04. Mai 2019, 06:00 Uhr

Bühne frei

Burgfestspiele beginnen am Samstag

Ein Elternabend, der aus dem Ruder läuft, ein verliebter Shakespeare und ein bissiges feministisches Statement: Das Programm der Bad Vilbeler Burgfestspiele ist vielfältig. Und gut vorbereitet. Zum Saisonstart an diesem Wochenende geben wir einen Überblick.
04. Mai 2019, 06:00 Uhr
Wegen der Burgfestspiele wird die Sanierung des Burggrabens verschoben. Der Graben führt jetzt wieder Wasser. (Foto: Rinkart)

W ie die Vorbereitungen für den Saisonstart der Burgfestspiele laufen? Die Dramaturgin Ruth Schröfel lacht. »Manchmal sind es die profanen Dinge, die in den letzten Stunden wesentlich werden«, sagt sie dann. »Zum Beispiel ob die Kugelschreiber, mit denen die Künstler Plakate unterschreiben, auch tatsächlich funktionieren.« Natürlich passiert rund um die Theaterbühne auf der Bad Vilbeler Wasserburg dieser Tage aber viel mehr.

Die Schauspieler feilen an den Gesten, Bühnenversatzstücke werden gebaut, im Theaterkeller wird die Beleuchtung erprobt, der Hostessen-Stand eingerichtet und die Kühlschränke für die Küche werden angeschlossen. Dann sind da noch Pressetermine, Künstleranfragen und Autogrammstunden.

Langweilig wird es Schröfel und ihren Kollegen nicht. Chef Claus-Günther Kunzmann, Intendant der Festspiele, ist zurzeit kaum für ein Gespräch zu bekommen, eilt er doch von Termin zu Termin. Die Vorfreude bei allen Beteiligten ist wie immer groß. »Das Kribbeln ist vor jeder Premiere da«, sagt Schröfel, die sich freut, neben bekannten Namen Neulinge und Nachwuchstalente auf die Bühnen geholt zu haben. »Wir wollten unserem Publikum wieder viel Auswahl bieten, damit es auch zwei- oder dreimal in einer Saison zu uns kommt«, klärt die Dramaturgin.

Am heutigen Samstag stehen die Generalproben vor Publikum an, am Sonntag dann die Premieren von »Aschenputtel« und »1984«. »Zwei Premieren an einem Tag – das erlauben sich sonst nur große Häuser«, sagt Schröfel. Dabei sollte der Mai doch eigentlich der ruhige Monat sein, mit den Starts von auf ein jüngeres Publikum ausgelegten Stücken. Die großen Produktionen kommen dann im Juni.

Aschenputtel: Als Kinderoper inszeniert Benedikt Borrmann eines der berühmtesten Märchen überhaupt: Die Geschichte der liebenswerten Angelina, die von der unterjochten Dienstmagd ihrer Stieffamilie in einer Reihe magischer Nächte zur Prinzessin wird. Besucherfamilien erwarten aufwendige Kostüme und furiose Musik. Premiere: Sonntag 5. Mai, 14 Vorstellungen, Ort: Burg, Tickets ab 10 Euro.

Frau Müller muss weg: Erschreckend realitätsnah dürfte manchem der komödiantische Showdown zwischen Frau Müller und den Eltern der Klasse 4b vorkommen. Letztere wollen ihren Kleinen unbedingt aufs Gymnasium verhelfen und sehen dabei nur ein »Hindernis«, das es aus dem Weg zu räumen gilt: Die ungeliebte Klassenlehrerin. Premiere: Samstag, 11. Mai, 28 Vorstellungen, Ort: Theaterkeller, Tickets ab 16 Euro

Pippi auf den sieben Meeren: Die von Astrid Lindgren erdachte Göre geht wieder auf Abenteuerreise. In der Fortsetzung der letztjährigen Inszenierung muss die beliebte Kinderheldin ihren Vater vor Seeräubern retten. Für Staunen dürfte bei dem Schauspiel für Kinder ab 5 Jahre die Kulisse von Claus Stump sorgen. Premiere: Sonntag, 12. Mai, 23 Vorstellungen Ort: Burg, Tickets ab 10 Euro

Emil und die Detektive: Ein Klassiker findet mit Kästners Detektiv-Geschichte seinen Weg auf die Vilbeler Bühne. Die Jagd nach seinen gestohlen 140 Mark führt Emil und seine Freunde einmal quer durchs Berlin der 1920er. Inszeniert ist die Verfolgungsjagd als Musical mit Musik des preisgekrönten Komponisten Marc Schubring. Premiere: Dienstag 18. Mai, 23 Vorstellungen, Ort: Burg, Tickets ab 10 Euro

Pension Schöller: Viel Spielraum für darstellerisches Können und urkomische Verwechslungswirren gibt dieses Lustspiel, um Provinzler Klapproth, der unbedingt mal eine Irrenanstalt von innen sehen möchte, stattdessen aber eine Pension voller exzentrischer Berliner zu sehen bekommt. Premiere: Dienstag, 4. Juni, 18 Vorstellungen, Ort: Burg, Karten ab 22 Euro

Saturday Night Fever: Greller, lauter und spektakulärer als in der Musical-Adaption des legendären Disco-Films von 1977 wird es dieses Jahr wohl kaum. Zu Bee-Gees-Songs wie »Stayin Alive« und »Night Fever« darf sich das Publikum auf ein fröhliches Tanz- ensemble freuen. Dazu spielt eine Live-Band. Premiere: Donnerstag, 13. Juni, 30 Vorstellungen, Ort: Burg, Karten ab 30 Euro.

Shakespeare in Love: Sieben Oscars, ein Welthit – und jetzt in Bad Vilbel zu sehen. Die romantische Komödie um Jungautor Shakespeare, der sich in die wunderschöne, aber schon vergebene Lady Viola verliebt, trumpft auf mit aufwendigen Kostümen und einem spektakulären Fecht-Duell. Premiere: Donnerstag, 20. Juni, 21 Vorführungen, Ort: Burg, Tickets ab 27 Euro.

Maria ihm schmeckt’s nicht: Ein Wiederholungstäter. Weil die Theaterfassung des Kultromans 2018 zum Publikumsliebling avancierte, hat sie es auch dieses Jahr ins Programm geschafft. Wer die mit viel Musik und charmantem Irrwitz inszenierten Zankereien rund um eine deutsch-italienische Hochzeit sehen will, sollte sich also ranhalten. Premiere: 5. Juli, 16 Vorstellungen, Ort: Burg, Tickets ab 30 Euro.

Der dressierte Mann: Zu seinem Debüt 1971 galt der heutige Bestseller, in dem Autorin Esther Vilar die Verkehrung des Rollenbilds von Mann und Frau darstellt, als äußerst provokant. Und auch heute lädt die Theaterfassung das Publikum ebenso zum Lachen wie zum Diskutieren ein, wenn sie der Herr im Haus ist und er sich mit wachsendem Widerwillen um Kinder, Kochen und Karriereknick sorgt. Premiere: Donnerstag, 20. Juni, Ort: Theaterkeller, Tickets ab 16 Euro.

Info

Wo gibt es Karten?

Karten für die Bad Vilbeler Burgfestspiele gibt es im Kartenbüro, Klaus-Havenstein-Weg. Geöffnet ist es werktags von 9 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 15 Uhr sowie eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Per Telefon ist es unter 06101/ 55 94 55 zu erreichen. Online können Tickets auf www.kultur- bad-vilbel.de bestellt werden. (ags)

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