13. Juli 2017, 19:05 Uhr

Backwerk und Café-Terrasse

13. Juli 2017, 19:05 Uhr
Das Angebot einer Bäckerei muss sich laut Uwe Rumpf (l.) von dem in Supermärkten unterscheiden. Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler im Dortelweiler Laden des Obermeisters der Bäckerinnung im Wetteraukreis. (Foto: pv)

Uwe Rumpf führt ein Familienunternehmen in Dortelweil und ist zugleich Obermeister der Bäckerinnung im Wetteraukreis. Ein Gespräch zur Zukunft der Bäckerausbildung im Wetteraukreis nutzte Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Jan Weckler auch zu einer Besichtigung der Backstube mit Ladengeschäft.

»Bei den Gesprächen, die ich rund um die Neuauflage des Schulentwicklungsplans für berufliche Schulen im Wetteraukreis führe, ist es eine Bereicherung, die hinter den Innungen stehenden Betriebe zu besichtigen«, sagt Weckler.

Im Betrieb von Uwe Rumpf ist auch nachmittags noch einiges los: Vorne gehen die Kunden ein und aus und erwerben Brot, Gebäck und Kaffeespezialitäten. Hinten in der Backstube wird der große Backofen gewartet, und eine Konditorin verziert noch Plunder und Kuchen für den Verkauf.

»Das Bäckerhandwerk und die Anforderungen an die Bäckereien haben sich deutlich verändert«, weiß Bäckermeister Rumpf. Mittlerweile müsse den Kunden immer ein frischer Kaffee zum Mitnehmen angeboten werden, gleichzeitig müssten auch ausreichend Sitzplätze vor Ort vorhanden sein. Auch sollte sich das Sortiment von der Konkurrenz in den Supermärkten abheben.

Als Uwe Rumpf die Bäckerei 1996 von einem Meister ohne Nachfolger übernahm, tickten die Uhren noch anders. Seitdem hat er sich ständig weiterentwickelt. Zuletzt wurde das Ladengeschäft modernisiert und eine Außenterrasse mit Bestuhlung eingerichtet.

Rumpf engagiert sich als Obermeister der Bäckerinnung im Wetteraukreis und Lehrlingswart sowie Prüfungsvorsitzender ganz besonders für die Auszubildenden. Im Gespräch dazu mit Weckler wurden die sinkenden Auszubildendenzahlen thematisiert. Rumpf betonte, dass die Qualität in der Ausbildung stetig steigen müsse. Dafür sei es aus Sicht der Innung unerlässlich, die schulischen Ausbildungsstätten zusammenzulegen und die Beschulung der Bäcker nur an einer Schule im Wetter-aukreis, der Johann-Philipp-Reis-Schule in Friedberg, durchzuführen. »Ich wünsche mir langfristig eine Blockbeschulung, um die Anwesenheitszeiten sowohl im Betrieb als auch in der Schule effizienter nutzen zu können«, sagt der Bäckermeister. Einig waren sich die beiden vor allem darüber, dass sowohl die beruflichen Schulen als auch die Betriebe immer am qualitativ hohen Ausbildungsniveau arbeiten müssen. In seinem Betrieb hat Rumpf zehn Angestellte und regelmäßig Auszubildende sowohl für das Bäckerhandwerk als auch für den Verkauf. Der Laden direkt bei der Backstube in Dortelweil ist seine einzige Filiale. Beliefert werden Hotels und Restaurants in der Region, das Nebengebäude ist an eine Metzgerei vermietet, am Wochenende steht im Hof ein Gemüsestand. Dieser Ansatz kommt bei den Bad Vilbeler Bürgern gut an. Und nicht nur bei ihnen: Eine der Töchter des Bäckermeisters hat sich in Österreich zur Konditormeisterin ausbilden lassen und arbeitet mittlerweile im väterlichen Betrieb mit. Die Nachfolge ist also gesichert.

Weckler zeigte sich beeindruckt: »Das Bäckerhandwerk ist ein Beruf mit Zukunft und Innovationskraft. Wir wollen als Schulträger die bestmöglichen Voraussetzungen für eine qualitativ hohe Ausbildung in diesem Bereich schaffen.«

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