Bad Vilbel & Karben

Im Dunkeln zu Problempunkten

Das Interesse an der jüngsten Stadtteilbegehung des Ortsbeirats Groß-Karben war gering. Bei nicht einmal zehn Grad und hereinbrechender Dunkelheit machten sich die Stadtteilpolitiker mit Erstem Stadtrat Friedrich Schwaab zu den aus ihrer Sicht gesehenen Problempunkten. Und das waren einige.
22. Februar 2019, 19:23 Uhr
Holger Pegelow
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Begehung in der Dämmerung: Die Mitglieder des Groß-Karbener Ortsbeirats sowie die Stadträte hier im Neubaugebiet am ehemaligen KSG-Sportgelände. (Foto: Pegelow)

Das Interesse an der jüngsten Stadtteilbegehung des Ortsbeirats Groß-Karben war gering. Bei nicht einmal zehn Grad und hereinbrechender Dunkelheit machten sich die Stadtteilpolitiker mit Erstem Stadtrat Friedrich Schwaab zu den aus ihrer Sicht gesehenen Problempunkten. Und das waren einige.

Eigentlich hätte Ortsvorsteher Gerd Hermanns (CDU) die Reihenfolge der Ortsbegehung anders festlegen müssen. Denn als sich die fünf Mitglieder des Stadtteilgremiums mit Erstem Stadtrat Friedrich Schwaab sowie einer Bürgerin und zwei CDU-Vorstandsfrauen trafen, gab es noch Restlicht. Dabei hätten die Stadtteilvertreter dem Magistratsmitglied rund eine Dreiviertelstunde später besser zeigen können, wie dunkel der Parkplatz am Hessenring ist. Dort fehlt nämlich eine Lampe. Die hatte das Stadtteilgremium vor Monaten schon beantragt. Installliert worden ist sie noch nicht. Worüber sich alle ärgern, wie sie kundtaten.

»Hier kommen abends auch Reisebusse an, und die Leute gehen im Dunkeln zu ihren Autos oder über den Parkplatz nach Hause«, schilderte Hermanns die Situation. Das sei nicht zumutbar. Die Stadtteilpolitiker hätten eigentlich einen Vertreter aus dem Fachdienst Tiefbau erwartet oder von der Ovag.

Denn der Wetterauer Stromversorger soll für eine hohe, nach zwei Seiten strahlende Lampe sorgen. »Die könnte dort angeschlossen werden, wo jetzt die Stromtankstelle steht, und die steht neben dem Trafohäuschen.« Davon ausgehend wäre mit einer kurzen Leitung auch die Lampe zu installieren.

Zweiter Ort der Begehung: die Straße Am Park. Dort gibt es ein Straßenstück, das nicht asphaltiert ist und bei Regen einer Matschstrecke gleicht. Zudem wurde der Poller entfernt, sodass nun dort auch Autos durchfahren. Die Forderung der Beiräte: Wiedereinsetzen des Pollers und Verbesserung des Straßenstück.

Der Schnellste fährt 96 km/h

Als die Dunkelheit schon hereingebrochen war, kamen die Begeher auf dem Friedhof an. Dort erläuterte Christel Zobeley (SPD) Kritikpunkte (Bericht folgt). Zu erkennen war jedoch nichts.

Während der sich anschließenden Sitzung wurden diverse offene Punkte angesprochen. So zum Beispiel die Forderung nach seniorengerechten Sitzbänken. Zobeley monierte, dass die Betonbänke an den Nidda-Terrassen hinter dem Bürgerzentrum für Senioren nicht geeignet seien. Der Erste Stadtrat kündigte an, die Detailpläne für die Gestaltung der Nidda-Terrassen und der Uferwege würden in einer Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Infrastruktur vorgestellt. Dazu sollen auch die Ortsbeiräte von Groß- und Klein-Karben eingeladen werden.

Moniert wurde des Weiteren, dass eine Beschilderung ins Neubaugebiet Am Kalkofen fehle. Zudem seien die versprochenen Legendenschilder etwa für den Lindenplatz, den Kreuzgassbrunnen, den Dallesplatz und vor den beiden Schlössern noch nicht angebracht worden. Schwaab sagte zu, dass dies in einem Rutsch geschehen solle. Später befasste sich das Gremium mit dem Text für die Tafel am Dallesplatz, an dem aber noch einmal gearbeitet werden soll, bevor er in die Verwaltung geschickt wird.

Schon während der Begehung hatten die Beiräte festgestellt, wie viel Autoverkehr trotz der Nordumgehung noch durch den alten Ortskern Groß-Karbens fließt. Später lieferte der Stadtrat die Daten dazu: 40 000 Fahrzeuge seien an zwei Tagen gezählt worden. Ende November und um den Jahreswechsel hatten die städtische Hilfspolizisten am Ortseingang von Burg-Gräfenrode her kommend geblitzt. Dabei stellte sich laut Stadtrat heraus dass 85 Prozent der Autofahrer bis zu 52 Stundenkilometer schnell fahren. Einer sei allerdings mit Tempo 96 in den Ort gefahren.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/badvilbelkarben/Bad-Vilbel-Karben-Im-Dunkeln-zu-Problempunkten;art469,556027

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