27. März 2019, 17:00 Uhr

Barrierefreier Einstieg am Gleis 3

27. März 2019, 17:00 Uhr
Von dieser Seite aus soll nach der Idee der Grünen ein weiterer, barrierefreier, provisorischer Bahnsteig errichtet werden. Foto: Pegelow

Seit Jahrzehnten wird das Thema bereits diskutiert, verbessert hat sich nichts. Der Zugang zu den Gleisen 2 und 3 des Bahnhofs Groß-Karben in Richtung Frankfurt ist nur über eine Treppe möglich. In Briefen, Telefonaten und Gesprächen hat die Stadt mehrmals einen barrierefreien Ausbau des Bahnhofs angemahnt. Für Rollstuhlfahrer ist es unmöglich, auf den Bahnsteig zu gelangen, ebenso gehbehinderten Menschen oder Eltern mit Kinderwagen. Ohne Helfer geht da nichts.

Bislang sind alle Möglichkeiten, den Bahnhof Groß-Karben in Richtung Frankfurt barrierefrei umzugestalten, gescheitert. Die technischen Möglichkeiten scheinen begrenzt, und manche Vorschrift steht dem im Weg. Einen Aufzug einbauen? Nicht möglich, weil zu viele Kabel zu dicht an den Bahnsteigen verlaufen und umfangreiche Arbeiten nötig wären. So müsste der Bahnsteig verbreitert und die Oberleitungen verlegt werden. Mit entsprechenden Kosten, die die Bahn vor einem viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Strecke und dem damit ohnehin verbundenen barrierefreien Neubau der Station ablehnt.

Aufgang zu schmal für Treppenlift

Einen Treppenlift am Aufgang zu den Gleisen 2 und 3? Auch das ist gescheitert. Grund: Der Aufgang würde zu schmal, im Notfall bliebe eine zu schmale Treppe übrig. Die Bahn würde gegen Brandschutzauflagen verstoßen. Sowohl die gleichfalls vorgeschlagenen Schieberampen als auch ein Treppenlift würden eine Einengung der Treppe auf nur noch 2,40 Meter bedeuten. Damit würden im Fluchtfall keine zwei Personen mehr nebeneinander passen, was zwingend für den Brandschutz sei, so die Bahn weiter.

 

Neue Variante

 

Nun bringen die Grünen eine Variante ins Spiel, die bislang noch nicht in der Diskussion war. In einem Antrag fordern sie, der Magistrat solle mit der Bahn über die Errichtung eines provisorischen Bahnsteigs verhandeln. Der Bahnsteig solle auf der Westseite von Gleis 3, also auf Kloppenheimer Seite, errichtet werden. »Installation und Abbau könnten vergleichsweise kostengünstig funktionieren und deutlich vor Fertigstellung des Ausbauabschnitts Bad Vilbel-Friedberg Abhilfe schaffen«, sagt Fraktionsvorsitzender Rainer Knak.

Der Grünen-Fraktionschef hält eine solche provisorische Konstruktion für machbar. Das habe die Bundesgartenschau in Frankfurt 1987 gezeigt, als ein Bahnsteig für die S-Bahnstation errichtet worden sei. »Für den Ausbau der S-Bahnstrecke werden ohnehin andernorts provisorische Bahnsteige benötigt. So dies für Karben geplant sein sollte, entstünde unter Umständen nicht einmal ein Mehraufwand.« Knak gibt zu bedenken, dass die Fertigstellung des Abschnittes zwischen Bad Vilbel und Frankfurt-West erst 2022 zu erwarten ist. Zudem dauere das Planfeststellungsverfahren für den weiteren Abschnitt bis Friedberg noch an. »Deshalb könnte über einen provisorischen Bahnsteig ein dringend benötigter Bedarf nach Barrierefreiheit viele Jahre schneller realisiert werden, als nach derzeitigem Stand.«

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