der Geschäftsmann mehr Zeit für die Kunst. Als Kunstinteressierter hat Theis schon immer viele Ausstellungen besucht und manche Idee an der Leinwand in kreativer Arbeit umgesetzt. Dabei sind Bilder jedoch nur ein Teil seiner Werke. Auch mit Plastiken und Bronzefiguren setzt Theis gestalterisch neue Akzente. Für das Arbeiten mit Bronze gönnte sich der Autodidakt jedoch eine spezielle Fortbildung. Bei der Karbener Künstlerinitiative ist Rolf Theis seit der Gründung dabei. Er betont, dass er eines derjenigen Vereinsmitglieder ist, die immer Zeit haben. Als »Un-Ruheständler« werde er auch ab und an verdonnert, diese oder jene Aufgabe zu übernehmen, schmunzelt Theis. Und räumt sogleich ein, dass so manche Aufgabe auch auf seine eigenen Ideen zurückzuführen ist. So glänzten die 3. Karbener Kunsttage im September mit einem eigens gestalteten »Wasserpavillon« am Eingang. Die Idee für einen eigenständigen Bereich für das Motto der Kunsttage, »Kunst an der Quelle«, stammte von Theis selbst, der dann auch die Konstruktion entwarf und diese mithilfe von Kunstkollegen in arbeitsintensiven Stunden zusammennagelte.

Für Theis ist eines klar: »Kunst ist Arbeit.« Und zudem sei es ein Hobby, denn Kunst koste in der Regel mehr, als der Künstler verdiene. Wenn sich doch ein Kunstliebhaber finde, dann stellt für ihn der Verkauf seiner Werke vor allem Anerkennung dar. Besonders begeistert ist Theis, wenn sich eine Gelegenheit ergibt, gemeinsam mit Kindern Kunst zu gestalten. Als vor einigen Jahren im eigenen Garten ein Baum gefällt wurdet, folgte er einer spontanen Idee und gestaltete mit den Kindern aus der Nachbarschaft aus Ästen und Astgabeln bunt bemalte Figuren. Heraus kamen die unterschiedlichsten Ideen, wie eine auf hohen Beinen staksende Giraffe, aber auch Figurengruppen wie eine ganze Familie. »Das hat richtig Spaß gemacht«, so Theis mit Stolz. Für die Zukunft hofft auf das eine oder andere größere Projekt, das Sponsoren wie die Stadt Karben findet. Als konkrete Vereinbarung steht bereits die Umgestaltung des Fahrstuhls im Rathaus an. Es beteiligen sich natürlich wieder verschiedene Künstler, doch das gemeinsame Schaffen, Entwickeln, Ideen gebären, lässt Theis schon in Vorfreude das Herz aufgehen. Er wünscht sich weitere Projekte, die ein wenig größer ausfallen, wie die Gestaltung von Plätzen oder Grünanlagen.

Sein privates Projekt ist eine Idee, die seiner Leidenschaft, Boule zu spielen, entstammt. Seit einiger Zeit spuke ihm der Gedanke im Kopf, zu dem Thema ein Bild zu malen. Somit wird sein Ruhestand wohl weiter ein produktiver »Un-Ruhestand« bleiben.

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