Bad Vilbel & Karben

Das neue Vilbeler Idyll

Bad Vilbel wächst und wächst. Das ist nicht nur in der Stadtmitte sichtbar, wo die tiefe Baugrube die neue Stadthalle ankündigt, auch wer am Nordbahnhof auf die S6 wartet, sieht derzeit zahllose Rohbauten, Kräne und Erdhaufen. Damit niemand den Überblick verliert, hat das Stadtmarketing am Mittwoch zu einer Info-Veranstaltung eingeladen. Thema: Die Stadtgärten.
12. September 2019, 20:56 Uhr
Redaktion
Uwe Hoegen (links) und Kurt Liebermeister klären die Bad Vilbeler über das Projekt Stadtgärten auf.	(Foto: nma)
Uwe Hoegen (links) und Kurt Liebermeister klären die Bad Vilbeler über das Projekt Stadtgärten auf. (Foto: nma)

N ach neuesten Zählungen hat Bad Vilbel die 35 000 Einwohner-Marke erreicht, teilt Jürgen Werner vom Verein Stadtmarketing den rund 40 Anwesenden in der Stadtbibliothek Bad Vilbel mit. In mehreren Veranstaltungen möchte der Verein zukünftig verschiedene Bad Vilbeler Projekte noch einmal aufgreifen und den Bürgern so einen klaren Überblick über die einzelnen Planungen verschaffen. Deshalb ergreift Uwe Hoegen das Wort. Der Architekt ist mit seinem Büro Baufrösche an der Umsetzung des neuen Quartiers Stadtgärten beteiligt.

Überblick: »Der Plan basiert auf einem Architekturwettbewerb der 90er-Jahre. Ende 2016 haben wir mit der Überarbeitung begonnen«, erklärt er. Die Stadtgärten sollen eine Vielzahl an architektonischen Typologien abdecken. Zwischen 1500 und 2000 Neu-Vilbeler sollen hier ein Zuhause finden.

Zentrum: Im Zentrum des Gebiets Stadtgärten befindet sich ein großer Block, bestehend aus insgesamt 84 Reihenhäusern. Dieser Block wird von einer breiten Diagonalen zweigeteilt. »Wenn Sie sich wundern, warum Sie keine Parkplätze in der Planung entdecken, liegt das daran, dass wir diese nur unterirdisch bauen«, erklärt Hoegen. Das Gebiet weise ein Gefälle auf, sodass die Reihenäuser im untersten Stockwerk eine Garage haben werden, erst darüber liegt der Wohnbereich. »Deshalb werden die Reihenhäuser allesamt dreigeschossig sein. Die Häuser sind verschieden groß, maximal 150 Quadratmeter Wohnfläche.

Riegelbebauung: Eine lange Reihe von Häusern sowie die zentrale Energieversorgungsstelle begrenzen das Wohngebiet im Osten direkt an den Bahnschienen. Leider kann Hoegen über diese Häuser noch nicht viel erzählen: »Wir entwickeln diese Häuser gemeinsam mit der Bahn. Vermutlich werden die Wohnbereiche aber oberhalb liegen, mit einer lärmabgewandten Terrasse«, beschreibt er. Lärmgutachter hätten an der Planung bereits mitgewirkt, auch antwortet Hoegen auf Fragen aus dem Publikum, ob der Lärm nicht trotz allem zu viel sei: »Die Bahn baut zusätzlich noch eine Lärmschutzmauer..«

Wohnen am Park: Große Wohnhäuser schließen das Gebiet im Westen ab. Direkt an dem großen Park, der westlich des Wohngebietes in Richtung B3 entstehen soll. Die Wohnungen werden laut Hoegen zwischen zwei und sechs Zimmer beinhalten. »Von großen Familienwohnungen über Maisonette und Penthouses bis zur Singelwohnung ist hier alles vertreten. Das war uns, wie schon gesagt, sehr wichtig.«

Grün- und Außenflächen: Da nahezu keine oberirdirschen Parkplätze in dem Gebiet benötigt werden, sollen die Stadtgärten ihrem Namen entsprechend sehr grün werden. Die Baufrösche haben Ähnliches bereits rund um den Henninger Turm realisiert, wie Hoegen als Referenz angibt. Die Außenflächen rund um die einzelnen Wohnblöcke werden ein einziger Spielplatz für Alt und Jung sein, schildert er. Man verzichte auf speziell eingerichtete Spielplätze an verschiedenen Standorten, viel mehr werden überall im Quartier Sitzmöglichkeiten und Spielmöglichkeiten zu finden sein.

Plaza vor dem Bahnhof: Wer den Nordbahnhof heute in Richtung Westen verlässt, sieht noch nicht viel. Doch eines Tages wird sich hier eine große Plaza befinden. »Diese wird auf Wunsch der Stadt als letztes realisiert. Denn Gastronomie und Geschäfte sollen passend zum fertigen Stadtteil ausgewählt werden«, so Hoegen. Doch auch Wohnungen werden sich rund um den quadratischen Platz befinden, wie auch ein siebenstöckiger Turm. Diese Plaza dient damit als Bindeglied zwischen dem Bahnhof, der Kernstadt und dem neuen Stadtviertel.

Infrastruktur: Auch Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) hat den Anwesenden einiges mitzuteilen: »Zwei Kitas werden im Gebiet gebaut, Spatenstich war bereits am Montag«, sagt er. 248 Kinder sollen in den beiden Einrichtungen Platz finden, eine Kita solle von der Stadt geführt, die andere an einen freien Träger übergeben werden. Zudem baut der Wetteraukreis eine dreizügige Grundschule, zu der auch eine Einfeldhalle gehören wird. »Die Schule bietet Betreuung bis 17 Uhr an, danach können die Vereine die Halle nutzen«, so Wysocki. Der Kreis lasse sich die Schule 23,4 Millionen Euro kosten, das sei mit Abstand das größte Einzelvorhaben, das der Kreis in der Wetterau realisiert. Die Kitas und Schulen sollen neben der Mehrzweckhalle, die der SV Funball Dortelweil zurzeit baut, im Norden des Gebiets entstehen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/badvilbelkarben/Bad-Vilbel-Karben-Das-neue-Vilbeler-Idyll;art469,626809

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