14. Januar 2019, 19:32 Uhr

Brandreden für Europa

»2019 wird ein Jahr der Weichenstellung für Europa«, erklärte Udo Bullmann, sozialdemokratischer Europa-Abgeordneter, auf dem Neujahrsempfang der SPD in Bad Vilbel. Der Spitzenkandidat für die Europaliste begeisterte seine Parteigenossen mit einer Rede für demokratische und soziale Grundwerte.
14. Januar 2019, 19:32 Uhr
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Aus der Redaktion

Udo, die Bühne gehört dir«, verkündete Horst Seißinger, Vorsitzender des SPD Ortsvereines Bad Vilbel, unter dem Beifall der rund 150 Anwesenden im Dortelweiler Sport-und Kulturforum. Denn der langjährige Europa-Abgeordnete sollte vor den Wetterauer Genossen die Hauptrede auf dem gemeinsamen Neujahrsempfang der SPD Bad Vilbel und der SPD Wetterau am vergangenen Sonntag halten. Bullmann, der in Gießen beheimatet ist und in Frankfurt sein Büro hat, führt gemeinsam mit Katarina Barley die sozialdemokratische Liste für die Europawahl im Mai an.

Einen intensiven politischen Wettstreit forderte Bullmann angesichts einer Europawahl, in der entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt würden. »Erhält die Idee eines gemeinsamen demokratischen Europas einen Schub oder kehrt der Ungeist des Nationalismus wieder zurück?«, fragte Bullmann und warnte vor dem Rechtspopulismus, der in Europa Platz greife.

Lösungen statt Mauern

Leidenschaftlich plädierte Bullmann dafür, die Demokratie zu verteidigen und zu erklären, wofür Europa stehe: »Es muss uns gelingen, die moralische Kraft der sozialdemokratischen Bewegung in Politik umzusetzen.« Er forderte, dass Europa nicht nur in Infrastrukturmaßnahmen und Wirtschaftsförderung investiere, sondern auch sozialer werden müsse.

Ganz klar brachte sich Bullmann in Stellung gegen eine Flüchtlingspolitik von europäischen Mitgliedsstaaten, die Mauern bauen um das eigene Land, statt nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Absolut beschämend sei es jüngst gewesen, wie lange die 49 Flüchtlinge auf den Seenotrettungsschiffen vor Malta ausharren mussten, bis sich EU-Mitgliedstaaten, darunter die BRD, erklärten, sie aufzunehmen.

Nach dieser engagierten Rede, die wiederholt von Beifall unterbrochen wurde, war die zweite Hauptrednerin dran, Lisa Gnadl, Vorsitzende der Wetterauer SPD und hessische Landtagsabgeordnete.

Sie setzte den Fokus auf die aktuelle Lage der SPD, die sie gebeutelt sieht von einer tiefen Glaubwürdigkeits- und Vertrauenskrise. Entsprechend seien die hessischen Wahlen ausgegangen. Aber die SPD habe durchaus etwas vorzuweisen in der Bundesregierung. Wichtige sozialdemokratische Vorhaben seien umgesetzt worden wie etwa die paritätische Finanzierung des Zusatzbeitrages in der Krankenversicherung. Das Gute-Kita-Gesetz liege vor, die Erwerbsminderungsrente werde ausgebaut und die Förderung des sozialen Wohnungsbaues stehe ebenso auf der Agenda wie die Entwicklung eines sozialen Arbeitsmarktes.

»Es liegt an uns selbst, klar zu machen, für was die Sozialdemokraten gebraucht werden«, erklärte Gnadl. Ein langer Atem sei vonnöten, um verloren gegangenes Vertrauen wiederaufzubauen. Freundlicher Beifall für Gnadl, die die Stimmung der Genossen trifft.



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