04. August 2019, 20:08 Uhr

Fachwerkpracht und Wasserspiele

04. August 2019, 20:08 Uhr
Mit vielen Sehenswürdigkeiten macht die Exkursion des Karbener Rommé-Clubs bekannt. (Foto: privat)

Auf Reisen begab sich kürzlich eine Gruppe des Rommé-Clubs Karben. Die Exkursion führte nach Nordhessen und Südniedersachsen. An der Fulda entlang ging es zunächst nach Hann. Münden, eine Stadt mit 700 Fachwerkhäuser. Dort erwartete die Reisgruppe eine historische Kostümführung der besonderen Art: Fachwerkpracht und Fürstenmacht. Als Herzogin Sidonia, Ehefrau von Herzog Erich II, nahme die Fremdenführerin die Reisegruppe aus Karben auf eine Zeitreise in das 16. Jahrhundert mit. An Originalschauplätzen wurden die außergewöhnlichen Leistungen der Herzogin erläutert, die von ihrem eigenen Ehemann der Zauberei bezichtigt wurde. Am zweiten Tag war zunächst die Orangerie in Kassel das Ziel. Die Orangerie wurde im Krieg zerstört, das nebenan stehende Marmorbad hingegen blieb erhalten. Es gilt als eines der schönsten Marmorbäder Europas.

Wer dort eine Stätte zum Baden vermutet, wird allerdings enttäuscht. Vielmehr diente die zauberhafte Kulisse der Obrigkeit als Treffpunkt zur Unterhaltung. Das nächste Ziel, die Insel Siebenbergen, war nur zwei Kilometer von der Orangerie entfernt. Die kleine Insel vereint bis zu 200 Jahre alte Bäume mit einer immensen Fülle von über 100 Arten aus aller Welt. Blumen und Stauden, Laub- und zahlreiche Nadelgehölze aus allen Kontinenten und heimische Wildpflanzen, Seerosen und Orchideen sind dort wie in einem Botanischen Garten kombiniert. Die Besucher aus Karben waren sich einig: diese Insel braucht sich vor der Insel Mainau nicht zu verstecken. Dann ging es auf die Wilhelmshöhe zum Herkules und zu den berühmten Wasserspielen. Seit 300 Jahren funktionieren die Wasserspiele nach dem gleichen Prinzip, allein unter Ausnutzung physikalischer Gesetze und ohne Einsatz von Pumpen. Sie bringen durch die planvolle Inszenierung der Urgewalt des Wassers die absolutistischen Herrschaftsansprüche der Landgrafen von Hessen-Kassel meisterhaft zum Ausdruck. Die barocken Anlagen entstanden ab Ende des 17. Jahrhunderts unter Landgraf Carl. Landgraf Wilhelm IX., der spätere Kurfürst Wilhelm I., ließ sie ab Ende des 18. Jahrhunderts durch monumentale Wasserbilder im Sinne eines englischen Landschaftsgartens ergänzen.

Das einzigartige Schauspiel startet am Fuße des Oktogons, dem Quellbauwerk. Von dort nimmt das Wasser seinen Lauf, speist kleinere Fontänen und fließt über die barocken Kaskaden. Die Inszenierung der Wasserkünste erstreckt sich über weitere Stationen wie den Steinhöfer Wasserfall, die Teufelsbrücke und das Aquädukt, einen 30 Meter tiefen Wassersturz.

Der Rommé-Club »Die flotten Dreizehn Karben« spielt jeden Donnerstag ab 19 Uhr im Vereinsheim OGV, Max-Plank-Straße 40. Gastspieler sind willkommen.

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