04. Oktober 2018, 19:53 Uhr

Hoffen auf Frieden und Sicherheit

04. Oktober 2018, 19:53 Uhr
Christliche, muslimische, buddhistische, syrisch-orthodoxe und jüdische Religionsgemeinschaften haben gemeinsam an die Flüchtlinge in aller Welt gedacht. (Foto: Wallocha)

»Wir sind in einem zehn Meter langen Boot, gefüllt mit über 100 Leuten über den Pazifik gereist. Es war ein gefährlicher Weg, viele sind umgekommen«, erinnert sich Quoc-Phong Pham von der buddhistischen Gemeinde Bad Vilbel. Über seine Flucht aus Vietnam, in dem ein Leben nach dem Krieg 1975 unerträglich war, sprach er bei der interreligiösen Andacht zu der der Ausländerbeirat Karben und der Deutsch-Ausländische Freundschaftskreis (DAF) in das Gemeindehaus der katholischen Sankt-Bonifatius-Kirche in Klein-Karben eingeladen haben.

Er berichtet von seiner Flucht, bei der er viele Freunde und Familienmitglieder verlor, und wie er in Deutschland dank liebervoller Menschen eine zweite Heimat gefunden habe. »Deutschland ist ein offenes Land, ein Land der Sicherheit«, sagt er. Doch nicht nur Phong-Pham will mit seinen Erzählungen und Gebeten der Flüchtlinge auf der ganzen Welt gedenken, auch andere Religionsgemeinschaften sind an dem Tag des Flüchtlings zusammengekommen und füllen den Saal der Kirche. Es ist eine stille, aber nachdrückliche und vor allem friedliche Feier. »Der Flüchtlinge zu gedenken, gemeinsam zu beten und die Begegnung der Menschen unterschiedlichen Religionen«, sei Sinn der Veranstaltung, betont Peter Welz von der Bahai-Gemeinde. Er komme seit neun Jahren zu dieser Andacht. Diesmal trägt er zusammen mit seiner Frau Elke Welz ein Gebet vor. Doch nicht nur Welz, auch Vertreter der christlichen, muslimischen, jüdischen und syrisch-orthodoxen-Gemeinden gedenken gemeinsam mit verschiedenen Gebeten. Einzeln treten sie vor in dem Saal, der mit vielen Kerzen und einer Weltkarte geschmückt wurde. Zwar sind die Sprachen, in denen die Gebete gesprochen werden, unterschiedlich, der Inhalt dennoch gleich. Es wird über Gleichheit und Frieden gesprochen und über Hoffnungen für die Zukunft. Musikalisch umrahmt werden die Beiträge von Olivia Limoa an der Geige, die von ihrer Mutter Gabi Dih am Klavier begleitet wird. Pfarrer Bernd Schirmer von der katholischen Gemeinde spielt Stücke am Klavier.

Seit etwa 18 Jahren gibt es diese Gedenkveranstaltung in Karben nun schon. Organisiert und geplant wird sie seit 13 Jahren von Ekaterina Giannakaki, Vorsitzende des Ausländerbeirats. »Jeder, egal welcher Religion, kann hier ein Gebet sprechen. Es ist ein buntes Religionspaket«, sagt sie. Die verschiedenen Religionen würden respektiert und keine hervorgehoben. »Flüchtlinge sind keine Last, sondern eine Chance«, macht sie deutlich.

Geschlossen wird die Andacht von Pfarrer Schirmer und einem gemeinsamen Gebet. Danach lockt der Duft des gespendeten Essens in den Vorraum der Kirche, bei dem sich die Anwesenden aller Kulturen und Religionen austauschen und den Abend gemeinsam ausklingen lassen.

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