12. Juli 2017, 20:19 Uhr

Karben

Gegen das Patriarchat

Starke und emanzipierte Frauen standen im Mittelpunkt beim Literaturtreff. Mit dem Schwerpunkt »Frauenschicksale« beschloss der Treff das Halbjahr.
12. Juli 2017, 20:19 Uhr
»Ich komm und weiß nicht woher«: So heißt das Buch von Autorin Monika Fielitz. (pv)

Starke und emanzipierte Frauen standen im Mittelpunkt beim Literaturtreff. Mit dem Schwerpunkt »Frauenschicksale« beschloss der Treff das Halbjahr. 50 Gäste waren kürzlich ins »Kuhtelier« gekommen und wurden vom zweiten Vorsitzenden, Dieter Körber, begrüßt.

Die Mitwirkenden stellten Leben und Literatur von bekannten, starken und emanzipierten Frauen vergangener Jahrhunderte vor. Autorin Monika Fielitz las aus ihrem bewegenden Buch »Ich komm’ und weiß nicht woher«. Renate Gasser, eine der Organisatorinnen des Abends, führte moderierend und kommentierend durch das Programm.

In ihrem Buch »Ich komm’ und weiß nicht woher« begab sich Fielitz zunächst auf die Suche nach ihren eigenen Wurzeln und beschrieb dann die dramatische Lebensgeschichte ihrer Mutter, die im Laufe ihres Lebens mit vielen Schicksalsschlägen und persönlichen Katastrophen zu kämpfen hatte. Mit zwei ausdrucksstarken düsteren Bildern gemalt von Monika Fielitz versuchte die Autorin, optisch die geschilderten Seelenqualen den Besuchern nahe zubringen.

Nach einer eindringlichen Einführung in das Thema durch Claudia Weishäupl, stellte Heidi Walter die französische Schriftstellerin und Philosophin Christine de Pizan vor. Sie begehrte bereits im 14. Jahrhundert gegen die Männergesellschaft auf und kämpfte für die Rechte der Frauen. Walter belegte die Theorien mit Textauszügen aus Pizans Werk »Das Buch der Frauen«.

Die Situation einer intellektuelle Frau im viktorianischen England, geschlagen mit einem autoritären Vater, erzählte Rosie Cordsen-Enslin in ihrem Beitrag über die englische Autorin Elizabeth Barrett Browning.

Der Roman »Die Geschichte der O« von Pauline Réage, ein Pseudonym von Dominique Aury, wurde von Barbara Metz vorgestellt.

Ein fast pornografischer Roman

Ein erotischer, fast pornografischer Roman, der bei seinem Erscheinen einen Skandal auslöste. Das Werk mit erotischen und oft sadistischen Szenen sei im Original in einem hoch literarischen stilsicheren Französisch geschrieben. Der Roman stehe metaphorisch unter der Idee, dass Liebe immer auch ein Verzicht auf Freiheit bedeutet. Erst 40 Jahre nach Erscheinen 1994 konnte die Autorin sich zur Urheberschaft bekennen.

Die bedeutende Vertreterin des Existenzialismus, Simone de Beauvoir, stellte Dieter Körber vor. Er besprach ihr Schlüsselwerk »Das andere Geschlecht«, in dem Beauvoir eine umgreifende Analyse des Patriarchats vornimmt. Körber ging auch kurz auf die Rezeptionsgeschichte des Werkes ein. Fritz Böhner schilderte in seinem Beitrag »Das Frauenhaus als Zufluchtsort« die aktuelle Situationen einiger Frauen. Er berichtete, dass vergewaltigte und misshandelte Frauen mit ihren Kindern im Frauenhaus Zuflucht finden.

Die musikalischen Einlagen des Abends lieferten Rosie Cordsen-Enslin und Walter Enslin mit Liedern passend zum großen Thema »The banks of Ohio«, und »Rosenvariationen von Brecht.

Das zweite Halbjahr beginnt am Freitag, 1. September, mit einem Sommerfest unter dem Titel: »Jazz und Literatur«.

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