30. Juli 2019, 20:23 Uhr

Kreative Rollenspiele im Trend

Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. Dieser Satz des Physikers Albert Einstein drückt das aus, um was es beim Karbener Kinderplanet geht. Fantasie steht auch dieses Jahr wieder im Mittelpunkt der Veranstaltung. Viel Fantasie und Originalität hat auch das Team rund um den Theaterpädagogen Michael Langenbach bewiesen, der Regie führt.
30. Juli 2019, 20:23 Uhr
Mit der Fantasie der Kinder und der Organisation des Teams wird aus der Geschichte ein beeindruckendes Schauspiel. (Foto: Georgia Lori)

Theaterpädagoge Michael Langenbach spricht von einem gut vorbereiteten Seminar mit Teamern im Vorfeld des Karbener Kinderplaneten. Jedes Jahr wird eine Geschichte neu erarbeitet, mit Angeboten für die Völker. Bei dem Live-Rollenspiel stellen die Spieler ihre Spielfigur physisch selbst dar. Das erfordert Leidenschaft am Spiel und Teamfähigkeit.

Interaktiv ein Abenteuer zu erleben und eine Geschichte zu lösen, das kommt bei den Karbener Kindern gut an. Der Kinderplanet ist ihre Welt und deshalb gibt es jedes Jahr eine neue Geschichte. In der aktuellen Geschichte »Die transylvanische Verwandte« spielen die drei Völker der Vampire, Werwölfe und Magier eine große Rolle.

»Das Ganze spielt in einer Fantasiewelt. Zwischen den Völkern wurde ein Friedensvertrag geschlossen, der alle 100 Jahre erneuert wird. Ein aus drei Artefakten geschmiedeter Pokal wird dabei an ein entsprechendes Volk weitergeleitet, das diesen Pokal hütet. Doch dann taucht eine alte Vampirin auf, die ihre eigenen Interessen verfolgt«, skizziert Langenbach die Geschichte.

Die Geschichten werden jedes Jahr bereits ab Januar frei oder nach literarischen Vorlagen entwickelt. Erstmals wurde der Karbener Kinderplanet im Jahr 1998 vorgestellt und hat sich seitdem fortlaufend mit einer eigenen Dynamik entwickelt.

Die zehn ehrenamtlich Beteiligten kaufen ihre Kostüme selbst. In diesem Jahr nehmen 320 Kinder in der ersten Woche und 380 Kinder in der zweiten Woche teil. Die Sechs- bis 13-Jährigen reisen mit Bussen aus allen Stadtteilen an.

Stadträtin Heike Liebel, zuständig für die Jugendarbeit und Schulsozialarbeit, spricht bei der Veranstaltung von einer starken logistischen Leistung bei jedem Wetter. »Ausgefallen ist die Veranstaltung noch nie. Auch nicht bei hohen Temperaturen oder Regen. Die Eltern verlassen sich auf uns und fiebern der Veranstaltung jedes Jahr entgegen«, hält sie fest. Das Mittagessen mit Nachtisch wird seit Jahren vom Berufsbildungswerk Südhessen (Bbw) angeliefert. Liebel, die seit zweieinhalb Jahren zuständige Stadträtin ist, erinnert sich mit Freude daran, dass auch ihre Kinder schon an der Veranstaltung teilgenommen haben. »Das ist ein Leuchtturmprojekt in der Wetterau mit sehr engagierten Mitarbeitern. Das Team arbeitet schon sehr lange zusammen und inszeniert jedes Jahr eine tolle Geschichte«, sagt sie. Die Stadt Karben unterstütze das Projekt als Träger in finanzieller Hinsicht. Nachdem die Völker am ersten Tag eingeteilt wurden und Aufgaben erhielten, wird die Geschichte nun täglich weiterentwickelt, immer beginnend mit einer Einleitungsshow. Die Kinder werden von 50 Helfern betreut. In diesem Jahr standen sogar fünf Betreuer auf der Warteliste. »Spielformen gab es schon immer in der Geschichte der Menschheit. Diese Geschichte ist der zeitgemäße Ausdruck einer Spielform, bei der Menschen Charaktere entwickeln«, fasst Langenbach zusammen.

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