17. Mai 2019, 20:36 Uhr

Ewiger Kampf mit den Kosten

17. Mai 2019, 20:36 Uhr
Seit 2017 leitet Nancy Kabisch die GBW in Bad Vilbel. (Foto: Mag)

Die Genossenschaft für Bauen und Wohnen (GBW) hat einen nicht gerade geringen Anteil der in Bad Vilbel befindlichen Mietwohnungen gebaut. Außerdem kümmert sich die Genossenschaft vor allem um deren Verwaltung. Vorstandsvorsitzende Nancy Kabisch sieht sich allerdings in der Zukunft Probleme, denn es werde schwerer, Mietwohnungen in Vilbel zu allgemein verträglichen Preisen anbieten zu können.

Eine Leiter und ein paar Farbeimer stehen im ersten Stock des bemalten Gebäudes in der Straße Am Hainwinkel. Hier hat die GBW ihren Sitz, dieser wird gerade um einige Räume erweitert. »Wir haben hier einen Durchbruch gemacht und so entstehen drei neue Büros«, erläutert Kabisch. »Wir haben das Team erweitert. Unter anderem haben wir zwei neue Auszubildende zu Immobilienkauffrauen.«

Kabisch ist seit 2008 im Unternehmen und seit 2017 Vorstandsvorsitzende. Die GBW existiert seit 1908. 669 Wohnungen und einige Garagen werden von der Genossenschaft verwaltet. »Das zu verwalten ist die Hauptaufgabe dieser Genossenschaft.«.

GBW ist komplett eigenständig

»Alle Wohnungen aus unserem Bestand haben wir selbst gebaut.« Regelmäßig würde sie betonen, dass die GBW völlig eigenständig sei. Denn aufgrund der hohen Anzahl an Wohnungen glauben viele Bad Vilbeler, dass es sich um eine städtische Gesellschaft handele. »Die Stadt hält zwar Anteile, aber wir sind komplett eigenständig«, erklärt Kabisch. Die GBW verwalte unter anderem die beiden Niddablick-Hochhäuser, doch auch die weiteren Liegenschaften sind gut zu erkennen: »Seit einiger Zeit machen wir die Häuser farbig. Damit bekommen die Wohnungen ein gewisses Alleinstellungsmerkmal«, findet die Vorstandsvorsitzende.

Dass der Wohnungsmarkt nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch in Bad Vilbel ein heikles Thema ist, ist ihr bewusst. Kabisch sieht sich zukünftig mit einer großen Aufgabe konfrontiert: »Wir stehen dafür ein, Wohnungen für Gering- und Mittelverdiener zu bauen. In der Zeitung werden gerne immer Krankenschwester und Polizist an dieser Stelle genannt«, erläutert sie. Natürlich hat die GBW auch die Pflicht, Mieterhöhungen durchzuführen. Doch versichert Kabisch, ihre Genossenschaft habe die grundsätzliche Richtlinie, für keine der Wohnungen mehr als zehn Euro pro Quadratmeter Miete zu verlangen. Bei stetig steigenden Grundstückspreisen sei das schwierig, doch man halte sich eisern daran, versichert Kabisch. »Wir orientieren uns an eigenen Vergleichen, nicht am Frankfurter Mietspiegel.« Doch grundsätzlich blickt Kabisch skeptisch in die Zukunft und ist sich sicher: »Die Mietpreise in Deutschland steigen immer weiter, und irgendwann knallt’s.«

Aufgrund dieser Entwicklung, speziell auch in Bad Vilbel, müsse die GBW darauf verzichten, neue Flächen zu kaufen, um Wohnungen zu bauen. »Das ist in Bad Vilbel einfach viel zu teuer. Wir müssten für eine fertige Wohnung 14 oder 15 Euro Miete pro Quadratmeter nehmen, aber das ist nicht der Sinn einer Genossenschaft«, findet Kabisch.

Dass die Stadt Bad Vilbel Flächen im Bieterverfahren anbiete, vereinfache die Sache nicht gerade: »Da beteiligen wir uns nicht dran, das sehe ich nicht ein«, sagt Kabisch. Doch bemerkt sie in der letzten Zeit eine gewisse Veränderung bei Wohnungssuchenden: »Wir haben eine sehr lange Warteliste, was die Wohnungen angeht. Doch wenn wir die Leute in letzter Zeit anschreiben, dass sie eine Wohnung bekommen, kriegen wir kaum Rückmeldungen«, schildert sie.

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