21. Mai 2019, 17:00 Uhr

Ärger ums Parken und übers Bauen

Es gibt viel zu besprechen in Petterweil. Am Samstag hatte der Ortsbeirat zum Rundgang durchs Dorf eingeladen. Neben den Ortsbeiräten sind annähernd 30 interessierte Bürger gekommen. Widerstand regt sich gegen das kleine Baugebiet »Unterm Wiesenbrunnen« an der Riedmühlstraße, wo drei Häuser entstehen könnten.
21. Mai 2019, 17:00 Uhr
Die Planung für die Sanierung der Alten Heerstraße und die Parkplatzsorgen eines Hauseigentümers werden beim Ortsrundgang in Petterweil am Standort der alten Lutherlinde besprochen. (Fotos: Niehoff)

Das Interesse daran, wie sich Petterweil verändern könnte, ist groß. Schon am frühen Samstagvormittag starten mit dem Ortsbeirat mehr als zwei Dutzend Petterweiler zur Runde durchs Dorf, bei der Karbens Erster Stadtrat Friedrich Schwaab (CDU) immer wieder im Mittelpunkt steht. Er musste dabei nicht nur Auskunft über abgeschlossene oder bevorstehende Maßnahmen geben, sondern vor allem Entscheidungen des Magistrats und der Verwaltung verteidigen.

Das beginnt gleich bei dem ersten Haltepunkt, der Grünfläche an der Ecke Sauerbornstraße/Robert-Blum Straße. Mitarbeiter des Bauhofs unter Leitung der Gartenbauarchitektin Cynthia Nebel sind gerade dabei, das kleine städtische Grundstück unter der Linde neu zu gestalten. Noch während Ortsvorsteher Adolf Koch (SPD) die Maßnahme begrüßt, wird unter den Bürgern Kritik laut. »Die Stadt hätte bei der Planung ja zumindest mal die Anwohner mithinzuziehen sollen«, kritisiert Toni Bedschinka. »Wer kommt denn auf solch eine Idee, eine allgemein zugängliche und öffentliche Sitzgelegenheit direkt vor ein Wohnzimmerfenster zu platzieren«, fragt er begleitet vom Kopfnicken der anwesenden Bürger. Bedschinka stellt sich anschließend als Eigentümer des betroffenen Eckhauses vor.

»Wenn es Ärger geben sollte, stellen wir die Bank einfach wieder um«, antwortet Schwaab. Und schon geht es weiter zu der Alten Heerstraße zum ehemaligen Standort der Lutherlinde, an die jetzt nur noch ein mannhohes Kunstwerk erinnert. In der Diskussion geht es dieses Mal nicht um die Skulptur, deren Umfeld sich erst im Zuge der geplanten Sanierung der Alten Heerstraße ändern werde, sondern um die ihr gegenüber liegenden Parkplätze. Bis auf drei Einstellplätze sind die an Erhard Geis, den Eigentümer der angrenzenden Immobilie vermietet. Dies war eine Auflage der Stadt für seine Baugenehmigung. Trotzdem werden die Parkplätze nun zunehmend von anderen Bürgern genutzt. Dagegen wehrt sich Geis.

Noch keine Bauplätze

Nächste Station der Ortsbegehung ist das Neubaugebeit »Nördlich der Fuchslöcher«. Das soll sich auf vier Hektar Ackerland demnächst an die bestehende Wohnbebauung bis zur Kreisstraße 9 anschließen. Außer Mehr- und Einfamilienhäusern soll auf dem Gelände die neue Feuerwehrwache entstehen sowie eine neue Kindertagesstätte als Ersatz für die bestehende Einrichtung an der Holtzmannstraße. Die zahlreichen Fragen nach der Vergabe und dem Verkauf der Bauplätze muss Schwaab an diesem Tag noch negativ beantworten. »Erst muss die Fläche parzelliert und über die Vergabe Einigkeit erzielt werden, bevor es an den Verkauf gehen kann.«

Einen wesentlich schwierigeren Stand hat der Stadtrat vor dem Baugebiet »Unterm Wiesenbrunnen« an der Riedmühlstraße. Nach den Plänen der Verwaltung sollen an dieser Stelle bis zu drei Wohnhäuser erstellt werden. Viel mehr Erklärungen kann Schwaab dazu kaum abgeben. Flugs melden sich bereits die Gegner dieses Bauvorhabens zu Worte. Bei diesem schmalen Streifen zwischen der Riedmühlstraße und dem Heitzhoferbach handele es sich um ein ökologisch wertvolles Gebiet, das auf keinen Fall zerstört werden dürfe. Hinzu komme, dass es noch nicht einmal erschlossen sei.

»Warum wagt die Stadt einen größeren Streit mit den Bürgen, wo es doch nur um maximal drei Bauplätze geht?«, fragt ein sichtlich erregter Bürger. Schwaab vertröstet die Gegner auch in diesem Falle: «Kommen sie in die nächste Ausschusssitzung und diskutieren sie diese Frage mit unseren Fachleuten und nicht hier auf der Straße«, entgegnet der Stadtrat.

Den Abschluss der Ortsbegehung bildet der Besuch auf dem Friedhof. Ortsvorsteher Koch appelliert an die Hundebesitzer, den Friedhof nicht zum Gassi-Gehen zu missbrauchen. Auch sei es nicht möglich, mit dem Auto bis zur Grabstätte zu fahren. Dann aber stellt Koch seine Überlegungen zur Nutzung der alten Trauerhalle vor. Entweder soll sie schnellstmöglich abgerissen werden, die Kosten dafür würden bei rund 25 000 Euro liegen, oder für was anders genutzt werden. Ein Teil der Halle könnte Wasserentnahmestelle werden, der andere eine kleine Halle für Zusammenkünfte und besondere Ereignisse. Koch ruft dazu die Bürger auf, sich mit Ideen diesbezüglich an ihn zu wenden. »Ich bin für alle Vorschläge offen.«

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