10. Juni 2019, 06:00 Uhr

Noch kein Jugendhaus

Architekt dringend gesucht

Noch immer warten die Heilsberger Jugendlichen darauf, dass ihr Jugendhaus im Christeneck gebaut wird. In der jüngsten Ortsbeiratssitzung musste Stadtrat Sebastian Wysocki erklären, warum der Baubeginn nicht absehbar ist.
10. Juni 2019, 06:00 Uhr
Diese Visualisierung des Jugendhauses auf dem Heilsberg, entworfen von Hartmut Schrade, existiert bereits seit Jahren. Doch Schrade ist kein Architekt. Das Haus wird also nochmal neu geplant. Aber wann und vom wem, das ist noch unklar. (Animation: privat)

D ie Diskussion um ein Jugendhaus auf dem Heilsberg ist in etwa so alt wie der durchschnittliche Bad Vilbeler. Seit Jahren wird der Plan nun schon in den Gremien der Stadt diskutiert und eigentlich sah es im vergangenen Jahr gar nicht so schlecht aus: Ein Konzept inklusive Visualisierung lag auf dem Tisch, der Bebauungsplan wurde erfolgreich verabschiedet und Geld im Haushalt eingeplant. Passiert ist nichts. Doch warum?

Dieser Frage musste sich nun auch der Erste Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) im Heilsberger Ortsbeirat stellen. »Ich wäre auch gerne schon sehr viel weiter«, betont er dort, doch leider mangele es der Stadt an Personal, konkret an einer Architektin. Seit September ist die Leiterin des Hochbaus krank geschrieben, eine Rückkehr stehe nicht unmittelbar in Aussicht. Die Leiterin des Bauamts, Gudrun Pache, ist damit die einzige städtische Architektin - und mehr als ausgelastet, wie Wysock erklärt.

Seit Mai 2018 stehe der Bebauungsplan, seit März dieses Jahren seien die Gelder frei, es hätte also jederzeit mit dem Bau losgehen können. Zunächst, so berichtet Wysocki, habe man gehofft, über eine Zeitarbeitsfirma einen Ersatzarchitekten zu gewinnen, doch »der Markt ist leer gefegt.« Seit kurzem gebe es zwar eine neuen städtischen Architekten, dieser käme allerdings frisch von der Uni und lerne in der Stadt derzeit »erst noch das Laufen«. Nachdem eine Rückkehr der Hochbau-Leitung nicht in Aussicht steht und der Plan mit den Zeitarbeitsfirmen gescheitert ist, bemühe sich Wysocki nun darum, einen externen Projektsteuerer einzukaufen, der die Bauherrentätigkeit übernimmt.

Personalknappheit im Bauamt

Die Mitglieder im Ortsbeirat werden bei dieser Aussicht ganz hellhörig: »Das heißt, für wann können wir den Spatenstich einplanen?«, will Jens Matthias (Grüne) dem Stadtrat einen Zeitplan entlocken. Dieser bleibt jedoch vage: »Wenn ich seriös ein Datum nennen könnte, würde ich es tun.«

Einigen Heilsbergern geht das nicht schnell genug. Jens Völker, Vorsitzender des Bauausschusses (CDU), etwa erinnert daran, das Bauamtsleiterin Pache erst vor einem Jahr öffentlich betont habe, das Projekt hätte für die Stadt höchste Priorität: »Dann erwarte ich auch, dass das zügig umgesetzt wird«, fordert er. Zusammen mit dem Ortsbeiratsmitglied Hartmut Schrade (CDU) habe er bereits viel Herzblut in das Projekt gesteckt: »In Bad Vilbel genießen die Kindergärten oberste Priorität, während wir im Jugendbereich keinen Schritt voran kommen«, beklagt Völker.

Stadtrat Wysocki muss da die Bauamtsleiterin verteidigen: »Die Prioritätenliste ändert sich quasi wöchentlich.«. Ständig gebe es neue Anfragen und Probleme, Vorrang hätten dabei immer Aspekte der Gefahrenverhütung sowie Aufgaben zu denen die Stadt gesetzlich verpflichtet sei. Bei der gegenwärtigen Personalknappheit könne sich daher einfach niemand darum kümmern, einen Plan für das Jugendhaus auszuarbeiten.

Das irritiert viele im Ortsbeirat, denn schon seit Jahren liegt eine fertige Visualisierung des Jugendhauses am Christeneck vor - inklusive Lärmschutzwall und der Planung eines Außenbereichs. Hartmut Schrade hatte diesen Plan entworfen.

»Herr Schrade hat eine Anregung gegeben, keine technische und statische Planung«, betont Wysocki. Er biete an, den Entwurf, wenn es sowie sei, dem neuen Architekten vorzulegen. Was dieser dann mit Schrades »Fleißarbeit« mache, sei seine Sache. Schrade sieht das entspannt: »Ich bin einfach kein Architekt, das ist schon richtig«, betont er, erinnert jedoch daran, dass der Bebauungsplan am Christeneck enge Grenzen setze. Sein Plan habe bereits alle Wünsche unter diese Bedingungen eingeplant: »Mich würde es stören, wenn das Objekt am Ende nicht den Anforderungen entspricht«, betont er.

»Wir werden kein Haus bauen, ohne mit denen zu sprechen, die es benutzen wollen«, verspricht Wysocki. Am Ende der sonst ereignislosen Sitzung des Ortsbeirats sind so zwar alle etwas im Bilde jedoch keiner wirklich schlauer: »Sobald es einen neuen Sachstand gibt, werden wir das bekanntgeben«, fährt Wysocki fort. Auch neue Pläne würde er im Ortsbeirat präsentieren. Wenn es denn dann mal soweit ist. Irgendwann.

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