22. März 2018, 19:57 Uhr

Alles über Gallensteine

22. März 2018, 19:57 Uhr
Der Friedberger Gastroenterologe Dietmar Borger bei seinem Vortrag in der TG Sporthalle. (Foto: Halefeldt/pv)

Der 15. Vortrag im Rahmen des Gesundheitsforums »Wissen, was hilft« der TG Groß-Karben wurde kürzlich nachgeholt. Er war im November 2017 ausgefallen, da der Vortragssaal in der Sporthalle am Park wegen Bauarbeiten am August-Buß-Weg nicht zu erreichen war. Thema des interessanten Referats von Dietmar Borger, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Bereichsleiter Gastroenterologie am Bürgerhospital Friedberg und am Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim, waren Erkrankungen der Gallenblase und der Gallenwege.

Nach der Begrüßung durch den TG-Vorsitzenden Martin Menn kam der Referent rasch zur Sache und erklärte den Titel seines Vortrags »Wenn die Galle ›steinreich‹ wird«. Er erläuterte das Gallensystem und dabei insbesondere Zusammensetzung und Funktion des Gallensaftes. Wenn die Zusammensetzung des Saftes aus dem Gleichgewicht gerate, könne es in der Gallenblase, dem Saftreservoir, zur Bildung von Steinen kommen. Es gebe drei unterschiedliche Sorten davon, weiße, schwarze und braune, die allerdings selten in reiner Form auftreten.

15 bis 20 Prozent der Bundesbürger haben Gallensteine, aber ein Großteil leidet nicht darunter (asymptomatische Träger). Aber bei denjenigen, die leiden (symptomatische Träger), können die Schmerzen heftig ausfallen, vor allem bei Gallenkoliken. Eine besondere Gefahr sei das Übergreifen einer Entzündung auf die Bauchspeicheldrüse. Die Risikofaktoren für die Bildung von Gallensteinen seien zum größten Teil nicht beeinflussbar, etwa das Alter, die Hautfarbe oder das Geschlecht. Hellhäutige Menschen und Frauen seien besonders gefährdet. Was man hingegen zur Vorbeugung tun könne, seien eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung.

Die wirkungsvollste Therapie gegen Gallensteine ist eine Entfernung der Gallenblase, denn eine Auflösung der Steine gelingt nur bei einer Steinsorte und hält nicht lange vor, eine Zertrümmerung ist ebenfalls keine Dauerlösung und führt leicht dazu, dass zerkleinerte Steine in den Gallengang gespült werden, von wo sie weit schwieriger zu entfernen sind als aus der Blase.

Videos von Operationen gezeigt

Im Schlussteil seines fast einstündigen Referats ging Dietmar Borger ausführlich auf die Operationsmethoden zur Entfernung der Gallenblase ein und die Möglichkeiten, Steine aus dem Gallengang zu entfernen. Er zeigte dazu auch kleine Videos aus Ultraschallaufnahmen. Bei der Entfernung aus dem Gallengang ist nicht der Chirurg gefragt, sondern der Gastroenterologe, der die Steine mit einem winzigen Korb herausholen kann. Nicht nur nach dem Vortrag, sondern schon während des Vortrags kamen immer wieder Fragen aus dem Publikum, die der Referent geduldig und genau beantwortete. Eine gelungene Informationsveranstaltung – nicht nur für Betroffene.

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