20. Dezember 2017, 10:00 Uhr

Kerzenwerkstatt

Kinder tauchen Bienenwachskerzen selbst

In der Kerzenwerkstatt im Dottenfelderhofs in Gronau werden dieser Tage Kinder zu kleinen Handwerkern. Es duftet nach Bienenwachs.Viele Kinder kommen, um Geschenke zu basteln.
20. Dezember 2017, 10:00 Uhr

Beim Betreten des Hof-Cafés liegt ein ganz besonderer Duft in der Luft. Ein Duft von Natur, Ursprünglichkeit, aber irgendwie auch weihnachtlich und gemütlich. Überall zeugen dunkelgelbe Kerzen unterschiedlicher Größen und Formen von dem Handwerk, das hier betrieben wird. Verschiedene Honigsorten und beeindruckende natürliche Bienenwaben zum Anfassen runden das Bild ab. Es dauert nicht lange, bis die ersten Kinder sich schüchtern dem großen Topf mit dem geschmolzenen Bienenwachs nähern. »Ihr taucht den Docht in das Wachs ein und zählt 1, 2, 3«, erklärt Robert Friedrich. Anschließend laufen die Nachwuchskerzenhersteller zu der kleinen Igelpuppe in der anderen Ecke des Raumes und »fragen«, ob das frische Wachs schon getrocknet ist. Danach geht es wieder zurück zum Wachstopf, die nächste Schicht Wachs auftragen: »1, 2, 3.« 20 Minuten dauert es in etwa, bis eine Kerze, egal ob »kerzengerade« oder in Korkenzieherform, fertiggestellt ist.

Die Imker Robert Friedrich und Susanne Weirich betreiben seit Jahren die Demeter-Imkerei am Dottenfelderhof. Sie betreuen Bienen in Waldorfschulen, bei Unternehmen und Privatpersonen, Winzern, Landwirten und Obstbauern. Sie veranstalten Seminare, betreuen Praktikanten und junge Menschen im freiwilligen ökologischen Jahr, veranstalten Führungen und bilden zukünftige Imker aus. Einmal im Jahr sind sie zusammen mit zwei weiteren Mitarbeitern hauptsächlich in der Kerzenwerkstatt im Hof-Café auf dem Dottenfelderhof zu finden.

Angebot für Schulklassen und Kindergeburtstage

Von Anfang November bis Weihnachten gibt es die Möglichkeit, eigene Bienenwachskerzen herzustellen und dabei auch das eine oder andere spannende Detail aus dem umfassenden Wissen der Bienenexperten aufzuschnappen. Eine Anmeldung ist für einzelne Gäste und Familien nicht nötig. »Häufig kommen aber auch Schulklassen, Kindergartengruppen und Geburtstagsgäste zu uns in die Kerzenwerkstatt. Samstags ist es hier wie zu erwarten sehr voll. Unter der Woche vormittags und nachmittags dagegen etwas entspannter«, erzählt Friedrich.

Dem Bienenexperten, der in einem früheren Leben einmal Berufsfotograf war, liegt es besonders am Herzen, dieses ursprüngliche Handwerk am Leben zu erhalten und »erlebbar« zu machen. »Es ist faszinierend, aus dem Nichts Dinge wie diese Bienenwachskerzen entstehen zu lassen«, sagt er. »Ich finde es gerade in der heutigen, von der Technologie dominierten Zeit sehr wichtig, auch solche Werte und Tätigkeiten zu vermitteln.«

20 Bienenvölker

Seit vielen Jahren werden auf dem Dottenfelderhof Bienen gehalten und liefern den Honig. Derzeit leben dort etwa 20 Bienenvölker. Sämtliche ökologische Richtlinien zur Bienenhaltung werden eingehalten. Die Völker können sich hier im Einklang mit der Natur frei vermehren, verrät der Imker. Gleichzeitig versuchen die Mitarbeiter, die die Bienen betreuen, den Organismus Bienenvolk besser zu verstehen und so eine artgerechtere Betreuung gewährleisten zu können. Ziel sei es, die Lebensgewohnheiten der Bienenvölker zu respektieren. Das Wachs für die Kerzen beziehen Friedrich und Kollegen auch von anderen Höfen. »Eine Wabe liefert etwa 500 Gramm Wachs. Für eine Kerze werden etwa 80 Gramm Wachs benötigt. Daher kaufen wir das Wachs auch von anderen Erzeugern ein.«

Nachdem die Kinder fleißig das Wachs Schicht für Schicht aufgetragen haben, erhalten sie ihre eigens hergestellte Kerze eingewickelt in buntes Papier und nehmen sie mit nach Hause. Ab und zu halten sie die Kerze an die Nase und schnuppern den besonderen Duft.

Kerzenwerkstatt hat bis Freitag, 23. Dezember geöffnet

In der Kerzenwerkstatt können noch bis zum Samstag, 23. Dezember, während der Öffnungszeiten des Hof-Cafés Bienenwachskerzen hergestellt werden. Eine Kerze kann zum Preis von 3 Euro (klein) und 5 Euro (groß) selbst getaucht werden.

 

Infokasten

Wie Bienenwachs entsteht

Ein Bienenvolk ist ein komplexer Organismus, der aus Königin, Arbeiterin, Drohnen, Propolis, Pollen, Nachkommenschaft, Honig und Wachswaben besteht. Das Bienenwachs wird nach dem Verzehr großer Mengen Honig von den Bienen ausgeschwitzt und für die Herstellung ihrer Waben verwendet, die als Kinderstube, Schlaf- und Vorratskammer dienen. Durch Ausschmelzen der leeren Waben mit heißem Wasser wird das Wachs gewonnen. Die Farbe des Wachses ist dabei abhängig vom verwendeten Pollenöl, wohingegen der Duft maßgeblich vom Honig bestimmt wird. (bf)

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