10. Januar 2018, 19:17 Uhr

Frischekur für Angelteich

Die Sportfischer des Angelsportsvereins Groß-und Klein-Karben haben für das neue Jahr ein großes Projekt an der Angel. Der Vereinsteich im Naturschutzgebiet Pfingstweide in Kloppenheim, soll wieder als Vereinsgewässer dienen. Vorher muss die Schlammschicht weichen.
10. Januar 2018, 19:17 Uhr

Wenn die Rede auf den vereinseigenen Teich im Naturschutzgebiet Pfingstweide kommt, werden Gewässerwart Andreas Stolz und zweiter Vorsitzender Volker Pöhlmann vom Angelsportverein (ASV) Groß- und Klein-Karben ernst. Der 110 Meter lange und etwa 70 Meter breite Teich ist das Sorgenkind des Vereins. In dem Gewässer, das bis zu 1,60 Meter tief ist, waren bis Ostern 2016 etwa fünf Zentner heimische Fischarten eingesetzt.

»Laubbäume standen dicht bis an die Uferböschung und haben Jahrzehnte ihr Laub in den Teich eingebracht. Das hat eine ein Meter hohe Schlammschicht erzeugt«, erklärt Pöhlmann. Zwar seien die Bäume 2016 vom Forstamt Büdingen teils zurückgenommen, doch der Teich nie gesäubert worden. Die Folge: Fischsterben durch Sauerstoffmangel. Messungen im Sommer ergaben morgens einen Sauerstoffgehalt zwischen ein bis zwei Milligramm pro Liter und abends zwischen sechs bis acht Milligramm sowie vier Milligramm im Winter.

»Eine Forelle braucht bis zehn Milligramm«, sagt Stolz. Das Fischsterben bezog sich auf alle Fischarten. Die Fische sind abgefischt und entsorgt worden. Vor fast einem Jahr wurde der Teich leer gepumpt und gekalkt. »Es folgte ein irrer Hürdenlauf mit den Behörden«, sagt Stolz.

Im April wurde eine Schlammprobe in einem Labor für Umwelt- und Rohstoffanalytik untersucht. Das Ergebnis: Bei dem Schlamm handelt es sich um unbedenklichen Faulschlamm. Das feinkörnige, grau-schwarze Sediment entsteht unter Sauerstoffabschluss aus biochemisch umgewandelten Pflanzen- und Tierresten. Die Reststoffe werden von Mikroorganismen im Wasser abgebaut, wozu sie Sauerstoff benötigen. Bei zu großen Mengen Faulschlamm, wird zu viel Sauerstoff verbraucht, der Lebewesen im Wasser fehlt. Für die ordnungsgemäße Entsorgung des Schlammes hat sich Vereinsmitglied Norbert Kling eingesetzt. Denn, um den Schlamm auszubringen, ist ein Gesamtpaket an Genehmigungen nötig. Einige stehen noch aus.

Zunächst werde der Schlamm am Westufer zum Trocknen zwischengelagert, erklärt Stolz. Sobald er entfernt ist, wird der natürliche Zulauf zum Teich geöffnet und dieser mit Wasser gefüllt. »Nach dem Einbringen von Pflanzen erfolgt der Fischbesatz«, sagt der Gewässerwart.

Schlammabtransport wird teuer

In Zukunft werden Bäume im Uferbereich ab etwa fünf Meter Höhe abgesägt. Die Pflegemaßnahme beziffert Stolz auf etwa 15 000 Euro, wobei der Abtransport des Schlammes mit mehreren Hundert Schlepperfahrten die teuerste Position darstellt. Den Schlamm in Ufernähe abzulagern sei nicht möglich. Die dort wachsende Orchideen benötigen kein zusätzliches Nährstoff-angebot. Erlaubt ist nur das Zwischenlagern von bis zu 600 Kubikmetern. Der Rest muss auf Äckern ausgebracht werden. Gespräche mit dem Besitzer des Ackers und Landwirten stehen aus. (Foto: jsl)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Abfallbeseitigung
  • Angelvereine
  • Bäume
  • Fische
  • Forstämter
  • Hürdenlauf
  • Labors
  • Landwirte und Bauern
  • Laubbäume
  • Mikroorganismen
  • Jürgen Schenk
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen