Bad Vilbel & Karben

Heiße Tage bei Hassia

Petrus beschert Deutschland seit Wochen Hitze und Freibadwetter. Da stehen gut gekühlte Durstlöscher hoch im Kurs. Die große Nachfrage nach Mineralwasser und alkoholfreien Getränken lässt bei Hassia Mineralquellen in Bad Vilbel den Umsatz kräftig ansteigen. Um die Nachfrage zu befriedigen, wird in der Produktion durchgearbeitet – an sieben Tagen in der Woche in drei Schichten.
09. August 2018, 09:00 Uhr
Christine Fauerbach
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Hochbetrieb in der Produktion bei Hassia in Bad Vilbel. (Foto: cf)

W ir liegen mit dem Absatz seit April signifikant über vergleichbaren Zahlen aus den letzten Jahren. Die extreme Nachfrage der vergangenen Wochen liegt über den Maximal-Produktionsmöglichkeiten von Hassia Mineralquellen. Sie führt dazu, dass wir auch am Wochenende füllen müssen. Dies ist eine große Herausforderung für alle Mitarbeiter, insbesondere in der Produktion und Logistik«, sagt Hassia-Pressesprecherin Sybille Trautmann. Angeheizt wird die Nachfrage in Hessen in dieser Woche weiter durch Urlaubsrückkehrer und das Ende der hessischen Sommerferien. »Wir sind bei den beliebten Marken im Wasser-Bereich lieferfähig, bei Süßgetränken und in Randsortimenten kommt es jedoch vermehrt zu Lieferengpässen, weil wir der Mineralwasserabfüllung bei diesen hohen Temperaturen Priorität einräumen, damit die Versorgung unserer Konsumenten sichergestellt ist«, erläutert Trautmann.

Auch beim Leergut gebe es keinen Engpass. »Wir freuen uns über eine zeitnahe Rückführung der leeren Flaschen und Kisten, um sicherzustellen, dass wir den Kreislauf weiterhin am Laufen halten können.«

Wasser aus 30 Brunnen

Das in den sechs Bad Vilbeler Abfüllanlagen für über 180 Produkte wie Mineralwässer, Schorlen, Limonaden oder Funktionsgetränke abgefüllte Wasser stammt aus 30 Brunnen im Rhein-Main-Gebiet. Das Wasser kommt durch Rohrleitungen aus den bis zu 300 Metern tiefen Brunnen auf dem Hassia-Gelände an. Abgefüllt wird es in Flaschen aus Glas und PET in verschiedenen Größen von 0,2-Liter- bis zu 1,5-Liter-Flaschen.

Im Schnitt arbeiten bei der Abfüllung 30 Mitarbeiter pro Schicht zusammen. Hinzu kommen in der Produktion Mitarbeiter für Betriebskontrolle, Schlosser, und Elektriker für die Standhaltung. Die Abfüllanlagen und Förderbänder laufen ohne Unterbrechung. Der Kreislauf in der großen Halle in der Gießener Straße besteht aus Flaschenwaschmaschine, Füller, Bottle Inspector, der die Flaschen auf Sauberkeit und Unversehrtheit überprüft, und Etikettiermaschine. Allein an der Hochleistungsmaschine für 1-Liter-Flaschen aus PET werden bis zu 600 000 Mineralwässer am Tag abgefüllt. Die Produktionsanlagen stehen derzeit nicht still. Abgefüllt wird am Hauptsitz in Bad Vilbel rund um die Uhr. »Insbesondere der Samstagvormittag wird genutzt, um Überhänge, die in der Woche nicht bedient werden konnten, zu erfüllen«, sagt Trautmann.

Betriebsamkeit in den Ladehallen

Auch in der Logistik herrscht Hochbetrieb, obwohl alle Wochenend- und Ruhezeiten eingehalten werden und es keine Urlaubssperre gibt. Allerdings ist der Abbau von Überstunden derzeit nicht möglich.

Um die Anfragen und Aufträge zu bedienen, werden alle Kapazitäten mit eigenen Lastfahrzeugen sowie Spediteuren genutzt. In den Ladehallen wimmelt es vor Betriebsamkeit. Im Hof stehen Sattelschlepper Schlange, warten auf ihre Abfertigung. Wie ein Lkw-Fahrer eines Spediteurs aus Bad Staffelstein informiert, kann er auf seinen Sattelschlepper 34 Paletten laden. Das sind je nach Zusammenstellung 40 oder 48 Wasserkisten pro Palette. »In der gesamten Logistik fertigen wir in 24 Stunden 5400 Paletten ab. Das sind pro Tag rund 2,7 Millionen Flaschenfüllungen«, sagt Abteilungsleiter Alexander Erben. Er ist seit 16 Jahren bei Hassia und Chef von 128 Mitarbeitern. »Für das Beladen eines Sattelschleppers benötigen wir zwischen 45 und 60 Minuten«, berichtet Lademeister Julian Kretschmar. Dank eines von Hassia entwickelten vollautomatischen Systems können er und die Gabelstaplerfahrer alle Auftragsinformationen an den Bildschirmen abrufen. Mit Gabelstaplern verladen werden Mehrweggebinde aus Glas und PET für Getränkefachhändler. Alle Aufträge für den Lebensmitteleinzelhandel in Form von abgepackten Sortimenten in Einwegflaschen erledigen die Lkw-Fahrer an der Heckverladung eigenständig.

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