15. März 2013, 19:43 Uhr

Opposition sieht Planungspannen bei Dirt-Bike-Bahn

Bad Vilbel (pm/ach). Der Bau der Dirt-Bike-Bahn und damit zwangsweise auch des Jugendhauses im Christeneck auf dem Heilsberg verzögern sich auf unbestimmte Zeit. Dies nahm die Heilsberger Koalition aus SPD und Bündnis90/Die Grünen zum Anlass für einen Pressetermin vor Ort.
15. März 2013, 19:43 Uhr
Drei Männer im Schnee: Ortsvorsteher Christian Kühl, Manfred Kissing und Joachim Brings (v. l) wollen wissen, warum es mit den Bauarbeiten für die Dirt-Bike-Bahn nicht weiter geht. (Foto: cf)

. »Der Dilettantismus der Verantwortlichen vor allem im zuständigen Sozialdezernat ist kaum noch zu übertreffen«, so Ortsvorsteher Christian Kühl, Joachim Brings (SPD) und Manfred Kissing (Grüne).

Die drei Kommunalpolitiker kritisieren das Vorgehen der Stadt: Erst habe man versäumt, die Anwohner in die Planungen miteinzubeziehen, um dann zu beklagen, dass diese gegen das Projekt klagen. Auch Brings bedauert, dass es zu Klagen gekommen sei – aber »letztlich ist das auch das gute Recht der Bürger«. Zudem sei der Zeitpunkt des Baubeginns nach Ansicht von SPD und Grünen schlecht gewählt. Im Winter habe man mit Schwierigkeiten oder massiven Verzögerungen rechnen müssen.

Dass die CDU auch dem Naturschutz und den dort brütenden Rote-Liste-Arten die Schuld für das vorläufige Ende aller Bautätigkeiten im Christeneck gebe, sei »nur vorgeschoben, um die eigenen Fehler zu übertünchen«, so Kissing. Schon Mitte September 2012 habe der Kreisausschuss Naturschutz und Landschaftspflege des Wetteraukreises festgestellt, dass die Bauarbeiten »ab sofort« erfolgen könnten, wenn sichergestellt sei, dass die BMX-Bahnen und Pump-Tracks 15 Meter vor dem Gehölz enden, in dem heckenbrütende Vögel nisten. Im übrigen seien die BMX-Bahnen von Anfang an kontrovers diskutiert worden, weil nur eine kleine Zielgruppe angesprochen werde.

Allerdings sollten die Bauarbeiten bis 1. März abgeschlossen sein. Dieser Termin sei jetzt schon 14 Tage vorbei. Die Verzögerung sei umso ärgerlicher, weil SPD und Grüne im vergangenen Jahr den Christeneck-Plänen »nur mit Bauchschmerzen« zugestimmt hätten. Eigentlich habe man die »Zigeunerwiese« bevorzugt, aber befürchtet, dass sich bei einer Nichtzustimmung ihrerseits der Bau von Jugendeinrichtungen auf dem Heilsberg noch auf weitere Jahre verzögert hätte. Dass die Jugendlichen jetzt noch lange auf Bahn und Jugendhaus warten müssten, erfülle SPD und Grüne mit Zorn, so Ortsvorsteher Kühl. Jetzt werde klar, warum Erster Stadtrat Jörg Frank in der Ortsbeiratssitzung vom 28. Februar von einem Antrag der Grünen auf Vorstellung der genauen Dirt-Bike-Plänen nichts habe wissen wollen. Dieser Antrag sei im Dezember 2012 einstimmig vom Ortsbeirat beschlossen worden. »Offensichtlich wusste Frank schon genau, dass alle bislang genannten Termine Makulatur waren«, stellte Kissing fest.

Die Informationspolitik der Stadt sei »eine Farce«. Vor den Ortsbeiratsmitgliedern und Bürgern habe Frank im Sommer 2012 den Ortsbeiratsmitgliedern der politischen Mitbewerber auf deren Drängen Transparenz versprochen. Davon könne aber keine Rede sein. Gerade bei den wichtigen Themen des Stadtteils sei jedoch »der Informationsfluss ausgetrocknet«. Nach Ansicht von SPD und Grünen ist dies »eine Umgehung des Ortsbeirats und eine Missachtung vieler Heilsberger«.

Naturschutz-Gutachten

Magistratssprecher Bastian Zander nahm am Freitag zu der Thematik Stellung und sagte, die Dirt-Bike-Bahn sei unumstritten. Im September sei eine Baugenehmigung erteilt worden. Danach sei allerdings das Rebhuhn gesichtet worden, worauf die Untere Naturschutzbehörde (UNB) einen Baustopp erteilt und ein Gutachten in Auftrag gegeben habe. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass das Rebhuhn dort nicht vorkomme, habe man wegen Regens nicht weiterbauen können, denn die durchweichte Erde sei nicht modellierbar gewesen. Dann habe es geschneit, und seit 1. März bis 15. Juni sei Brut- und Setzzeit, in der nicht gebaut werden dürfe. Deshalb bemühe sich die Stadt derzeit bei der UNB um eine sogenannte ökologische Baubegleitung. Falls diese erteilt werden sollte, dann dürfe die Erde nur unter Aufsicht der UNB bewegt werden.

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