21. Januar 2019, 20:23 Uhr

Claudia Kamm verabschiedet sich

21. Januar 2019, 20:23 Uhr
Mehr als ein Jahrzehnt ist Claudia Kamm die Schulleiterin. (Foto: Fauerbach)

Drei Dinge wusste Abiturientin Claudia ganz genau: »Ich will nie wieder in die Schule gehen, nicht im Büro arbeiten und keine Kinder haben.« Doch das Leben hatte andere Pläne mit der 19-Jährigen, die 1974 ihr Abitur bestanden hatte. Die gebürtige Dortmunderin studierte an der Philipps-Universität in Marburg zwar Geschichte, Politikwissenschaften, Pädagogik und Philosophie auf Lehramt, verband damit aber keinen konkreten Berufswunsch.

Das änderte sich: Spätestens gegen Ende des Studiums während des Referendariats von 1980 bis 1982 an der Georg-Büchner-Schule in Darmstadt war der Weg klar. »Da hat es plötzlich gezündet«, sagt Claudia Kamm. Allerdings wurden damals keine Lehrer mit ihrer Fächerkombination eingestellt. Und so trat das zweite berufliche »No-Go« ein, und sie arbeitete von 1983 bis 1992 im Büro als Angestellte in der Vorstandsverwaltung der IG Metall Frankfurt.

Mit Ehemann Günter gründet sie in Frankfurt eine Familie, die Töchter Vera und Nora werden 1984 und 1986 geboren, womit sich auch der dritte Vorsatz erledigt hatte. 1992 findet Claudia Kamm dann im Briefkasten ein Einstellungsangebot des Schulamtes. »Den Brief habe ich erst einmal in den Papierkorb geworfen. Ich hatte nach zehn Jahren keine Lust mehr, in die Schule zurückzugehen.«

Am nächsten Morgen fischt sie den Brief doch heraus, studiert die drei Angebote. Und fängt im August 1992 als Studienrätin an der Altkönigschule Kronberg an. »Ich habe lange eine halbe Stelle gehabt, dort viele Projekte betreut. Dazu gehörten internationale historisch-politische Jugendbegegnungen auf dem ehemaligen Gut der Familie von Moltke in Kryzova bei Breslau.«

Im Juli 2008 wechselt sie als stellvertretende Schulleiterin ans Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) nach Bad Vilbel. Dort wird sie im August 2013 Schulleiterin. Im Rückblick sagt die 63-Jährige: »Der Lehrerberuf ist sehr abwechslungsreich. Keine Stunde ist wie die andere.« Ohne Unterricht entfiel für Kamm zwar das zeitaufwendige Korrigieren von Klassenarbeiten und Referaten, aber die Zeit ging für Verwaltung, Personal, Bau, Organisation und Finanzen drauf.

In den vergangenen Jahren gab es auch viele neue Herausforderungen, die Umstellung von G8 und G9, Schulinspektionen, die Entwicklung von Schulcurricula sprich neuen schulinternen »Lehrplänen«, das Thema Inklusion, neue Vorgaben zu Klassenkonten, Lehrerstellenzuweisungen und die Berechnung der Schulbudgets.

Konflikte aushalten

»Wichtig war mir immer ein Schulklima zu etablieren, bei dem es möglich ist, Konflikte auszuhalten und weitgehend einvernehmlich zu lösen, statt von oben zu bestimmen«, sagt Kamm. Etabliert hat sie den schulinternen E-Mail-Newsletter »Vilbeler Schulbote«, es gab neue soziale Projekte wie »Kamerun« oder politisch-demokratische wie den »Menschenrechtstag«.

»Nicht erreicht habe ich trotz allen Einsatzes eines meiner ersten Wunschziele, den Bau einer Aula«, bedauert Kamm. »Ich wünsche mir, dass sie endlich kommt und dass der gute Weg am GBG unter neuer Leitung fortgesetzt wird.« Ab Februar hat sie dann Zeit für ihre Hobbys Reisen, Radfahren, Wandern, im Garten arbeiten, Klarinette spielen, Lesen und Nähen.

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