15. Mai 2019, 20:42 Uhr

Ein königliches Jahr geht zu Ende

Es war das vermutlich ereignisreichste Jahr im Leben von Bianca Zorbach. Noch bis zum 10. Juni darf sie unter ihrem Regentinnen-Namen Bianca I. die Quellenstadt repräsentieren, dann endet ihre Amtszeit als Quellenkönigin und Robe, Schärpe und Krone gehören der Vergangenheit an. Was bleibt, sind unzählige besondere Momente und Erinnerungen verrät sie im Interview.
15. Mai 2019, 20:42 Uhr

Von der Apfelweinmeisterschaft in Oberursel bis zum Empfang beim Ministerpräsidenten haben Sie rund 80 Veranstaltungen erlebt. Auf welche hätten Sie verzichten können?

Bianca I.: Das ist schwer zu sagen. Jeder Termin war individuell. Natürlich gab es mal spannendere, mal weniger spannende Momente, aber es gab keinen Termin, auf den ich überhaupt keine Lust hatte. Ich bin zu jeder Veranstaltung mit Freude hingegangen und habe sie auch glücklich verlassen.

Sie haben für das Amt der Quellenkönigin sogar einen Teil Ihres Studiums aufgegeben. War das die richtige Entscheidung?

Bianca I.: Ich hätte mich so oder so von meinem Lehramtsstudium getrennt, das war eine Entscheidung unabhängig von meinem Amt als Quellenkönigin. Jura hat mir dann doch einfach besser gefallen.

Und privat? Musste da irgendetwas Ihrem Engagement Platz machen?

Bianca I.: Natürlich ist die Arbeit als Quellenkönigin ein großer zeitlicher Aufwand, aber ich habe mir gerne die Zeit genommen. Meine Familie hat mich dabei auch wunderbar unterstützt, dafür bin ich sehr dankbar. Bei den meisten Terminen war jemand dabei und hat mir geholfen. Dabei ging es auch um Kleinigkeiten, wie mal kurz meine Tasche halten, wenn ich auf die Bühne muss, oder schnell ein Foto machen. Ich war nie allein und so musste auch niemand zurückstecken.

An welchen Moment in Ihrer Zeit als Königin werden Sie sich auch in vielen Jahren noch erinnern?

Bianca I.: Ich blicke schon jetzt mit Wehmut zurück. Dieses Jahr hat mir unglaublich viel gegeben und war für meine Weiterentwicklung einfach super. Ich habe viele nette Menschen getroffen, ich durfte Feste, Regionen und Traditionen kennenlernen, mit denen ich nie zuvor in Berührung gekommen war. Das alles sind unglaublich starke Erinnerungen.

Wie genau haben Sie sich menschlich weiterentwickelt?

Bianca I.: Ganz klar durch das souveräne Sprechen vor vielen Menschen, das man als Königin lernt. Ich habe auch alle meinen Reden selbst geschrieben und bin mit jedem Auftritt ein Stück gewachsen.

Welches war Ihr schönstes Privileg?

Bianca I.: Es war ein super tolles Gefühl, als ich das erste Mal bei meinem Friseur fertig war. Ich hatte noch nie eine so tolle und aufwendige Frisur, ich war sprachlos. Als ich dann mit Robe und Krone zum ersten Termin gegangen bin, ging ein Kindheitstraum in Erfüllung. Hin und wieder durfte ich bei Festen mal parken, wo andere nicht hin durften, aber größere Privilegien hatte ich eigentlich keine.

Und was war die nervigste Pflicht?

Bianca I.: Termine koordinieren, die ganze Orga drumherum. Auf Termine gehen ist die eine Sache. Das Ganze schon einen Monat vorher planen war manchmal schwierig, aber das gehört eben auch dazu.

Sie mussten zwischenzeitlich aus privaten Gründen kürzer treten. Konnten Sie das Amt dennoch immer mit ganzer Leidenschaft ausfüllen?

Bianca I.: Es gab aus privaten Gründen schwierige Momente, da musste ich dann auch ein, zwei Termine absagen. Die Termine, die ich in dieser Zeit wahrgenommen hatte, konnte ich aber trotzdem mit Freude ausüben und ich habe jederzeit viel Unterstützung erfahren.

Welche Eigenschaft von Bad Vilbel haben Sie erst durch Ihr Amt kennengelernt?

Bianca I.: Ich war auf sehr vielen Terminen in Bad Vilbel und konnte erleben, wie vielfältig die Stadt ist und wie gut alle hier zusammenarbeiten. Dafür hat man von außen gar nicht so den Blick. Das konnte ich auf eine neue Art und Weise kennenlernen.

Bei Ihrer Inthronisierung gab es keinen Prinzgemahl. Hat das Amt dem Glück auf die Sprünge geholfen?

Bianca I.: Nein, ich habe immer noch keinen Freund, aber das ist auch ok. Es gab zwar ein paar Situationen, in denen ich als Königin angesprochen wurde, da habe ich mich auch geschmeichelt gefühlt, aber das waren eher lustige Momente.

Wie geht es für Sie nun weiter? Werden die Bad Vilbeler Sie wiedersehen?

Bianca I.: Ja, so ganz raus bin ich nicht. Ich weiß selbst noch, wie schön es war, als ich bei meinen ersten Terminen noch von meiner Vorgängerin begleitet wurde. Wenn meine Nachfolgerin das wünscht, werde auch ich sie gerne begleiten. Auf den Bad Vilbeler Festen werde ich mich natürlich auch privat blicken lassen. Ich werde dann zwar nicht mehr Schärpe und Krone tragen, aber ehemalige Quellenköniginnen bekommen eine besondere Bluse, dadurch werde ich immerhin noch etwas zu erkennen sein.

Welchen Tipp möchten Sie Ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg geben?

Bianca I.: Sie soll so viel mitnehmen, wie sie kann. Sie soll offen in Ihre Amtszeit starten und die Momente auf sich zukommen lassen. Oftmals weiß man bei Terminen nicht genau, was einen erwartet. Eine gute Vorbereitung ist daher sehr wichtig und Orga ist die halbe Miete. Aber am Wichtigsten ist natürlich: Spaß haben und die Zeit genießen.

Und für Sie? Droht nun die große Wehmut und Langweile?

Bianca I.: Bis zur Inthronisierung meiner Nachfolgerin warten noch einige Termine auf mich, aber danach werde ich es bestimmt vermissen, dass meine Wochenenden verplant sind. Ich muss dann erst mal schauen, was ich mit der Zeit anfange. Zum Glück gibt es ja noch das Privatleben und die Uni. Ich werde die Wochenenden vermutlich wieder mehr zum Lernen nutzen. Aber noch kann ich nicht glauben, dass es schön sein soll, die Wochenenden frei zu haben.

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