03. Februar 2018, 18:00 Uhr

Marodes Gemeindehaus

Im Gemeindehaus tropft’s durch die Decke

Es ist noch nicht lange her, da hat die evangelische Kirchengemeinde Okarben ihr Gotteshaus saniert. Jetzt muss sie sich mit ihrem maroden Gemeindehaus befassen. Ist es noch zu retten?
03. Februar 2018, 18:00 Uhr
Das Okarbener evangelische Gemeindezentrum ist marode. Droht der Abriss? (Foto: pe)

Wenn die Okarbener Senioren ins Gemeindezentrum kommen, sitzen sie beim Kaffeenachmittag schon mal in Jacke oder Mantel. Denn obwohl das Haus geheizt ist, wird es vielen nicht recht warm. Das liegt an den undichten Fenstern. »Hier zieht es durch«, deutet Elke Kaiser vom Kirchenvorstand auf die Konstruktion mit dem dunklen Holzrahmen. Und wenn mal jemand mit Rollator auf die Toilette müsse, brauche er Hilfe. »Durch diese Tür passt weder ein Rollator noch ein Rollstuhl«, zeigt Kaiser auf die WC-Tür nahe dem Eingang. »Und warmes Wasser gibt es auch nicht.« Kirchenvorstandsvorsitzender Walter Donges sagt: »Die Toiletten des Gemeindehauses sind ein Ort, an dem man sich nicht gerne aufhält.« Wie auch: Es geht eng zu, die sanitären Einrichtungen sind fast vier Jahrzehnte alt. Von Barrierefreiheit keine Spur.

Fußboden schon dreimal abgeschliffen

Im Saal zeigt Elke Kaiser auf den Fußboden: »Der ist schon dreimal abgeschliffen worden.« Dann deutet sie nach oben: »In den Lampen hat schon das Wasser gestanden.« Ihr Mann Armin ist im Gemeindezentrum ehrenamtlich Hausmeister. Er kennt die ganzen Mängel in dem Haus Am Römerkastell. Sie und Donges berichten, dass das Dach immer mal wieder undicht sei. »Wir hatten schon Wassereimer unter der Decke hängen.« Die Kaisers wissen, woran das liegt. An den drei schrägen Aufbauten, an denen sich die Schindeln längst nach oben gewellt haben. »Wenn es windig ist und es regnet, läuft das Wasser durch.«

Hinzu kommen große, alte und ineffektive Heizkörper. Und einen »richtigen« Durchgang zum Gemeindegarten vermissen die Gemeindemitglieder ebenfalls. »Es gibt nur eine kleine Tür, durch die kriegen wir aber nicht mal einen Tisch durch.«

Mängel sind der Amtskirche seit langem bekannt

Die Mängel sind seit langem bekannt. Vorstandsvorsitzender Donges wurde nach eigenen Angaben »nicht müde«, den Offiziellen der Amtskirche, die anlässlich der Gotteshausrenovierung in Okarben waren, die Mängel zu schildern. Das scheint jetzt zu fruchten. In der Kirchenversammlung am morgigen Sonntag nach dem Gottesdienst wollen die Verantwortlichen noch einmal die Mängel schildern und die Gemeindemitglieder auf die nächste Baustelle einstimmen. Die Evangelische Kirche Hessen-Nassau hat einen Architekten beauftragt, der die Mängel systematisch aufnehmen soll. Dann muss die Amtskirche eine Entscheidung treffen, die Donges gegenüber der WZ so beschreibt: »Entweder es wird renoviert oder neu gebaut.« Wobei dem Kirchenvorstand die Renovierung lieber sei. Der Grund ist einfach. Als das Gemeindezentrum in den Siebziger Jahren errichtet wurde, zählte die evangelische Gemeinde Okarben noch 1500 Schäfchen, jetzt sind es gerade mal 1000. »Weil die Größe von neuen Gemeindehäusern nach der Mitgliederzahl richtet, würden wir wohl ein neues Haus mit dann weniger Platz bekommen«, sagt Donges. Was Sanierung oder Neubau kosten, soll der Architekt jetzt ermitteln. Im Laufe des Jahres sollen die Gemeindemitglieder Konkreteres erfahren.

Info

Spenden erwünscht

In der Versammlung sollen die Gemeindemitglieder darauf eingestimmt werden, dass sie wieder spenden sollen. »Einen gewissen Eigenanteil werden wir tragen müssen.« Wer jetzt schon spenden will, kann dies unter der Angabe eine Stichwortes auf das Konto DE97 5185 0079 0116 0032 44 bei der Sparkasse Oberhessen. (pe)

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