30. Juni 2019, 19:52 Uhr

Anstoßen auf den Neuanfang

30. Juni 2019, 19:52 Uhr
JKÖ

Leckere Weine, heitere Lieder und eine gewohnt eindrucksvolle Kulisse: Vor der Oberburg haben die Roggauer am Samstag ihr Gemeinde- und Weinfest gefeiert. Es war das erste Fest seit dem umstrittenen Verkauf der Burg an Philipp Freiherr von Leonhardi - der sich sogleich unter die Besucher mischte.

Die ersten Zuhörer schunkeln auf den Bänken, während die Sänger der Heimatliebe Burg-Gräfenrode ihr frisch einstudiertes Lied anstimmen. Gerade erst ist Maja Götze als Weinkönigin Maja III. vor die Oberburg gefahren worden. »Wir haben in diesem Jahr eine Handvoll Lieder mit Wein-Bezug speziell für das Weinfest geprobt«, erklärt sie. Denn: Für sein Roggauer Weinfest hat sich der Heimat- und Kulturverein (Heku) Burg-Gräfenrode auch in diesem Jahr eine musikalische Eröffnung überlegt.

Dass bis vor Kurzem sprichwörtlich noch dunkle Wolken über der eindrucksvollen historischen Kulisse der Oberburg standen, davon merkt man an diesem Tag nichts - nicht nur dank der heißen Sommersonne. Dabei hat die Oberburg, traditioneller Veranstaltungsort des Roggauer Weinfests, zuletzt für Ärger im Stadtteil gesorgt. Die Kirchengemeinde hatte im vergangenen Jahr die Trennung von der Immobilie beschlossen, kürzlich ist entschieden worden, die Oberburg an den Groß-Karbener Schlossherrn Philipp von Leonhardi sowie das Außengelände an die Stadt Karben zu verkaufen. Das gemeinsame Gemeinde- und Weinfest von Heku und Kirchenvorstand war nun das erste Fest nach dem im Ortsteil umstrittenen Verkauf.

»Für uns ist es klasse, dass wir auch nach dem Besitzerwechsel unser Weinfest und andere Veranstaltungen hier feiern dürfen«, sagt Heku-Chef Ulrich Bedacht. »Das Weinfest wäre ohne die historische Kulisse der Oberburg einfach nicht das gleiche.«

Nächstes Jahr verbessere sich die Lage sogar noch, fügt Ina Lauster-Ulrich vom Kirchenvorstand hinzu. Dann kann nach der Sanierung der Elektrik auch die Oberburg wieder genutzt werden. »Dann müssen wir etwa keinen Toilettenwagen mehr einplanen.«

Der neue Besitzer Philipp Freiherr von Leonhardi hat explizit zugesichert, das Außengelände für kulturelle Begegnungen geöffnet zu halten.

So hat er sich auch nicht nehmen lassen, beim ersten Fest nach dem Verkauf dabei zu sein: Am Nachmittag mischte er sich unter die Besucher des Gemeindefests, am Abend dann war Bürgermeister Guido Rahn anzutreffen.

Ein deutliches Zeichen: Vom Ärger des vergangenen Jahrs gilt es sich nun zu verabschieden. So waren auch die Bänke trotz Sommerferien-Beginn und Hitze komplett gefüllt. Nur vereinzelt hatten Roggauer im Vorfeld geäußert, das Gelände der Oberburg nicht nur zum Weinfest, sondern auch darüber hinaus nie mehr betreten zu wollen.

»Bei einigen herrschte darüber hinaus vielleicht Verunsicherung«, beobachtet Lauster-Ulrich. So sei sie verwundert auf das stattfindende Weinfest angesprochen worden. »Dabei stand das nie zur Debatte.« Im Gegenteil: Mit den ersten Veranstaltungen nach dem Verkauf kehrt neues Leben zurück aufs Areal. Auch am Freitagabend etwa, als sich zur zweiten »Turmzeit« mehr als 30 Roggauer vor dem gegenüber der Oberburg liegenden Lieselturm trafen. »Eine tolle Veranstaltung«, lobt Heku-Chef Bedacht.

Der Neuanfang ist auch Symbol für die Teamarbeit, die hinter vielen Veranstaltungen steckt - nicht nur jener zwischen Burgbesitzer und Vereinen. Für Gemeinde- und Weinfest arbeiten Kirchenvorstand und Heku eng zusammen. »Dabei wäre das gar nicht zu stemmen ohne all unsere fleißigen Helfer und Unterstützer«, loben Ina Lauster Ulrich und Heku-Vizevorsitzender Frank Ulrich. »Ein so vielfältiges Kuchen- und Salatbuffet, wie wir es anbieten, ist etwa nur dank zahlreicher Spenden möglich.«

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