01. Mai 2019, 06:00 Uhr

Gut belegt

Frischzellenkur für Karbens Bürgerhäuser

Wer heute ins Albert-Schäfer-Haus nach Petterweil kommt, merkt es deutlich. Moderne Eingänge, neue Fenster, neue Toiletten. Wie ihre anderen Liegenschaften saniert die Stadt Zug um Zug ihre Bürgerhäuser.
01. Mai 2019, 06:00 Uhr
Im neuen Glanz: Harald Kirch (l.) vom Kommunale Immobilien Management und Erster Stadtrat Friedrich Schwaab zeigen den komplett erneuerten Eingangsbereich des Albert-Schäfer-Hauses in Petterweil. (Fotos: Holger Pegelow)

Im hinteren Teil des Saales im Albert-Schäfer-Haus hängen runde Schilder mit der Aufschrift »60«. Die Tische sind eingedeckt, die Theke geschmückt. Keine Frage: Hier findet bald eine »runde« Geburtstagsfeier statt. »Wir haben hier viele Feiern«, sagt Erster Stadtrat Friedrich Schwaab (CDU), zuständig fürs Kommunale Immobilien Management KIM, unter dessen Kürzel alle Liegenschaften der Stadt verwaltet werden.

Um 12 Prozent haben die Vermietungen des Hauptsaales aller Bürgerhäuser zugenommen, um sogar 24 Prozent die der Nebenräume. Dabei ist Petterweil bei der Anzahl der Einzelvermietungen des Saales konstant, bei der Zahl der Vermietungen der Nebenräume sogar leicht rückläufig von 2018 zu 2017.

 

Statistik täuscht

Doch die Statistik täuscht, sagt Schwaab, denn die Zahl der vermieteten Tage sei deutlich höher als die Zahl der Vermietungen. Verwunderlich ist das nicht: So wird der große Saal häufig fürs gesamte Wochenende gemietet, die Nebenräume oft für eine ganze Woche. Aktuell etwa der Blaue Salon im Albert-Schäfer-Haus, in dem Stuhlreihen für Vorträge der »Weightwatchers« stehen. »Ein Dauermieter«, sagt der Stadtrat.

Das Albert-Schäfer-Haus scheint attraktiv zu sein für Vermietungen. Das liegt sicher nicht zuletzt daran, dass die Stadt das Gebäude Zug um Zug saniert und große Teile bereits fertiggestellt hat. Das 1970 erbaute Haus war deutlich in die Jahre gekommen, energetische Verluste durch nicht gedämmte Fenster und die seinerzeit gerne verbauten Glasbausteine waren die für die Stadt ausgesprochen teuren Folgen.

Die Stadt hat neue Schließanlagen eingebaut. Die Schlüssel werden zentral programmiert. Vorteil: Wenn einer verloren geht, wird er gesperrt.
Die Stadt hat neue Schließanlagen eingebaut. Die Schlüssel werden zentral programmiert. Vo...

Schon wenn man sich vom Innenhof dem Haupteingang nähert, fallen die modernen Türen und Fenster auf. »Dadurch haben wir die Wärmeverluste massiv eingedämmt«, sagt der technische Leiter des KIM, Harald Kirch. Er hat quasi den Hut auf bei den Sanierungen der öffentlichen Gebäude. »Wir haben eine Prioritätenliste erstellt und arbeiten die nach und nach ab.« Da hier erhebliche Investitionen anfallen und die Häuser quasi bei laufendem Betrieb saniert werden, ziehen sich die Arbeiten über Jahre. So hat KIM vor zwei Jahren bereits die WC-Anlagen in dem Petterweiler Haus saniert, das Dach hat man auslassen können. »Das war vor 15 Jahren neu gedämmt worden.« Dafür gibt es neue, feuerhemmende Bühnenvorhänge im großen Saal.

 

Neue Fassade für 50-Jahr-Feier

Apropos feuerhemmend: Auch durch Auflagen des Brandschutzes waren manche Einbauten bedingt. So war etwa keine Schiebetür am zweiten Fluchtweg erlaubt. Innen ist es im Schäfer-Haus jetzt wesentlich heller durch die großen Fenster. Zudem seien alle Räumlichkeiten barrierefrei zugänglich.

Kirch blickt auch in die Zukunft: So soll im nächsten Jahr die Lüftungsanlage ausgewechselt werden. »Die funktioniert kaum. Die Luft wird an der Bühne rausgeblasen und auch dort wieder angesaugt. Das hat nahezu keinen Effekt.« Im Jahr 2020 soll dann die Fassade des Albert-Schäfer-Hauses erneuert werden, die Garderobe im Eingangsbereich erhält neue Tische. Und Vereine werden sich im kommenden Jahr über eine komplett neue Bühnentechnik freuen können.

Was das angeht, ist die Stadt im Bürgerzentrum schon weit vorangeschritten. Da die Akustik dort bei Veranstaltungen als nicht besonders gelungen gilt, will das KIM eine neue Tonanlage installieren. »Vor zwei Wochen hatten wir bereits eine Soundprobe«, erklärt der Erste Stadtrat. Noch in diesem Jahr soll die neue, rund 20 000 Euro teure Anlage eingebaut werden. Das Bürgerzentrum erhält laut Schwaab zudem neue Tische und Stühle, die Fassade wird saniert, so dass sie zur 50-Jahr-Feier der Stadt in neuem Glanz erstrahlt. Des Weiteren soll der große Parkplatz davor neu gestaltet werden, vor allem die bepflanzten Bereiche werden komplett erneuert. Dafür erstellt die Landschaftsplanerin Cynthia Nebel aktuell die Pläne.

Im Bürgerhaus Okarben soll der Saal einen neuen Sonnenschutz erhalten, die Außenanlage wird ebenfalls erneuert. Und wenn der jetzige Bürgerstuben-Wirt dort einmal ausziehen sollte, will das KIM die Gaststätte komplett modernisieren.

Info

Steigende Einnahmen

Die Stadt nimmt eine Menge Geld in die Hand, um die Bürgerhäuser zu sanieren. Das scheint sich zu lohnen, denn im Haus in Petterweil gibt es mittlerweile 19 Dauernutzungen, etwa durch den Turnverein, den Watzeclub und andere Vereine. Im Bürgerhaus Okarben sind es 14 regelmäßige Nutzer, unter ihnen der Turnverein und die SKG. »Unter der Woche sind in den Bürgerhäusern der Stadt kaum noch Kapazitäten vorhanden«, heißt es in einem Bericht an die Stadtverordneten. Finanziell macht sich das für KIM und Stadt durchaus bemerkbar: Von 2017 zu 2018 stiegen die Einnahmen von knapp 54 000 auf über 65 000 Euro; ein Plus von 21 Prozent. »Wir sind auf dem richtigen Weg«, sagt Stadtrat Schwaab, »aber es wird noch etwas dauern, bis alles saniert ist«. (pe)

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