03. November 2019, 18:16 Uhr

Bonus für Kleinmengen gefordert

03. November 2019, 18:16 Uhr
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Von Holger Pegelow
Der Karbener Magistrat wird beauftragt, ein Bonussystem für Klein- und Kleinstmengen von Wertstoffen einzuführen. (Foto: pe)

Mit der Einführung von Gebühren für Kleinmengen beim Recyclinghof Karben hat die Stadt offenbar manche Bürger verärgert. Fünf oder sechs Euro scheinen manchen zu viel zu sein. Die SPD hat beobachtet, dass viele ihre Kleinmengen, die normalerweise zum Recyclinghof gebracht gehören, nun über die Hausmülltonne oder illegal entsorgen. Daraufhin hat die Oppositionsfraktion einen Antrag formuliert, den sie zur letzten Sitzungsrunde eingebracht hat. Damit wird der Magistrat beauftragt, ein Bonussystem für Klein- und Kleinstmengen von Wertstoffen einzuführen. Es soll ein Bonussystem eingeführt werden, das es den Bürgern ermöglicht, nach drei zur Kleinmengenpauschale abgerechneten Kleinmengen dreimal kostenlos Kleinmengen derselben Stoffart am Recyclinghof abzugeben.

»Wer seinen Müll zum Recyclinghof bringt, soll belohnt werden«, meint SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Görlich. Das Bonussystem solle für Altholz, Grünabfälle, Bauschutt oder Sperrmüll gelten.

In dem Antrag seiner Fraktion heißt es: Die Kleinmengenpauschalen seien auf 40 Kilo Abfall gerechnet. Häufig unterschritten die abgegeben Kleinmengen diese 40-Kilo-Grenze bei Weitem. Die dafür erhobenen Pauschalen bildeten für die Bürger offenbar einen Anreiz, Kleinstmengen entweder zu sammeln oder unsortiert über den Restmüll zu entsorgen. Zudem hätten ihm Bürger berichtet, dass einige Zeitgenossen zur illegalen Entsorgung verleitet würden.

System sieht Gutscheine vor

Damit künftig wieder eine Mülltrennung stattfinde und eine fachgerechte Entsorgung, müssten Anreize für Kleinstmengen geschaffen werden. Ein solcher Anreiz ist aus Sicht der SPD das Bonussystem.

Im Haupt- und Finanzausschuss brachte CDU-Fraktionsvorsitzender Mario Beck einen Änderungsantrag ein. Die Mitglieder einigten auf folgende Empfehlung ans Stadtparlament: »Der Magistrat wird beauftragt, folgende Varianten zur kostengünstigeren Anlieferung von Kleinmengen am Recyclinghof, auch in Abstimmung mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb Wetterau zu prüfen:

1. »Gutschein(e)« zur freien Anlieferung von Kleinmengen/Pauschalgebühren werden an alle Bürger verteilt (beispielsweise mit dem Abfallkalender); 2. »Gutschein«-Verkauf am Recyclinghof (beispielsweise zum Preis von drei Anlieferungen erhält der Bürger sechs Anlieferungen von Kleinmengen/Pauschalgebühren); 3. Betrieb einer Plattformwaage mit einer Mindestlast von 20 Kilo und Halbierung der Pauschalgebühren um 50 Prozent. Der Verwaltungsaufwand dabei soll möglichst klein bleiben.

Der Prüfantrag wurde im Stadtparlament einstimmig angenommen. Stadtsprecher Hans-Jürgen Schenk sagte dazu, die Verwaltung werde Gespräche mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) führen und ausloten, was machbar sei. Das Kleinmengensystem dürfe »nicht zu Ungerechtigkeiten führen«.



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