29. November 2018, 21:11 Uhr

Es weihnachtet in der Innenstadt

29. November 2018, 21:11 Uhr
AGS
Anna-Maria Rosenauer und Gian Pöschko vom Café »Apfelkern & Kolibri« tischen auf bei ihrem kleinen Hofweihnachtsmarkt. (Foto: Gottschalk)

Wer Festtagsstimmung sucht, wird ab sofort immer dienstags und donnerstags auf der Frankfurter Straße fündig. Dort gibt es nun den wohl kleinsten Weihnachtsmarkt der Region. Wir haben uns dort umgesehen.

Glühweinduft liegt in der Luft, aus einer Lautsprecherbox klingt Frank Sinatras »Santa Claus is coming to Town«, an runden Bistrotischen stehen dick eingepackte Bad Vilbeler und essen Pfannkuchen – ja, es ist ein richtiger Weihnachtsmarkt, der sich auf den Hinterhof zwischen den Fachwerkhäusern mit den Nummern sechs und acht in der Frankfurter Straße quetscht. Zwischen den Ständen wuselt Gian Pöschko umher, eine schwarze Weihnachtsmannmütze auf dem Kopf, unter der er breit grinst. Der Inhaber des veganen Cafés »Apfelkern & Kolibri« hat sich den Hof-Weihnachtsmarkt, der am Dienstag zum ersten Mal stattfand, ausgedacht. Für den Innenhof hinter seinem Geschäft hat er eine Überdachung gebaut und aus Holzpaletten sechs Marktstände gezimmert. In der vergangenen Woche wurde geschmückt mit Kerzen, Lichterketten, Rentieren, Christbaumkugeln. »Inspiriert hat mich der Bad Homburger Weihnachtsmarkt«, erzählt der Gastronom, der in der Altstadt der Taunusstadt ein zweites Lokal betreibt.

Pöschko hat befreundete Vilbeler Gastronomen und Einzelhändler zusammengetrommelt. Am Eingang begrüßt Alexandra Wegge von der Bar »Genusserie« die Besucher mit selbst gemachtem Glühwein oder dem eigens erfundenen »Christmas Colada«, einem Cocktail auf Rum-Basis. Daneben bietet der Feinkostenladen »Il Buon Palato« Kürbissuppe und Focaccia an. Pöschko selbst serviert Pfannkuchen mit Apfelmus.

»Wir hatten einen schönen Sommer, dann war nichts mehr los«, sagt auch Rosa Mannino, die mit ihrem benachbarten Modeladen »Expression« einen kleinen Auszug ihrer Kollektion ausgelegt hat. »Jetzt kann man hier gemütlich den Jahresausklang genießen.« Ein paar Meter weiter ordnet Jan Viehl rote Deko-Tannenbäume an. Ihm gehört der Inneneinrichtungsladen »Aspekt«, für den die Vorweihnachtszeit mit die wichtigsten Wochen im Jahr sind. »Weil alle, bevor der Besuch kommt, noch schnell ihr Zuhause schön und gemütlich einrichten wollen«, sagt Viehl. Im Trend liegt in dieser Festtagssaison übrigens der Stoff Velours. »Der ist kuschelig und retro«, erklärt der Experte.

Auch aus der Nachbarschaft hat es ein Marktbeschicker dazu geschafft: Imkerin Jane Döbler von der Riedmühle Petterweil präsentiert ihren Honiglikör. Es sei zwar ein durchschnittliches Honig-Jahr, erzählt sie. Aber jedes ihrer elf Bienenvölker konnte wie erwartet rund 30 Kilogramm Honig produzieren. Jetzt, da ihre Tierchen langsam auch zur Ruhe kommen, beginnen auch für sie die besinnlichen Festtage.

Ganz nebenbei füllt der Hof-Weihnachtsmarkt auch eine Lücke: Nachdem der Eisspaß samt seiner Buden zum FFH-Parkplatz umgezogen ist, fehlt in der Innenstadt ein vergleichbares Angebot. »Wir sehen uns aber nicht als Konkurrenz und wollen das auch nicht sein«, sagt Pöschko. Deshalb sei es wichtig für ihn, dass es keine Überschneidungen mit den anderen lokalen Weihnachtsmärkten gebe. Bis zum letzten Donnerstag vor Weihnachten, 20. Dezember, will er mit dem Miniatur-Budenzauber deshalb immer nur dienstags und donnerstags von 17 bis 22 Uhr Publikum auf die Frankfurter Straße locken.

Pöschko: »Wir wollen den Bad Vilbelern einfach eine Möglichkeit bieten, nach dem Feierabend noch einen Glühwein trinken zu gehen.« Auch für ihn ein guter Ausgleich, denn: Die Weihnachtstage bedeuten für Gastronomen traditionell vor allem Stress.

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