30. März 2017, 14:00 Uhr

Klingelwiesenweg

Auf der Suche nach dem Königsweg

Zu einer unendlichen Geschichte scheint sich die Verkehrssituation im Okarbener Klingelwiesenweg und an der Hauptstraße zu entwickeln. Eine Lösung scheint ferner denn je.
30. März 2017, 14:00 Uhr
Seit der Verkehr auf der Nordumgehung rollt, fahren weniger Autos über den Klingelwiesenweg. Er werde immer noch zu oft genutzt. Mehr Kontrollen sollen her. (Foto: jwn)

Die verfahrene Situation um Klingelwiesenweg und Hauptstraße wurde einmal mehr während der jüngsten Ortsbeiratssitzung deutlich. Es ging mal wieder um die beiden stark befahrenen Straßen in Okarben. Vor allem der Verkehr auf dem Klingelwiesenweg beschäftigt die Okärber seit Jahren. »Ich weiß schon gar nicht mehr, wann die Diskussionen über die Nutzung dieser Straße begonnen hat«, erinnert sich der ehemalige Ortsvorsteher Matthias Flor (SPD). Wäre es nach dem Ortsbeirat gegangenen, hätte das Thema im vergangenen Jahr mit einem Antrag im Stadtparlament auf Schließung des Klingelwiesenwegs für den Durchgangsverkehr mit Pollern oder einer Schranke beendet werden können. Doch die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung wollte sich auf eine derartige radikale Lösung nicht einlassen.

»Wir warten erst einmal auf die Eröffnung der Nordumgehung und was für Auswirkung sie auf dem Verkehr auf dem Klingelwiesenweg hat«, lautete damals die Begründung. Bewilligt wurde aber die einschränkende Lösung, mit Verkehrsschildern den Verkehr nur für Anlieger freizugeben. Und tatsächlich nahm der Verkehr auch spürbar ab.


Verkehr beruhigt, aber immer noch viel?

»Bei der anschließenden Zählungen wurden nur noch rund 400 Fahrzeuge in jede Richtung registriert«, wiederholt Sebastian Wollny, CDU-Magistratsmitglied und an diesem Abend Vertreter des erkrankten Bürgermeisters, das Zählergebnis aus dem vergangenen Jahr. 40 Prozent davon seien keine Anlieger gewesen.

Die Meinung, ob der spürbare Rückgang des Verkehrs bereits als Erfolg zu werten sei, mit dem man auch schon zufrieden seien könne, ist unter den Besuchern an diesem Abend in der Ortsbeiratssitzung jedoch äußerst umstritten.

»Wir werden den Verkehr auf dieser Straße nie ganz unterbinden können, sonst schneiden wir uns selbst ins eigene Fleisch und kapseln Okarben vom Rest der Stadt ab«, lautet ein Argument. »Nein, auch dieser Restverkehr ist immer noch deutlich zu viel. Vor allem der Lastwagenverkehr muss unterbleiben«, erregt sich eine größere Besuchergruppe. Neue Vorschläge werden gemacht, wie den Verkehr nur für Okärber freizugeben oder nur die Zufahrt zum Sportplatz und zu den Kleingärten zu erlauben. Doch aus welcher Richtung?


Sanierung der Hauptstraße zu teuer

Ein weiterer Vorschlag lautet, die Durchfahrt nur zu bestimmten Uhrzeiten zu erlauben. Auf eine Minimalvariante einigt sich der Ortsbeirat: Die Anliegerfrei-Regelung aus beiden Richtungen, Freigabe des Fahrrad- und Landwirtschaftsverkehrs und vor allem mehr Kontrollen. »Wer drei- bis viermal ein Knöllchen zahlen musste, der fährt den Weg nicht mehr«, sagt Ortsvorsteher Karlheinz Gangel (CDU).

Auch bei dem zweiten Thema, der Sanierung des dritten Abschnittes der Hauptstraße, zeigten sich der Ortsbeirat wie auch die rund 30 Besucher überfordert. Das bisherige Konzept war verworfen worden, weil die Fördergelder versagt wurden. Begründung in einer Tempo 30-Zone sei keine Förderung für eine Verkehrsberuhigung möglich. Zudem müsse die Stadt mindestens 300 000 Euro für die Sanierung in die Hand nehmen. Viel zu viel Geld, kommentiert Gangel. Sein Ziel: Die Fahrbahn soll in Takt und die Bürgersteige wieder in Ordnung gebracht werden. Dafür müsse nicht so viel Geld aufgewandt werden. Deshalb wurde beschlossen, dass die Verwaltung einen Plan zur Sanierungen der Hauptstraße anfertigen und dem Ortsbeirat vorlegen solle.

Schlagworte in diesem Artikel

  • CDU
  • Fördermittel
  • Kleingärten
  • SPD
  • Karben-Okarben
  • Jürgen W. Niehoff
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos