13. Juli 2018, 20:08 Uhr

Hilfe für die Stadtgärtner

13. Juli 2018, 20:08 Uhr
Eric Rau (l.) und Gernot Frank, Mitarbeiter des Bauhofs, bepflanzen einen Grünstreifen am Groß-Karbener Bahnhof. (dpg)

Die städtischen Gärtner in Karben sollen ab kommendem Jahr Hilfe bekommen. Das hat das Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung fast einmütig beschlossen. Lediglich Uwe Maag (Linke) stimmte dagegen. Den Anstoß für die Hilfe für die Bauhof-Mitarbeiter haben Grüne und SPD gegeben: In Anträgen forderten beide Fraktionen mehr Geld für die Stadtgärtner. 10 000 Euro wollen die Grünen die Stadt dafür in die Hand nehmen lassen, die Sozialdemokraten lediglich 7000 Euro.

Gerade in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten sei »der Pflanzenwuchs so kräftig, dass die Arbeit von den Mitarbeitern des Bauhofs nicht mehr in angemessenem Zeitrahmen zu bewältigen ist«, erläutert Grünen-Fraktionschef Rainer Knak. Folge sei »nicht nur ein ungepflegtes Erscheinungsbild«, sondern die wuchernden Büsche und Bäume könnten zu einem Sicherheitsrisiko im Verkehr werden.

 

Bürger beschweren sich

 

Auch bei den Ehrenamtlichen in der Politik häuften sich daher Jahr für Jahr die Beschwerden von Bürgern, erinnert SPD-Fraktionschef Thomas Görlich. Um »diesen Missstand wenigstens abzuschwächen«, solle der Bauhof zusätzlich Fremdfirmen zur Unterstützung einsetzen können, findet er. Noch bevor das Parlament darüber abstimmt, zeigt sich bereits, dass die beiden Oppositionsfraktionen auf viel Unterstützung stoßen. Zudem tun sich SPD und Grüne zusammen und wollen nun sogar 17 000 Euro aus Überschüssen des Haushalts für den Bauhof nutzen. »Wir sollten besser eine externe Firma beauftragen«, erklärt Marcus Klötzl (Grüne), »statt saisonal Kräfte auf Stundenbasis.«

Noch einen Schritt weiter geht CDU-Fraktionschef Mario Beck. Er will den Zusatz-Etat gleich auf 20 000 Euro aufstocken. »Und wir sollten den Rosenhang in Klein-Karben einbeziehen.« Das lobt SPD-Fraktionsvize Ralf Schreyer: »Eine tolle Idee.«

Einer aber sieht das ganz anders: »Wenn die Mitarbeiter des Bauhofs nicht alle Aufgaben erledigen können, dann müssen wir eben beim Personal aufstocken«, sagt Linken-Stadtverordneter Maag. Dass ausgerechnet SPD und Grüne darauf verzichten wollten, darüber sei er doch überrascht. Ein Aufstocken bei den Stellen im Bauhof lehnt Bürgermeister Guido Rahn allerdings ab. »Die Wachstumsperiode verläuft ja nicht gleichmäßig übers ganze Jahr«, erinnert er.

Daher benötige die Stadt das Personal auch nicht das ganze Jahr über gleich intensiv. »Es macht Sinn, punktuell aufzustocken, wenn überall alles wuchert und wächst«, findet der Rathauschef. Dabei denkt Rahn beileibe auch nicht nur an Gartenbaubetriebe. »Landwirte könnten zum Beispiel mal eine Wiese mulchen oder einen Radweg freischneiden.« Auch der Einsatz von Auszubildenden des Berufsbildungswerks Südhessen sei denkbar, ergänzt Beck. »Nicht alles muss der Staat machen«, sagt Rahn. Der Bauhof habe bereits ein Jahresbudget von 1,2 Millionen Euro pro Jahr.

 

20 000 Euro genehmigt

 

Dass Kritik vonseiten der Linken nicht von ungefähr komme, räumt Grünen-Fraktionschef Knak ein. »Ich sehe das Problem, aber wir müssen uns der Realität stellen.« Gut sei in jedem Fall, dass das Parlament »noch eine Schippe draufgelegt« habe. Denn mit künftig 20 000 Euro extra dürften einige Grünflächen schneller wieder ordentlich aussehen. Und die Beschwerden weniger werden.

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