27. März 2017, 08:00 Uhr

Dottenfelderhof

Frühlingsgefühle bei Karotten und Kühen

Einige Obstbäume treiben schon Knospen, die ersten Karotten- und Salatpflanzen sind gesät, die Kühe dürfen bald hinaus – auf dem Dottenfelderhof macht sich der Frühling bemerkbar.
27. März 2017, 08:00 Uhr
Sauerei: Die Ferkel auf dem Dottenfelderhof wühlen im Stroh. (Foto: fkl)

Nur wenige Zentimeter groß sind die jungen Pflanzen der Physalis, die in einem mit Erde gefüllten Plastikbehälter wachsen. Senay Sen und Tim Carlos Bettermann sind damit beschäftigt, die hellgrünen Jungpflanzen zu pikieren, also behutsam voneinander zu trennen und weiter voneinander entfernt in ein neues Gefäß zu pflanzen. »Anschließend kommen sie in den Folientunnel, wo es wärmer ist als draußen und sie regelmäßig gegossen werden«, erklärt Bettermann, der gerade seinen Bundesfreiwilligendienst auf dem Dottenfelderhof zwischen Bad Vilbel und Gronau macht. Auch viele Gemüsepflanzen wie Brokkoli, Rosenkohl und Tomaten werden vorgezogen und wachsen zuerst geschützt in Gewächshäusern, bevor sie bei höheren Temperaturen nach draußen gesetzt werden.

Karotten, Spinat und Salat sind hingegen bereits gesät, die ersten Kartoffeln eingegraben. Viele weitere Kartoffeln treiben in grauen Vorkeimsäcken kleine Keime aus und werden nach und nach auf das Feld gesetzt. »Salatpflanzen haben wir schon sehr früh in einem Gewächshaus gezogen, damit wir bereits jetzt verschiedene Salatsorten in unserem Laden anbieten können«, erklärt Gärtner Philip Kadner. Im Folienhaus warten noch die letzten Salatköpfe darauf, geerntet zu werden, um schließlich den Platz freizumachen für Gurken und Tomaten.


 

Eierlegende Wollmilch-Tomate

 

Tomatenpflanzen sind auch ein Schwerpunkt der Abteilung »Züchtung und Forschung«. »Sie sollen im Freiland gut wachsen, resistent sein, einen besonders guten Geschmack und eine gute Nahrungsmittelqualität haben«, sagt Margarethe Hinterlang, die für die Öffentlichkeitsarbeit des Dottenfelderhofs zuständig ist. Es gehe darum, Pflanzen zu züchten, die besser an die Bedingungen des ökologischen Landbaus angepasst seien. »Wir verwenden keinen chemisch hergestellten Dünger und keine Pestizide«, erklärt Hinterlang. Doch die Grundsätze der Landwirte gingen weit darüber hinaus: »Wir wollen den Dottenfelderhof als eigenen, nachhaltigen Organismus entwickeln, mit stimmiger Harmonie zwischen Pflanze, Mensch und Tier. Wir haben zum Beispiel nur so viele Tiere auf dem Hof, wie wir Dünger brauchen, und ernähren die Tiere im Prinzip komplett selbst.«

So sind Philip Kader und Praktikantin Nathalie Buck damit beschäftigt, die restlichen Karottenvorräte des letzten Jahres auszusortieren: Die Speiseware geht in den Hofladen, während sich die Kühe auf die weniger schönen Möhren freuen dürfen. Die Tiere stehen noch im Stall, wird doch der Zaun um ihre Weide gerade erneuert. Hinterlang berichtet: »Im Moment bekommen die Kühe das Heu des letzten Jahres, das leider teilweise keine gute Qualität hat, weil es im Frühsommer zu nass war. Wenn sie auf die Weide können, geben die Kühe wieder mehr Milch.«

Auch im Frühling spielt das Wetter eine wichtige Rolle: Zur Bodenbearbeitung darf es nicht zu nass sein, gleichzeitig braucht es Regen, um die Felder zu gießen. »Die Bäcker sind vielleicht die einzigen auf dem Hof, die nicht vom Wetter abhängig sind«, sagt Hinterlang. Doch auch sie werden bald zu Beginn der Osterzeit besonders gefragt sein: Dann fertigen sie viele Süßigkeiten wie Osterhasen und Törtchen mit Krokant.

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