26. Juni 2019, 19:43 Uhr

FFH feiert seinen Kult-Chef

2019 ist für FFH ein Festjahr. Hessens erfolgreichster Radiosender wird 30 Jahre alt. Jüngst strömten die prominenten Gäste aus Kultur, Politik und Medien aber aus einem anderen Grund in den Burgpark: Der langjährige Programmchef Hans-Dieter Hillmoth geht in den Ruhestand. Das schrie gerade zu nach einer großen Party.
26. Juni 2019, 19:43 Uhr
Volker Bouffier (l.) überreicht Hans-Dieter Hillmoth bei dessen Abschiedsfeier den Verdienstorden des Landes Hessen. Das freut auch Ursula Hillmoth, die Ehefrau des FFH-Chefs, der bei dem Radiosender 30 Jahre lang am Steuer saß. (Fotos: Mag)

Dreißig Grad, keine Wolke zu sehen, die Luft steht - gerade die Herren hatten es am Dienstagnachmittag wahrlich nicht leicht. Der Radiosender FFH hatte nach Bad Vilbel geladen, mit Gästeliste, 400 Menschen sollten kommen, darunter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), Staatskanzlei-Chef Axel Wintermeyer (CDU) und Focus-Gründer Helmut Markwort. Hemd und Sakko sind also eigentlich Pflicht.

Moderator Johannes Scherer konnte jedoch schneller für Erleichterung sorgen, als er auf der Bühne verkündete, die Konventionen würden an diesem Tag locker gesehen. Jeder solle sich frei fühlen, sich von überflüssigem Stoff zu befreien. Ein Angebot das viele dankend annahmen.

Ein Chor singt für HDH

In dem hohen weißen Zelt, das im Burgpark aufgestellt worden war, herrschte zu Beginn - Wetter sei dank- vor allem rund um die Bar großes Gedränge. Service-Personal lief beladen mit beladenen Tabletts durch die Menge und verteilte Wasser. Bemerkt hat zu diesem Zeitpunkt wohl auch jeder das geschmackvoll aufgetürmte Buffet.

Doch waren die Gäste natürlich nicht für Speis und Trank angereist. Gemeinsam wollten sie den langjährigen FFH-Geschäftsführer und Programmchef Hans-Dieter Hillmoth gebührend feiern. Dessen Abschied fällt außerdem zusammen mit dem runden Geburtstag des Senders, den er mitaufgebaut hat.

»Wir haben Grund zum Feiern. Seit 30 Jahren gibt es Radio-Tele FFH. Und der Mann, dem wir das alles zu verdanken haben, geht in den Ruhestand«, begann Scherer. Das erste Lied, das von FFH vor 30 Jahren gesendet wurde, sei »Flying through the air« von den Oliver Onions gewesen. Und an dieser Stelle wartete eine Überraschung für HDH, wie Hillmoth im Vilbeler Sendehaus liebevoll genannt wird.

Die Moderatorinnen Evren Gezer und Aisha Buckman betraten die Bühne und sangen den heute fast vergessenen Klassiker. Dann war es Zeit für die Reden. FFH-Aufsichtsratschef Hans Georg Schnücker durfte zuerst: »Es gibt 14-Jährige, die wollen Fußballer werden. Hans-Dieter Hillmoth wollte immer Radio machen.« In einem Krankenhaus in seiner westfälischen Heimat habe Hillmoth einst begonnen. Für die Patienten. »Irgendwann lud er Prominente ein und konnte sogar den Bundespräsidenten begrüßen.«

Hillmoth bekommt Verdienstorden

Landesvater Bouffier beleuchtete in seiner Ansprache die Geschichte des Senders von der politischen Seite. Er erinnere sich noch, sagte er, wie der Landtag das erste Privatradiosender-Gesetz auf den Weg gebracht habe. »Wir wollten in Hessen eine gewisse Vielfalt erreichen. Einen Wettbewerb zwischen privaten und staatlichen Sendern«, sagte Bouffier. »Ich denke, es tut unserem Land gut, dass es beides gibt.« Hillmoth sei quasi FFH-Mitarbeiter »Nummer 001«. »Sie haben ein Stück Hessen erschaffen. Sie haben Heimat, Identität und Vertrautheit für die Menschen geschaffen wie kein anderer, den ich kenne«, sagte Bouffier. Dann rief er den 66-Jährigen und seine Ehefrau auf die Bühne und verlieh Hillmoth den Verdienstorden für das Land Hessen.

Die Stimmung beim Abschiedsfest blieb gut, es zog gar der ein oder andere Windstoß durch das an den Seiten offene Zelt. Sängerin Nicki sang ihren Hit »Wenn i’ mit dir tanz’« und FFH-Mitarbeiter hatten noch einiges mehr in petto: Gezer und Buckman traten ein weiteres mit einem Mitarbeiter-Chor auf. Hillmoth erhielt zudem ein Gemälde, das seinen Werdegang zeigt. Außerdem stiftete FFH seinem Ex-Chef einen eigenen Web-Radiosender: Radio HDH

Dann trat Hillmoth ans Mikrofon. »Warum Nicki hier aufgetreten ist? Es liegt daran, dass ich 89 unsere Musikredaktion damit genervt habe, dass wir andere Musik spielen müssen. Musik, wie ihre.« Damals habe ihm jeder altgediente Journalist geraten, bloß die Finger vom Projekt FFH zu lassen. »Das war dann eher eine Herausforderung.« Radio lebe und es sei dann stark, wenn es Nähe zu den Hörern aufbaue, ist sich Hillmoth sicher. Er werde als Gesellschafter dem Sender erhalten bleiben und so verabschiedete er sich schließlich mit den Worten: »Tschüss, FFH«.

Nach großem Jubel wendete sich sein Nachfolger Marco Maier abschließend an die Gäste und hatte ein Angebot für den Ministerpräsidenten: »Herr Bouffier, wir suchen ab sofort jemanden, der an Heiligabend moderieren kann. Ihre Stimme wäre geeignet.«

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