01. April 2019, 21:36 Uhr

Der hohe Preis von Billigklamotten

01. April 2019, 21:36 Uhr
Pfarrer Konrad Schulz, Stephan Kuger, Friederike und Clara, Pfarrerin Nadia Burgdorf und Karin Kling informieren im etwas anderen Gottesdienst in Rendel über die Ungerechtigkeiten im Kleidergeschäft.

In der neuen Reihe »Gewissensbisse« der Rendeler etwas anderen Gottesdienste wurden Ungerechtigkeiten der Welt thematisiert. Diskutiert wurden, über Chancen diese Ungerechtigkeiten zu vermindern.

Zum Thema »vom hohen Preis der Billigklamotte« interessierten sich trotz Traumwetter und Zeitumstellung über 60 Besucher. Sie lauschten, was die Karbener Boutique-Inhaberin Karin Kling, der Indienreisende und ehemalige Rendeler Pfarrer Konrad Schulz und die Kinderreporter Friederike und Clara zu sagen hatten.

Initiator Stephan Kuger erinnerte an das Unglück von Rana Plaza in Bangladesch, wo vor fünf Jahren bei einem Einsturz einer Kleiderfabrik über tausend Menschen starben. Trotz vollmundige Versprechen der Kleiderindustrie habe sich bis heute wenig getan. Bezogen auf die Lesung aus dem Brief des Johannes, dass Liebe zu Gott ohne Liebe zum Mitmenschen unmöglich ist, zeichnete Pfarrerin Nadia Burgdorf anhand der Erinnerung einer Verfehlung in ihrer Kindheit, dass dies das Bild eines gnädigen Gottes. Wie damals ihre Familie so sagt auch Gott dem Menschen seine Liebe zu, allen Verfehlungen zum Trotz und ermutigt zum Neubeginn: »vielleicht finden wir heute ja auch verantwortliche Wege ohne Gewissenbisse bei unserer Kleidung«.

Als Kinderreporter machten sich Friederike und Clara auf den Weg, um auszukundschaften woher bei Kik, Tacco, H&M und Hess Natur die Kleidung kommt. »Wir hätten nicht gedacht, dass fast die ganze Kleidung aus Fernost stammt«, sagen die beiden. Sie präsentierten eine Liste auf der sie ihre Ergebnisse notiert haben. Sie verglichen T-Shirts in der Preisspanne von zwei bis 20 Euro und Hosen von fünf bis 110 Euro. »Je mehr Masse, desto günstiger«, stellten die beiden fest. In den Gesprächen mit Verkäuferinnen hatten sie herausgefunden, dass die Käufer in den niedrigeren Preislagen die Herkunft schlicht nicht interessiert.

Einen Werteverlust stellt auch Karin Kling fest, etwa wenn Kunden trotz Preissenkungen noch handeln wollten, insgesamt habe sie aber eine Käuferschicht, die sich eher qualitätsbewusst verhält. Sie sehe ein Problem vor allem bei jüngeren Kunden, die mangels Geld und durch das erzeugte Gefühl, permanent up to date sein zu müssen, günstige Ware weit über ihren Bedarf kauften.

Produktsiegel helfen

Konrad Schulz bestätigte die Ahnung, das sich die großen Kleidungsmarken gerade dort produzierten wo gesellschaftlich legitimierten Ungerechtigkeiten an der Tagesordnung seinen und es käme nicht von ungefähr, dass die meisten Christen der dortigen Partnergemeinde Mitglieder der unteren Kasten seien: »Für diese Menschen ist das Bild der Gleichheit die einzige Chance«. Stephan Kuger warb für das Firmensiegel »Fair Wear Foundation«.

»Produktsiegel mit unterschiedlichen Schwerpunkten gibt es zahlreich«, sagte Kuger. Mit einem Firmensiegel verpflichtete sich die ganze Firma für ein verantwortliches Verhalten. (Foto: pv)

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