22. August 2018, 20:17 Uhr

Ideen fürs Brunnenquartier gesucht

Die Stadt treibt die Planung für das letzte größere freie Areal im Karbener Zentrum voran. Deshalb will sie Planungsbüros dazu auffordern, Vorschläge zur Bebauung des »Brunnenquartiers« einzureichen.
22. August 2018, 20:17 Uhr
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Von Holger Pegelow
Das letzte freie Areal im Karbener Stadtzentrum soll bebaut werden. Darüber, wie das geschehen soll, sollen sich einige Planungsbüros Gedanken machen. (Fotos: pe/Archiv)

Das Karbener Stadtzentrum nimmt Gestalt an. Im künftigen Wohngebiet am Taunusbrunnen heben Bagger die Gruben aus, auf dem schräg gegenüberliegenden Dreiecksgrundstück entstehen drei Kom- plexe für Geschäfte, Gastronomie, Hotel und Wohnen. Nachdem auch die Grundstücke am City-Kreisel bebaut sind, fehlt jetzt nur noch ein Areal: das entlang der Brunnenstraße. Für das sogenannte Brunnenquartier möchte die Stadt jetzt die Planungen vorantreiben. Der Leiter des Fachdienstes Bauen, Heiko Heinzel, will dazu ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren einleiten. »Dabei sind Planungsbüros aufgerufen, Vorschläge für Gestaltung und Bebauung des Areals zu machen«, erläuterte Heinzel im Ausschuss für Stadtplanung und Infrastruktur (S+I).

Knapp 7,9 Hektar groß ist das gesamte Areal, 80 Prozent davon sind nach Angaben von Bürgermeister Guido Rahn im Besitz der Stadt oder der Hessischen Landgesellschaft. Die Verhandlungen um die letzten Grundstücke gestalteten sich aber »schwierig«, weil deren Eigentümer »unerfüllbare Preisvorstellungen« hätten. »Aber wir können notfalls auch in zwei Schritten bebauen.«

Heinzel erläuterte die Bedingungen für das Verfahren, mit dem ein städtebaulicher Rahmenplan erarbeitet werden soll. Dort hinein würden die Vorgaben der Stadt geschrieben, also etwa, den geplanten großen Grünzug von der Nidda bis ins Stadtzentrum einzubeziehen (»hohe Aufenthaltsqualität«). Auch sei dort keine Einfamilienhausbebauung vorgesehen. Stattdessen würde die Stadt an dieser Stelle gerne seniorengerechte Wohneineiten sehen. »Denn der Druck auf Seniorenwohnungen gerade im Zentrum ist enorm«, weiß der Baufachdienstleiter. Nach Petterweil sei der Innenstadtbereich der Bereich der Stadt mit den meisten älteren Menschen. Kriterien im Verfahren: Wohnraum schaffen, »hochwertig, aber bezahlbar« und »Angebote für alle Altersgruppen, insbesondere aber auch Seniorinnen und Senioren«.

Von den Mitgliedern des Ausschusses wurde das Vorgehen der Stadt weitgehend begrüßt. Für die CDU regte Albrecht Gauterin an, den Grünzug so zu gestalten, dass eine Art Flaniermeile entstehen könne. Viele Menschen würden von und zum Bahnhof laufen und die könnten dadurch angesprochen werden. Der Linken-Stadtverordnete Uwe Maag forderte im Brunnenquartier »einen größeren Anteil an bezahlbarem Wohnraum«. Die SPD-Stadtverordnete Christel Zobeley wollte wissen, wie die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses in die Kriterien für das Bekundungsverfahren einfließen. Dazu antwortete der Bürgermeister, das Verfahren richte sich an Planungsbüros und nicht an Investoren. Heinzel antwortete, die Bürger sollten »projektbezogen einbezogen werden«. Für die SPD forderte Gerald Schulze, dass ein größerer Teil für barrierefreies Wohnen für Senioren eingeplant werde. Und Stadträtin Rosemarie Plewe plädierte für den Bau eines Gesundheitszentrums.

In der kommenden Woche will Heinzel die Kriterien überarbeiten und das Verfahren dann offiziell in Gang setzen. Plaungsbüros sollen rund vier Wochen Zeit haben, ihre Vorschläge einzureichen. Heinzel will diese dann anhand des von der Stadt erarbeiteten Kriterienkatalogs prüfen. Die drei besten Vorschläge sollen in einer weiteren S+I-Sitzung den Stadtverordneten sowie der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Erst danach kämen die Investoren zum Zug. Rahn gibt das zeitliche Ziel vor: »Bis Ende des Jahres wollen wir das Verfahren zur Auswahl der Investoren in Gang bringen.«



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