24. Januar 2017, 20:23 Uhr

Anpacken, damit Demokratie lebt

Nidderau (jwn). »Mensch sein heißt, verantwortlich sein.« Den Leitsatz aus dem Buch »Der kleine Prinz« von Antoine de Saint-Exupéry wählten die Nidderauer zum Motto des Neujahrsempfang. Jürgen Reuling, Vorsitzender des Kulturbeirates begründete, dass unser Leben und unsere Gesellschaft auf der Freiheit des Denkens, des Handelns, der freien Meinungsäußerung und des Miteinander basierten. »Und deshalb dürfen wir nicht erlauben, dass sich einige wenige unserer Bürger erdreisten, sich als das Volk zu bezeichnen und damit automatisch die große Errungenschaft der Wende in Deutschland ad absurdum führen wollen.«
24. Januar 2017, 20:23 Uhr
Das Blechbläserensemble Mixary ist Träger des diesjährigen Kulturförderpreises der Stadt Nidderau. Im Ensemble spielen junge Leute im Alter von elf bis 22 Jahren, es wird geleitet von Roman Mixa. (Foto: jwn)

Nidderau (jwn). »Mensch sein heißt, verantwortlich sein.« Den Leitsatz aus dem Buch »Der kleine Prinz« von Antoine de Saint-Exupéry wählten die Nidderauer zum Motto des Neujahrsempfang. Jürgen Reuling, Vorsitzender des Kulturbeirates begründete, dass unser Leben und unsere Gesellschaft auf der Freiheit des Denkens, des Handelns, der freien Meinungsäußerung und des Miteinander basierten. »Und deshalb dürfen wir nicht erlauben, dass sich einige wenige unserer Bürger erdreisten, sich als das Volk zu bezeichnen und damit automatisch die große Errungenschaft der Wende in Deutschland ad absurdum führen wollen.«

Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) sprach von einer zunehmenden Verunsicherung der Menschen. Er ging auf die Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten ein. Sein Wahlsieg sei ein Beweis dafür, dass wir im Zeitalter des Populismus angekommen seien und dass die Werte der westlichen Gesellschaften wie Freiheit und Demokratie ernsthaft in Gefahr seien. »Das Missachten von Religionsfreiheit, der Rechte von Minderheiten, das Herabwürdigen von Frauen könnten etwas Alltägliches und seine politischen Rezepte zu Mustern von allgemeinen Werten werden«, warnte Schultheiß.

Auch wenn es der deutschen Bevölkerung so gut gehe wie noch nie zuvor, so mache sich trotzdem eine »nebulöse Unzufriedenheit« immer breiter. Schultheiß sieht als eine Ursache das Auseinanderklaffen von Arm und Reich. Die Zahl von einfachen, schlecht bezahlten Jobs werde immer größer und nur noch zwei Drittel aller Arbeitenden befänden sich in einem normalen Arbeitsverhältnis. Genau da würden die Populisten ansetzen. Mit platten Parolen und einfachen Lösungen würden sie Verunsicherung verbreiten und Unmut gegen das vermeintliche Establishment schüren. Die Politik müsse darauf Sozialleistungen verbessern, beispielsweise Mindestlöhne oder der Renten anheben. Auch gegen Kinderarmut müsse vorgegangen werden. »Dann würde das Vertrauen in den Staat auch wieder wachsen«, erklärte der Rathauschef. Er verwies auf die Leistungen der Stadt und zwar sowohl im sozialen Bereich wie auch auf dem Sektor der Infrastruktur: Ortsumgehung, Eröffnung des Nidder Forums oder Neubaugebiete in der Neuen Mitte, in Eichen und Erbstadt.

Um Nidderau aber weiterwachsen zu lassen, bedürfe es der Mitarbeit aller Bürger. »Außerdem gibt es keine befriedigendere Methode der Selbstverwirklichung, als am Aufbau einer guten Gesellschaft mitzuwirken«, sagte Schultheiß. Denn Demokratie sei kein Dienstleistungsunternehmen, der Wähler kein Kunde und die Politiker keine Verkäufer. Vielmehr müssten alle anpacken, damit Demokratie funktioniere.

Für die christlichen Kirchen rief die Windecker Pfarrerin Friederike Erichsen-Wendt dazu auf, die Verantwortung für die Gemeinschaft auch gemeinschaftlich zu schultern. Bürger müssten zusammenstehen und die Zukunft gemeinsam gestalten, anstatt nach Vergangenem zu rufen.

Abschließend wurde noch der Kultur-Förderpreis der Stadt an das Blechbläserensemble »Mixary« unter Leitung von Roman Mixa verliehen. Das Ensemble besteht seit 2005 und setzt sich zusammen aus 20 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen elf und 22 Jahren.

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