28. Oktober 2019, 14:00 Uhr

Bad Vilbel

Altes Rathaus wird umfassend saniert

Es ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Allerdings ist das historische Rathaus von 1498 in die Jahre gekommen. Weil sich die Brunnen- und Festspielstadt aber zum Hessentag 2020 herausputzen will, wird das Gebäude inmitten der Bad Vilbeler Traditionsinsel nun umfassend saniert.
28. Oktober 2019, 14:00 Uhr

Waschechten Bad Vilbelern mag es schon gar nicht mehr auffallen. Aber Besucher, die in die Stadt kommen und durch die Frankfurter Straße schlendern, sind schon entzückt von dem historischen Rathaus an der Ecke zur Hanauer Straße und zur Lohstraße. Und wenige sind das nicht, denn das historische Gebäude ist Ausgangspunkt aller Stadtführungen. Und nicht nur das: Wer den Bund fürs Leben schließen will, kommt zwangsläufig ins Alte Rathaus, hat es doch einen schönen Trausaal. Inzwischen nutzen das allerdings verkehrsumtoste Gebäude mitten in der Stadt auch die Besucher der Volkshochschulkurse. Zudem hatte dort das Stadtmarketing jahrelang seinen Sitz.

Diejenigen, die in den vergangenen Jahren ein wenig genauer hingeschaut haben, mag es bereits aufgefallen sein. Das historische Rathaus hat eine Renovierung nötig. Professionell hat die Karbener Architektin Verena Kunad das Gebäude unter die Lupe genommen und eine Liste von notwendigen Arbeiten erstellt. Nachdem sie von der Stadt den Auftrag erhalten hatte, ging sie mit ihrem Büro Ökoplan an die Arbeit. Viele Gespräche mit den Behörden waren nötig, denn das unter Denkmalschutz stehende Gebäude darf nicht wesentlich verändert werden. Fast alle Schritte waren mit der Denkmalbehörde des Wetteraukreises und dem Geldgeber Stadt abzustimmen.

Spezialfirmen im Einsatz

Gut für die Stadt ist auch, dass Kunad mit Spezialfirmen in Kontakt ist, die solche Restaurierungsarbeiten ausführen können. »Da haben wir eine ausgewiesene Expertin engagiert«, sagt auch Denis Raab vom städtischen Hochbauamt. Begonnen haben die Arbeiten bereits Ende Juni. Denn da fuhr ein Hubwagen vor. Er hievte Mitarbeiter bis an den Uhrturm hinauf, der zunächst einmal gestrichen wurde.

Danach wurden die Holzbalken des Fachwerkes gestrichen. »Wir haben dafür Leinölfarbe verwendet.« Nachdem diese Arbeiten beendet waren, wurde Anfang dieses Monats das Gerüst gestellt. Denn nun werden nach und nach die Fenster erneuert, und zwar von außen. »Während der Dachturm noch in recht gutem Zustand war, waren die hölzernen Fenster überfällig«, weiß die Architektin. Und Stadtsprecher Yannick Schwander sowie Denis Raab ergänzen, dass es den im Alten Rathaus arbeitenden Mitarbeitern ziemlich gezogen hat. »Die einfach verglasten Fenster waren nicht mehr dicht.« Damit die Fensterleibung nicht beschädigt wird, habe man die neuen Holzfenster von außen eingesetzt. Dennoch: Die Arbeiter müssen auch noch einmal mal von innen an die Leibungen, denn dort bröckelt der Putz; Feuchtigkeit war hier und da im Laufe der Jahrzehnte eingedrungen.

Aktuell laufen die Arbeiten an den Sandsteinzugängen und den Fensterbänken. Stuckateurin Lea Früh von der Firma Steinschmiede aus Döbeln rührt einen rötlichen Mörtel zu einer breiigen Masse. Dann spachtelt sie die vorher in mühevoller Handarbeit herausgekratzten Ecken und Kanten wieder zu, ehe sie beschliffen werden. Ganz anders passiert es am Seiteneingang: Dort wurde die aus Sandstein bestehende Einfassung der Tür maschinell herausgeschnitten; in dieser Woche soll Ersatz geliefert und eingebaut werden.

Das Sockelgeschoss erhält bis zum Beginn des Fachwerks einen neuen Anstrich. »Dabei bleibt die Farbe wie zuvor«, informiert Raab. Ein größerer Aufwand dürfte notwendig sein, um die steinernen Aufgänge zu sanieren. Etliche der Stufen sind abgeschlagen, die beiden Säulen am Eingang weisen ebenfalls Risse auf. »Dadurch, dass die Stadt hier Salz streuen muss, ist der Sandstein angegriffen worden.« Einige der Stufen können in Handarbeit saniert werden, andere müssten ausgetauscht werden, verrät der Fachmann vom Hochbauamt., Angegriffen sieht auch die grüne Haupteingangstür aus. Die Farbe ist ausgeblichen, das Holz weist Beschädigungen auf. »Die Tür wird komplett neu«, betont der Hochbauamtsmitarbeiter. Zudem bekomme der Eingang ein Vordach. Hinzu kommen noch kleinere Arbeiten.

Fertig voraussichtlich am Jahresende

Die Verantwortlichen rechnen damit, dass die Renovierungsarbeiten bis zum Jahresende abgeschlossen werden können. Das hängt aber stark von der Witterung ab, lassen sie diesbezüglich wissen. Bei Regen oder gar Schnee könnten beispielsweise die beiden Aufgänge zum Haupteingang nicht gemacht werden. Das müsste im neuen Jahr nachgeholt werden. Rund 190 000 Euro steckt die Stadt in die Sanierung des Alten Rathauses. Schwander weist darauf hin, dass dies »kein direktes Hessentagsprojekt« sei. Der Hessentag habe aber »viele Sanierungsprojekte beschleunigt«. So etwa die Sanierung des Stadthauses, der Kunstschule oder Teile der Stadtschule.

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