14. Mai 2019, 20:51 Uhr

Ideen sammeln für Vilbels Mitte

Der Magistrat treibt die Entwicklung der Bad Vilbeler Innenstadt weiter voran. Das Planungsbüro Firu hat für ihn die Stärken und Schwächen des Areals rund um die Frankfurter Straße analysiert. Eingeflossen sind auch Anregungen der Bürger. Sie waren am Montag nun erneut gefragt. In einem Workshop sollten sie helfen, weitere Maßnahmen für Vilbels Mitte auszutüfteln. Mehrere Eckpunkte standen bereits vor dem Termin fest.
14. Mai 2019, 20:51 Uhr
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Von Alexander Gottschalk
Die Beteiligung beim ISEK-Bürgerworkshop ist groß. Es geht um nichts Geringeres, als die Frage, wie sich die Innenstadt in Zukunft entwickeln soll. (Foto: Alexander Gottschalk)

Das Planungsbüro Firu hat seine erste Analyse zur Bad Vilbeler Innenstadt abgeschlossen. Die Ergebnisse stellte das Unternehmen aus Kaiserslautern am Montag bei einer öffentlichen Veranstaltung in der Stadtbibliothek vor. Im Anschluss hatte das Publikum die Gelegenheit, in einem dreiteiligen Workshop seine Ideen zur Entwicklung der Stadtmitte in den Themenbereichen Verkehr, Grünanlagen und Leben in der Innenstadt einzubringen.

»Der Redebedarf war groß«, bilanziert Anika Rothfuchs. Die Ingenieurin gehört zu dem vierköpfigen Team, das im Auftrag des Bad Vilbeler Magistrats an einem integrierten Stadtentwicklungskonzept, kurz ISEK, arbeitet. Dabei handelt es sich um eine Art Planspiel, das für bis zu zehn Jahre in einem abgesteckten Projektbereich alle städteplanerischen Veränderungen vorzeichnet - seien es neue Parkbänke oder gleich ein komplett neuer Park.

Kommunen ermutigen

Ziel ist es, im ISEK Maßnahmen festzulegen, die im Sinne des Landesförderprogrammes »Aktive Kernbereiche« förderfähig sind, für die die Stadt also mit einer Teilfinanzierung von Land und Bund rechnen kann. Das Förderprogramm soll Kommunen ermutigen, in ihre Ortszentren zu investieren, um diese nachhaltig zu beleben.

In der Quellenstadt erstreckt sich der Förderbereich grob vom Kurpark bis zum Biwer-Kreisel mit Frankfurter Straße, Nidda-platz und dem Alten Rathaus. In den vergangenen Monat hat Firu eine Bestandsaufnahme des Gebiets gemacht, also Stärken und Schwächen erörtert. Dafür habe man Schlüsselgespräche mit Einzelhändlern geführt, statistische Daten zu Verkehr und Demografie ausgewertet und die Situation bei Ortsterminen begutachtet, erklärt Rothfuchs. Entscheidend für die Analyse der Stadtplaner sei außerdem der erste Bürgerdialog im Februar gewesen.

Damals wurden alle Bad Vilbeler aufgefordert, mitzuteilen, wo sie in der Innenstadt Handlungsbedarf sehen und was ihnen wichtig ist (wir berichteten). Die Bürgerbeteiligung spielt beim ISEK eine große Rolle. Auch wenn, wie Rothfuchs betont, einige Eckpunkte, an denen man sich orientieren muss, schon unabänderlich feststünden, etwa der Stadthallenbau oder der barrierefreie Ausbau des Südbahnhofs. Auch innerhalb des Stadtentwicklungskonzept gebe es Maßnahmen, »die auf jeden Fall ins ISEK müssen«, wie Rothfuch erklärt, darunter ein neu anzulegender Kurgarten und mehrere Fahrradwege.

»Aus unserer Analyse haben wir drei Handlungsfeldern herausgearbeitet, wo der Schuh am meisten drückt: Verkehr, Grün und Freibereiche und Leben in der Innenstadt«, beschreibt Rothfuch. »Hier wollen wir die Stärken der Stadt weiter ausbauen und die Schwächen damit ausgleichen.« Manch grundlegendes Problem könne aber auch das ISEK nicht beheben, beispielsweise die dichte Bebauung.

Am Montag sollten die Bürger, denen die Stärken und Schwächen von Vilbels Mitte vorgestellt wurden, auf dieser Basis ihre Änderungswünsche einbringen. 50 Bürger waren dem Aufruf des Planungsbüros gefolgt. In Kleingruppen hatten sie immer 30 Minuten Zeit, um zu einem der Themenbereiche zu diskutieren. Auch Kulturamtschef Claus-Günther Kunzmann und Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) waren gekommen, um Rede und Antwort zu stehen.

Die Ergebnisse der Workshops kann Firu aber noch nicht präsentieren. Dafür sei es noch zu früh, erklärt Anika Rothfuchs . Aber: »Wir sind zufrieden. Es gab eine rege Diskussion und gutes Feedback.« Als Anregung habe sie beispielsweise mitgenommen, dass man beim Bau des Nidda-Radweges die Verkehrslenkung verbessern könnte, indem Durchfahrtsverkehr auf der stadtferne Seite geführt würde. »Es wird aber kein Leichtes, die vielen unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen.

Die Zeit drängt

In einem nächsten Schritt arbeitet das Planungsbüro für jede Maßnahme einen Steckbrief aus, inklusive Kosten. Einen weiteren Bürgerworkshop wird es zwar nicht mehr geben, aber eine Informationsveranstaltung. Spätestens im Herbst soll die sein, verrät Rothfuchs. Im November soll das Stadtparlament das ISEK beschlossen haben. Die Zeit drängt. Schließlich wollen einige Vorhaben, wie der Bau der Lehr- und Naturpfade, teils schon vor dem Hessentag umgesetzt werden.

In den nächsten Wochen wird die Stadt aber erst mal verkünden, wer in die lokale Partnerschaft des Fördergebiets einzieht. Das ist eine Art Rat, der an allen zukünftigen Entscheidungen zur Innenstadt teilhaben soll. Bewerben konnten sich Privatpersonen genauso wie Gewerbetreibende. Eine erste Sitzung soll noch vor der Parlamentsabstimmung über ISEK folgen.



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