22. April 2018, 20:01 Uhr

Der Auftritt der Königin

22. April 2018, 20:01 Uhr
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Von Christine Fauerbach
Das sinfonische Blasorchester der Stadtkapelle spielt in der Kirche. (Foto: cf)

Wer den Klang eines sinfonischen Blasorchesters in einer Kirche hören wollte, war beim Konzert der Stadtkapelle Karben richtig. Das sinfonische Blasorchester eröffnete in der St.-Bonifatius-Kirche in Klein-Karben mit einem ambitionierten Programm das musikalische Jahr. Die Bandbreite reichte von unterschiedlichen Werken wie einem Medley aus dem Musical »Der Glöckner von Notre Dame« von Alan Menken über einen Ausflug in die Welt des Jazz mit »Keystone Chops« von Lennie Niehaus bis zum Bach-Choral »Jesus bleibet meine Freude«.

Das Repertoire verlangte allen Musikern eine große Flexibilität in der stilistischen Interpretation ab. Gut zu hören war dies unter anderem in den »Tanzvariationen« von James Barnes. »Hier werden tänzerische, musikalische Themen durch verschiedene Instrumentengruppen variiert durchgeführt. Die größte Herausforderung für das große Orchester besteht darin, die Leichtfüßigkeit des Stückes zu bewahren«, informiert Anke Toemmler. Die Euphonium-Spielerin wechselte sich in der Moderation mit Stefanie Link, Janine Hinke und Susanne Galisch ab. Dirigent Claus Carsten Behrendt informierte, dass das Orchester mit seinem Repertoire »einerseits den Frühling musikalisch einbeziehen und andererseits einen Bezug zum kirchlichen Raum herstellen möchte«. Dem Frühling und dem Erwachen der Natur huldigten die Musiker mit den beiden »Hauptwerken« des Orchesters, der »Appalachian Ouvertüre« und den »Tanzvariationen«, beide von James Barnes. Mit dem energetisch, freudigen Stück der »Appalachian Ouvertüre« eröffneten die Musiker ihr Konzert. »Dieses Stück fängt den farbenfrohen, kräftigen Frühling im Mittelgebirge im Osten Nordamerikas ein.« Nach dem zweiten Satz aus der fünften Sinfonie »Andante con Moto« von Beethoven präsentierten sich die Euphonien und Tuben den Zuhörern als Ensemble. Die acht Musiker interpretierten von Giovanni Gabriel »La Spirata« aus der »Ganzone per Sonare No. 1«, um dann ihre Vielseitigkeit mit dem Jazzstück von Niehaus zu unterstreichen.

Danach kam es zum ersten Wechselspiel zwischen Orgel und Orchester. Organist Matthias Prediger ließ mit dem Orchester Gottfried Händels »Concerto per Organo et Orchestre« (Opus 4, Nr. 2, B-Dur) erklingen. Dabei unterstrich die Orgel am Ende »gegen den Willen des Organisten«, ihren Anspruch, die »Königin der Instrumente« zu sein. Sie spielte einfach weiter und brachte das Orchester damit um seinen letzten Einsatz.

Bei den »Gebeten für Blechbläser und Orgel« hatten Solisten wie Claus Carsten Behrendt (Posaune), Susanne Galisch (Flügelhorn) und Angelina Nölker (Piccoloflöte) Gelegenheit, ihr Können zu demonstrieren. Beim klingenden, musikalischen Bilderbuch »Crossbreed – Musical Crossover« von Thiemo Kraas verschmolzen Melodien verschiedener Stilrichtungen mit »Balkanklängen« zu einem traumhaft anmutenden Stück.

Die Zuhörer jedenfalls zeigten sich begeistert. »Musik im Gotteshaus zu hören ist einfach wunderbar«, schwärmte eine Kärberin. Eine andere betont: »Ich fand vor allem die Verbindung zwischen Orgel und Orchester eindrucksvoll.«

Die Stadtkapelle lädt für Sonntag, 17. Juni, um 13 Uhr zu ihrem Hofkonzert im Rahmen der 725-Jahrf-Fier von Groß-Karben ins Degenfeldsche Schloss ein.



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