30. Juli 2019, 20:23 Uhr

20 Mann, 15 Behörden, eine Straße

Seit Montag ist die B 521 in Höhe Niederdorfelden kurz hinter Bergen-Enkheim in beide Richtungen gesperrt. Der Grund: Sanierungsarbeiten. Der zuständige Bauleiter von Hessen Mobil, Jens Pascher, befürchtet, dass deshalb die Telefone bei der Straßenbaubehörde heiß laufen werden.
30. Juli 2019, 20:23 Uhr
Die Straßenschilder kündigen schon Tage zuvor die Sperrung der B 521 an. (Foto: Jürgen. W. Niehoff)

Lange Gesichter hat es Anfang der Woche unter den Verkehrsteilnehmern gegeben, als in Höhe von Niederdorfelden auf der Bundesstraße 521 und kurz hinter Bergen-Enkheim Umleitungsschilder die Durchfahrt in beide Richtungen versperrten. Ursache für die Sperre sind Fahrbahnschäden in diesem Bereich: Spurrillen, Risse in der Fahrbahndecke oder Ausmagerungen, also Splittverlust aufgrund fehlenden Bindemittels. Weil die Schäden sich derzeit nur auf die oberflächennahen Asphaltschichten begrenzen, ist auch nur die Sanierung der Fahrbahndecke vorgesehen. »Diese 3,8 Kilometer Fahrbahnerneuerung kosten rund 1,2 Millionen Euro. Würden wir die Arbeiten weiter hinausschieben, dann würden die Schäden nicht nur größer, sondern auch die Kosten um das Drei- bis Vierfache ansteigen. Außerdem wäre die Bauzeit auch noch wesentlich länger«, sagt der zuständige Bauleiter vom Straßenbaulastträger Hessen Mobil, Jens Pascher.

Am Montag - die ersten Sperrschilder waren über das Wochenende bereits aufgestellt worden - war es dann soweit. Punkt 13 Uhr sollte die Ampelanlage nahe Bergen-Enkheim an der Kreuzung B 521/Erlenseer Straße/Berger Schützenhaus auf die Baustellenampel umgestellt und der Abbiegerverkehr in Richtung Schöneck damit endgültig für die Bauarbeiten unterbrochen werden. »So eine Ampelumstellung ist gar nicht so einfach, denn wir können auf der vielbefahrenen Straße nicht einfach mit einem Fähnchen hinausgehen und den Verkehr für die Umstellphase anhalten«, sagt Helmut Köhler von Hessen Mobil. Verkehrsregelnde Maßnahmen dürften nur die Polizei oder die Straßenmeisterei anwenden.

So versammeln sich nach und nach rund 20 Personen, alle bekleidet mit einer Warnweste, und gehen dann nach einer kurzen Einweisung an die Arbeit. Mit von der Partie sind außer den Mitarbeitern von Hessen Mobil ein Vertreter des Frankfurter Straßenamtes, Vertreter der Baufirma sowie Elektriker und ein Mitarbeiter vom TÜV, der der Baustellen-Ampelanlage seine Genehmigung erteilen muss. »Wenn die Bauampel läuft und die Straße endgültig dicht ist, dann werden in den nächsten zwei bis drei Tagen bei uns die Telefone heiß laufen. Mit den üblichen Beschwerden, dass die Umleitung zu lang, die Maßnahme zeitlich völlig falsch gelegt und überhaupt eine Sanierung noch gar nicht notwendig sei«, berichtet Pascher aus seiner Erfahrung mit anderen Baustellen.

Bereits im vergangenen Herbst sind die Vorbereitungsarbeiten für die Sanierung der B 521 angelaufen. Rund 15 Behörden und Firmen mussten einbezogen werden. Darunter der Kampfmittelräumdienst, der eine bestimmte Fläche, wo im Zweiten Weltkrieg eine Flakstellung gestanden haben soll, nach Munition absuchen muss, über die Naturschutzbehörde bis hin zu den Anliegern, den einzelnen Energieversorgern und Telekommunikationsunternehmen. »Denn es gibt nichts Schlimmeres, als kurz nach Fertigstellung die Straße wieder aufreißen zu müssen, weil eine Leitung unter der Straße gelegt werden muss«, ergänzt Köhler.

Dann folgten die Ausschreibung und die Feinabstimmung mit der Straßenbaufirma. »Da die Straße im Durchschnitt nur 7,80 Meter breit ist, können wir nicht jeweils nur eine Fahrbahn sanieren. Anderenfalls müsste noch eine Trennwand als Schutzmaßnahme erstellt werden. Platz zum Arbeiten brauchen die Arbeiter auch«, sagt Pascher. Fünf Zentimeter würden nun von der Asphaltdecke abgetragen und anschließend zwei neue, insgesamt zehn Zentimeter dicke Schichten wieder aufgetragen. Ende Oktober/Anfang November soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein. Im Anschluss an den Hessentag nächstes Jahr soll der zweite Bauabschnitt erfolgen. Dieser führt dann von der Auffahrrampe von der L 3008 auf die B 521 in Höhe Niederdorfelden weiter ostwärts bis kurz vor die Kreuzung Niederdorfelden/Rendel.

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