Bad Vilbel & Karben

Empörung über gefällte Bäume bei K+N

Empörung bei den Naturschützern. Weil auf dem Gelände des Karbener Büromöbelherstellers »König+Neurath« an der Industriestraße einige Laubbäume gefällt wurden, ärgert man sich beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).
07. April 2018, 06:00 Uhr
Holger Pegelow
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Ohne Genehmigung gefällt? Der BUND kritisiert das Vorgehen der Firma "König+Neurath", die ihre Halle erweitern will. (Foto: pe)

BUND-Sprecherin Ulrike Loos sagt zur WZ, die Bäume seien ohne Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde gefällt worden. Und das, obwohl es zurzeit für das gesamte Gewerbegebiet eine Veränderungssperre gebe.

In der Tat wurde in der letzten Sitzungsrunde des vergangenen Jahres von den Gremien für den B-Plan 125 eine Veränderungssperre beschlossen. Die Stadt will den 25 Jahren Bebauungsplan nämlich überarbeiten lassen. Die Veränderungssperre gilt allerdings nur für die festen Gebäude, sagt der Fachdienstleiter Bauen und Stadtplanung, Heiko Heinzel, zur WZ. Die Grünplanung sei nicht Gegenstand der Veränderungssperre.

Allerdings sei hier die Stadt auch gar nicht zuständig, sondern die Untere Naturschutzbehörde des Wetteraukreises. Dort fragte Kreissprecher Michael Elsaß nach und erfuhr, »dass es zwar Pläne gibt, die aber nicht mit uns abgestimmt sind«.

Halle soll erweitert werden

Welche Pläne das sind, sagt K+N-Aufsichtsrat Otmar Stein. Auf WZ-Anfrage antwortet er, man plane entlang der Industriestraße eine Hallenerweiterung am Werk 2 von rund 2000 Quadratmetern Grundfläche. Der Erweiterungsbau diene der verbesserten Lagerhaltung von Halbfabrikaten für die Sitzmöbelfertigung. »In dieser Sparte hatte K+N in den letzten Jahren zweistellige Zuwachsraten.«

Ein Architekturbüro sei zurzeit mit der Planung und dem Bauantrag beschäftigt. Sobald der Bauantrag genehmigt sei, solle das Bauvorhaben umgesetzt werden. K+N und die Stadt befinden sich laut Stein bezüglich des Baurechts und der Standortentwicklung »in enger Abstimmung«.

Was die Baumfällung betrifft, hatte das von K+N beauftragte Unternehmen nach Angaben von Stein zunächst von der Kreisbehörde eine mündliche Zusage. »Auf der Grundlage dieser Zusage hat das Unternehmen mit den Arbeiten begonnen. Nachdem diese Zusage widerrufen wurde, hat das Unternehmen die Arbeiten sofort eingestellt.«

Kreissprecher Elsaß sagt, man habe beim Unternehmen eine Stellungnahme zu den Vorgängen angefordert. »Mit uns war nichts abgestimmt.« Beim BUND ist man auch deswegen empört, weil König+Neurath laut Loos auf dem Firmengelände ohnehin viel weniger Grün angelegt habe, als nach dem Grünflächenplan vorgeschrieben sei. Weil sich das Gewerbegebiet in einer Frischluftschneise befinde, habe man im damaligen Genehmigungsverfahren »für eine Durchgrünung« gekämpft.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/badvilbelkarben/Bad-Vilbel-Karben-Empoerung-ueber-gefaellte-Baeume-bei-K-N;art469,413739

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