06. Juni 2019, 11:00 Uhr

Tariferhöhung

Kita-Gebühren steigen um drei Prozent

Weil das Gehalt der Erzieherinnen steigt, steigen ab August die Gebühren für die Karbener Kitaplätze.
06. Juni 2019, 11:00 Uhr
Eltern müssen ab August für die Kinderbetreuung drei Prozent mehr zahlen. Die Stadt gibt damit die Tariferhöhung für das Kita-Personal weiter. (Symbolfoto: dpa)

Die Stadt Karben lässt sich die Kinderbetreuung einiges kosten. Von 2013 bis 2018 stieg der sogenannte bereinigte Aufwand um rund 2,4 Millionen auf knapp 6,2 Millionen Euro. Jedoch klaffen Einnahmen und Ausgaben immer weiter auseinander, wie Bürgermeister Guido Rahn (CDU) während der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Kultur (JSK) deutlich machte.

Normalerweise müssen Stadt und Eltern diese Kosten ausgleichen. Das tun sie aber nicht mehr. Und dafür gibt es Gründe. Kurz vor den letzten Bundestagswahlen hatte die hessische Landesregierung entschieden, die ersten sechs Stunden Kinderbetreuung in den Kitas gebührenfrei zu stellen. Schon als das bekannt wurde, hatte das Karbener Stadtoberhaupt auf die Euphoriebremse getreten. Denn das Land erstattet den Kommunen weit weniger Geld, als sie Aufwand haben. Und so gibt es pro Kind, das betreut wird, rund 136 Euro vom Land Hessen als Zuschuss. Einzig das Mittagessen und die gebuchten Zusatzleistungen und -module müssen die Eltern noch bezahlen. Also die Leistungen, die nach der gebührenfreien Zeit von 6.45 bis 12.45 Uhr anfallen.

Da sich so neue Abrechnungen ergeben hatten, hatte die Stadt zu Beginn des laufenden Kita-Jahres 2018 darauf verzichtet, die Gebühren anzuheben. »Wir wollten zunächst einmal sehen, wie sich das Ganze entwickelt«, sagte der Bürgermeister jetzt einleitend in der JSK-Sitzung.

Kosten nicht gedeckt

Wie sich das entwickelt hat, konnten die Ausschussmitglieder anhand der an die Wand projizierten Daten ablesen. Der Kostendeckungsgrad seitens der Eltern sank von 20,0 auf 15,2 Prozent. Die Landeszuschüsse stiegen zwar von 17,9 auf 20,6 Prozent. Das Land zahlt also mehr, die Eltern weniger. Was für die Eltern günstig ist, führt bei der Stadt jedoch summa summarum zu einem Kostendeckungsgrad von nur rund 36 Prozent.

Das alles wird aber nicht mehr reichen, weil für das Kita-Personal seit 2018 ein neuer Tarifvertrag gilt. Bei einer 30-monatigen Laufzeit erhalten die Erzieherinnen rund drei Prozent mehr Gehalt. Diese drei Prozent will die Stadt ab dem neuen Kita-Jahr im August 2019 an die Eltern weitergeben. »Wir finden, dass das fair ist«, sagte Rahn. Er berichtete, dass man im Mai dem Stadtelternbeirat das vorgeschlagen habe und man einverstanden gewesen sei. »Es gab keine Negativstimmen«, heißt es in der Vorlage für die Stadtverordneten.

Gleichwohl gab es in der Ausschusssitzung Fragen. Bei deren Beantwortung durch Rahn und die Fachdienstleiterin Heike Herrmann stellte sich heraus, dass das Land lediglich die belegten Plätze bezuschusst. »Für die Plätze, die wir vorhalten müssen, kriegen wir nichts«, so Rahn. Auf die verwunderten Fragen der Ausschussmitglieder, warum dies so sei, erklärte Rahn, beim Land liefen alle Statistiken ab März. Im Klartext bedeutet dies aber: Die Stadt erhält vom Land weit weniger Geld, als ihr bei Zugrundelegung der vorzuhaltenden Platzzahl zustünden. Hinzu kommt, dass das Land einen Betrag überweist. Die Stadt muss Teile des Geldes noch an die freien und kirchlichen Kita-Träger abführen. Zurzeit sei unklar, wie viel das ausmache.

Die Ausschussmitglieder zeigten sich trotz der vielen Unbekannten einstimmig mit der Erhöhung einverstanden. Einige Fragezeichen bleiben dennoch. Weil niemand weiß, wie sich im laufenden und zu Beginn des neuen Kita-Jahres die Einnahmen gestalten. Ausschussvorsitzende Sabine Helwig (CDU) mahnte eine »Schlussrechnung« an.

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