16. März 2018, 16:00 Uhr

Bad Vilbel

Forderung nach intelligentem Verkehrsleitsystem

Weil der Autoverkehr in Bad Vilbel immer mehr zunimmt, fordern die Grünen ein »intelligentes Verkehrssystem«. Bei den anderen Fraktionen beißen sie damit aber auf Granit. Sie führen ganz andere Argumente ins Feld.
16. März 2018, 16:00 Uhr
Über das Verkehrsgeschehen sowohl auf der Straße als auch auf den Schienen soll nach Meinung der Grünen ein »intelligentes Verkehrssystem« informieren. (Foto: Archiv)

 

Die Grundlage soll der »Rahmen für intelligente Verkehrssysteme« von Hessen Mobil vom September 2014 sein. Das 60 Seiten starke Werk geht davon aus, dass »der Schlüssel zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Mobilität in einer effizienten und nachhaltigen Nutzung der vorhandenen Infrastruktur und im Zusammenwirken aller Verkehrsträger« liege. Als »Intelligente Verkehrssysteme« werden dabei die Systeme bezeichnet, bei denen Informations- und Kommunikationstechnologien im Straßenverkehr und an den Schnittstellen zu anderen Verkehrsträgern eingesetzt werden, heißt es dort.

 

Solide Planungsgrundlage

 

Die Grünen sagen nun, dass Verkehrsströme unter anderen dadurch gesteuert werden können, dass die Bevölkerung vor Fahrtantritt über die aktuelle Verkehrslage informiert werde. »Echtzeitinformationen können Mobilitäts- bzw. Fahrtentscheidungen unmittelbar beeinflussen und so zu einer Entlastung der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur führen«, heißt es in der Begründung des Antrages. Im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss sagte deren Abgeordneter Clemens Breest, Karben erfasse beispielhaft in der ganzen Stadt die Verkehrsmengen. Solche Zählungen an verschiedenen Straßen könnten zusammengeführt werden. Als Ziel gab Breest im Ausschuss an, dass man eine »solide Planungsgrundlage für Bauvorhaben« und den Verkehr in der Stadt »flüssig halten« wolle.

 

Google zeigt das bereits an

 

Die CDU und der Magistrat vertraten jedoch ganz andere Meinungen. Hagen Witzel erwiderte, ein solches Verkehrssystem sei vielleicht für eine Stadt wie Frankfurt erforderlich und sinnvoll, nicht aber für Bad Vilbel. »Bei Google kriegen Sie die Verkehrssituation in Echtzeit doch schon heute angezeigt.« Für Bad Vilbel wäre ein solches System ohnehin kritisch, »weil wir keine Alternativrouten haben«. Autofahrer könnten also nicht ausweichen, wenn eine Strecke als verstopft angezeigt würde. Zudem habe man in der Innenstadt nur noch wenige Ampeln, »wo man regulierend eingreifen könnte«. Witzel schlug vor, diesen Prüfungsantrag in die Verkehrskommission zu tragen.

Erster Stadtrat und Verkehrsdezernent Sebastian Wysocki meinte, das von den Grünen erwähnte Konzept stelle auf Großräume ab. Zudem könne die Stadt hier nur sehr begrenzt eingreifen, weil die meisten Ampelanlagen im Zuständigkeitsbereich von Hessen Mobil lägen.

Man habe durchaus aber schon nach vorne gedacht. Wenn die Stadthalle erst einmal gebaut sei, werde man die Kreuzung Schwarzer Weg/Kasseler Straße mit einer »rückstaugesteuerten Ampelanlage« ausstatten. Das bedeute, dass beim Abfließen des Verkehrs der Veranstaltungsbesucher der Schwarze Weg mehr Grünzeit erhalte.

Raimo Biere sagte für die Freien Wähler, er halte den Antrag »für Bad Vilbel für überdimensioniert« und lehnte ihn deshalb rundweg ab.

 

Hessen Mobil ist zuständig

 

Breest gab in einem zweiten Beitrag aber zu bedenken, dass es hier auch um die Vernetzung verschiedener Verkehrsträger gehe. Man dürfe nicht immer nur vom Auto her denken. Wysocki konterte: Die Vernetzung der Verkehrsträger und -systeme sei Sache von Hessen Mobil.

Letztlich einigte man sich, wie mit dem Prüfantrag verfahren wird. Der Magistrat soll einen Experten der Landesverkehrsbehörde in die städtische Verkehrskommission einladen, der Stellung beziehen soll.

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