26. September 2019, 08:00 Uhr

Ärzte anlocken

Bad Vilbeler Politiker: Neue Kita aufstocken und Ärzte anlocken

Noch immer fehlt ein Hausarzt auf dem Heilsberg. Ein Vilbeler Politiker prescht nun nach vorne und hat eine Idee entwickelt, wie der vakante Arztsitz wieder besetzt werden könnte.
26. September 2019, 08:00 Uhr
Hier auf der Wiese neben der Heilsberger Feuerwehr wird bald ein Kindergarten gebaut. Jens Völker schlägt ein zweites Stockwerk für Ärzte vor. (Foto: Rinkart)

Wie geht es jetzt weiter? Nachdem der Heilsberger Hausarzt Farhood Oghalai Ende Juni seine Praxis schloss, stellen sich nach wie vor viele Heilsberger diese Frage. Ein Nachfolger für die in die Jahre gekommenen Räumlichkeiten in der Alten Frankfurter Straße ist noch nicht gefunden, der Arztsitz für die mehr als 6000 Einwohner im Bad Vilbeler Stadtteil wird jedoch dringend benötigt, darin sind sich Politiker und Bürger einig.

Die Hoffnung, dass sich doch noch ein mutiger Arzt findet, der in die alte Einzelpraxis einziehen will, hat Jens Völker (CDU) derweil schon aufgegeben. Der Vorsitzende des Bauausschusses lebt selbst auf dem Heilsberg und weiß, wie sehr sich die Nachbarschaft einen Nachfolger für Dr. Oghalai wünscht.

Und Völker hat eine Idee. Bis 2020 muss auf der Wiese zwischen Heilsberger Feuerwehr und dem großen Kreisel ohnehin ein neuer Kindergarten gebaut werden, da die Villa Wichtelstein sonst ihre Betriebserlaubnis verlieren würde. Zudem soll auf der besagten Wiese ein neues Bürgerhaus entstehen. Die Pläne dazu seien bereits unter Dach und Fach.

Sechs Stockwerke erlaubt

»Wenn wir auf dem Kindergarten ein weiteres Stockwerk bauen, haben wir eine zusätzliche Fläche von 300 bis 350 Quadratmetern«, erklärt Völker seine Idee. Diese Fläche könnte für eine neue Gemeinschaftspraxis genutzt werden. Der Aufbau sei kein Problem, da laut Bebauungsplan bis zu sechs Stockwerke an dieser Stelle erlaubt seien.

So gleich habe Völker sich mit einem befreundeten Arzt aus Bad Vilbel unterhalten, der die Pläne unterstütze. Auch aus der Politik habe er bisher nur positive Signale für diese Idee erhalten. »Wichtig ist, dass es eine Hausarztpraxis wird«, betont Völker, ohnehin lasse sich der vorhandene Arztsitz nicht für einen Facharzt verwenden. Da man für eine Praxis jedoch nur 100 bis 150 Quadratmeter bräuchte, sei sogar eine Gemeinschaftspraxis auf dem Kindergarten denkbar. Zusammen mit dem Bürgerhaus, könnte der Heilsberg so ein neues, zentrales Quartier gewinnen: »Das wäre ein genialer Standort mit super Verkehrsanbindung«, lobt Völker.

Und zeitgemäß sei die Idee auch: »Der Trend geht zur Gemeinschaftspraxis.« So habe ihm der befreundete Arzt von einem Teil-Zeit-Konzept für angestellte Ärzte berichtet, das sich auf der Wiese neben der Feuerwehr sehr gut umsetzen ließe. In Kombination mit dem Kindergarten und dem Altersheim, das ein Grundstück weiter entstehen wird, sei der Standort auch für die Patienten ideal.

Arztsitz vakant

Noch ist dieses Vorhaben nicht mehr als eine Idee, doch Völker sieht nur Vorteile: »Wenn das gelingt wäre das eine Win-Win-Situation.« Selbst wenn sich die Planungen des befreundeten Arztes zerschlagen sollten, betont Völker: »Wir hätten dort eine super Adresse. Ich sehe da kein Risiko.«

»Wichtig ist, dass ein Arztsitz vorhanden ist«, erklärt Karl Roth, Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Hessen. Da momentan der Sitz der Praxis Oghalai vakant ist, müsse sich bloß jemand finden, der diesen übernehmen will. Die Definition des Arztsitzes ist demnach zwar an die Stadt, aber nicht die alten Räumlichkeiten gebunden und könnte leicht auf ein neues Gebäude angewendet werden. »Wenn dieser Arztsitzt übernommen wurde, können wir über alle möglichen Kooperationen nachdenken«, zeigt sich auch Roth dem Vorschlag gegenüber offen.

Es gibt Interesse

Nun müsse also die Stadt die Idee des zweiten Stockwerks aufgreifen und offen darum werben Ärzte ins Boot zu holen, schlägt Völker vor. Und interessierte Ärzte scheint es durchaus zu geben, berichtet auch Karl Roth auf Nachfrage: »Es gibt Interessenten für die Nachfolge von Dr.Oghalai, aber noch ist nichts spruchreif.« Noch bis Ende des Jahres ist der Arztsitz ausgeschrieben, »wir müssen noch abwarten, aber es ist nicht so, dass sich niemand dafür interessieren würde«, kann der KV-Sprecher die Heilsberger Bürger beruhigen.

Jens Völker ist derweil schon jetzt Feuer und Flamme für die Idee des zweiten Stockwerks: »Und das Beste: Es müsste keine neue Fläche versiegelt werden, die Grünen können also auch zufrieden sein.«

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