Bad Vilbel & Karben

Alle Vereine ziehen an einem Strang

Karben (geo). Der familiäre Charakter des Weihnachtsmarktes in Okarben fällt dem Besucher als erstes auf. Niemand hat einen eigenen Stand. Die Vereinsgemeinschaft zieht an einem Strang und der Erlös fließt in die Gemeinschaftskasse als Reinvestition für die Kerb. Vom Gemeinschaftsgefühl profitieren auch die Besucher und kommen gerne in den Hof Bieber.
16. Dezember 2018, 20:11 Uhr
Redaktion
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Karben (geo). Der familiäre Charakter des Weihnachtsmarktes in Okarben fällt dem Besucher als erstes auf. Niemand hat einen eigenen Stand. Die Vereinsgemeinschaft zieht an einem Strang und der Erlös fließt in die Gemeinschaftskasse als Reinvestition für die Kerb. Vom Gemeinschaftsgefühl profitieren auch die Besucher und kommen gerne in den Hof Bieber.

Stadtrat Sebastian Wollny (CDU) trotzt den Minustemperaturen mit einem heißen Glühwein. Wollny ist Vorsitzender des Turnvereins Okarben. In der Hofanlage fühlt er sich wohl. Der ortsansässige Landwirt Uwe Bieber stellt den sechs Vereinen seinen Hof unentgeltlich zur Verfügung. Bieber ist Vereinsmensch, war früher im Fußballverein aktiv. Sein Gehöft ist eines der ältesten, mitten im Ortskern des Karbener Stadtteils.

Genähtes als Blickfang

In diesem Jahr gibt es zusätzlich zu dem kulinarischen Angebot deftige Käsespätzle und pfiffige Näharbeiten als Geschenkidee für das bevorstehende Fest.

Michaela Gangl und Lisa Vinson haben das Nähen für sich entdeckt. Sie schneidern Kostüme im Verein der SKG Okarben und besuchen den Nähtreff des Vereins. Auffallend sind Nikolausstiefel, Turnbeutel, Schlüsselanhänger, Brillenetuis und Kosmetiktaschen – alles in liebevoller Handarbeit genäht und teils aufwendig verziert.

Ihre Handarbeiten erregen Interesse. Immer wieder bleiben Besucher stehen und sehen sich die Näharbeiten an. »Eigentlich war auch der Auftritt von Blechbläsern geplant, doch aus terminlichen Gründen hat das nicht geklappt. Jetzt gibt es Weihnachtslieder aus dem Lautsprecher«, sagt Wollny. Auch der Nikolaus alias Andreas Czuba verirrte sich auf den Weihnachtsmarkt. Für den Weihnachtsmarkt geworben hat die Vereinsgemeinschaft laut Wollny in Form von Flyern, die in Briefkästen eingelegt wurden, auch bei Neubürgern.

Ein großes Banner wies mehrere Wochen in Okarben auf die Veranstaltung hin. »Neubürger kommen über den Förderverein der Grundschule. Das ist der erste Kontakt zur Vereinsgemeinschaft«, sagt Wollny. Zwar gibt es kein Neubaugebiet in Okarben, doch immer wieder wählen Neubürger den Karbener Stadtteil zu ihrem Lebensmittelpunkt. »Wir haben einen eigenen Bahnhof, liegen verkehrsgünstig an der B3 und Karben verfügt über eine gute Infrastruktur«, sagt Wollny. Leben, nah an der Stadt und trotzdem im Grünen sei gefragt. Die Atmosphäre des Weihnachtsmarktes beschreibt er als sehr gemütlich und freundschaftlich. Die Preise seien »bewusst sehr tief angesetzt«. Den Weihnachtsmarkt, aber auch die Kerb, sieht Wollny als Sinnbild für den Zusammenhalt im Dorf. Den Weihnachtsmarkt im Hof Bieber gibt es acht Jahren. »Die Vereinsgemeinschaft hat sich erst gegründet, nachdem wir die Finanzen für die Kerb konsolidieren mussten.

Basteln für die Omas

Damit gab es keinen Konkurrenzkampf mehr unter den Vereinen«, sagt Wollny. Mitglied in der Vereinsgemeinschaft ist auch der Pétanque- Club. »Wir sind mit offenen Armen empfangen worden und fühlen uns in der Orts- und Vereinsgemeinschaft sehr wohl«, sagt Heiko Hoffmann.

Sven Deckert aus Okarben ist mit seinen Töchtern Ariane (5) und Elisa (2) unterwegs. Beide bastelten Kerzenhalter, einen Engel und Stern für die Omas. »Ich mag die Atmosphäre und möchte den Markt unterstützen«, sagt Deckert.

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